Ajoie-Spieler liebt Stab-Ass: Kevin Bozon und Angelica Moser über ihre Beziehung(02:48)

«Es war, als würden wir uns schon lange kennen»
Stabhochspringerin Angelica Moser und Ajoie-Stürmer Kevin Bozon sind ein Paar

Sie ist eine der besten Schweizer Leichtathletinnen. Er französischer Eishockey-Nationalspieler und Stürmer beim HC Ajoie. Was Angelica Moser und Kevin Bozon verbindet, ist die Liebe.
Publiziert: 05.01.2024 um 07:55 Uhr
|
Aktualisiert: 05.01.2024 um 15:45 Uhr
1/7
Seit knapp zwei Jahren sind Angelica Moser und Kevin Bozon ein Paar.
RMS_Portrait_AUTOR_378.JPG
Marcel AllemannReporter Eishockey

Wenn der HC Ajoie spielt, dann sitzt im Publikum, wann immer es ihr Zeitplan zulässt, eine prominente Schweizer Sportlerin. Angelica Moser (26), ihres Zeichens WM-Fünfte im Stabhochsprung im vergangenen August in Budapest. Ihre Augen sind dabei primär auf einen gerichtet – Stürmer Kevin Bozon (28) ist nicht nur ihr favorisierter Spieler, sondern auch ihre grosse Liebe. Seit knapp zwei Jahren sind sie ein Paar.

Gefunkt hat es, als Bozon noch beim EHC Winterthur in der Swiss League spielte. «Meine beste Kollegin war damals mit einem Winterthur-Spieler zusammen, nahm mich an die Spiele mit und so lernte ich Kevin kennen», erzählt Moser. «Wir haben uns sehr gut verstanden, einander zuerst geschrieben und uns dann getroffen. Es war von Anfang eine Vertrautheit da, als würden wir uns schon lange kennen.» Als Bozon das erste Mal mit Moser sprach, hatte er noch «keine Ahnung», wie er sagt, dass ihm da eine bekannte Schweizer Sportlerin gegenübersteht. Abschrecken konnte ihn diese spätere Überraschung nicht – im Gegenteil.

Auf der gleichen Wellenlänge

«Wir haben einen ähnlichen Charakter, waren von Anfang an auf der gleichen Wellenlänge», sagt Bozon und schenkt Moser zu diesen Worten sein warmes Lachen. Sie erwidert dieses mit einem verliebten Blick und sagt über ihn: «Mir gefällt alles an ihm. Am besten sein Charakter, aber auch seine ganze Art, wie er mit mir und Menschen allgemein umgeht.»

Inzwischen sind sie zusammengezogen, wohnen in der Nähe von Delsberg, was für sie beide ideal ist. Denn während Bozons HC Ajoie im nahen Pruntrut JU beheimatet ist, befindet sich die Trainingsbasis von Moser grösstenteils im in 30 Minuten erreichbaren Magglingen BE. Eine Sportler-Beziehung habe durchaus ihre Vorteile, finden beide. «Als Sportler versteht Kevin mich, weiss, dass oft andere Sachen Priorität haben», erläutert Moser. Sie nehmen an der Karriere des anderen teil, leiden miteinander mit. Live bei Moser dabei zu sein, ist für Bozon zwar oft schwierig, «da viele Wettkämpfe im Ausland stattfinden. Aber wenn sie in der Schweiz springt, dann bin ich oft vor Ort».

Gemeinsame Ferien kaum möglich

Durch ihre unterschiedlichen Sportarten ist es oft eine grosse Herausforderung, ihre Terminpläne aufeinander abzustimmen, sodass auch noch Zeit für Zweisamkeit bleibt. «Seine Saison fängt an, wenn meine aufhört und umgekehrt. Wir können kaum mal zusammen in die Ferien», bedauert Moser. Das Ferien-Thema beschäftigt auch Bozon, «doch wir verstehen es beide, dass es so ist und eben ein Teil unseres Sportlerlebens ist».

Dieses Verständnis wurde ihnen quasi in die Wiege gelegt – die Eltern von beiden waren ebenfalls Sportler. Kevin Bozons Vater Philippe (57) ist eine französische Eishockey-Legende, die in der NHL gespielt hat, aber auch in Lugano und bei Servette zum Publikumsliebling wurde und aktuell französischer Nationaltrainer ist. Seine Mutter Hélène (57) war Skirennfahrerin, wurde als Hélène Barbier 1985 WM-Fünfte im Slalom. Angelicas Vater Severin (61) war Zehnkämpfer (Olympia-Teilnahme 1988) und ihre Mutter Monika (58) Siebenkämpferin und Hürdenläuferin. «Unsere Eltern verstehen sich sehr gut. Das liegt sicherlich auch daran, dass alle diesen Charakter des Sportlers in sich tragen», glaubt Moser.

Werbung

Auf Schlittschuhen ist Moser nicht zu bremsen

Im Stabhochsprung hat sich Kevin Bozon mal zum Spass versucht, «aber die Gefahr, dass ich mich verletzen könnte, ist zu gross – wir müssen die ernsthaften Versuche auf das Ende meiner Eishockey-Karriere verschieben». Entsprechend gross ist sein Respekt für die Sportart seiner Freundin. Und welche Figur macht Leichtathletin Moser auf Schlittschuhen? «Ich kann schnell skaten, aber nicht gut bremsen», sagt sie mit einem Lächeln. Wegen ihres Lebenspartners ist sie aber je länger, je mehr zum Hockey-Fan geworden: «Es ist schon ein cooler Sport.»

2024 wird für Angelica Moser ein grosses Jahr – mit der Hallen-WM in Glasgow, der EM in Rom und den Olympischen Spielen in Paris als Höhepunkt. «Das letzte Jahr hat gezeigt, wo die Reise hingehen kann. Der Saisonaufbau läuft bislang gut, und deshalb hoffe ich, dass es noch höher geht», sagt sie voller Tatendrang. Fast zeitgleich, Ende August, will auch Kevin Bozon seine Olympia-Chance wahrnehmen – mit Frankreichs Nati am Quali-Turnier in Riga für die Olympischen Spiele 2026. Mit Papa Philippe an der Bande und dem bei Lausanne spielenden Bruder Tim (29) an der Seite. «Angelica steht schon vor ihren dritten Olympischen Spielen. Es wäre ein Traum für mich, ebenfalls an Olympia teilnehmen zu können», sagt er.

Doch zuerst steht für ihn mit Ajoie der Kampf um den Ligaerhalt an – eine Standortbestimmung ist zweifellos das Heimspiel gegen die SCL Tigers (Freitag, ab 19.25 Uhr, live bei Blick). Wer ihm dabei besonders intensiv die Daumen drücken wird, ist nun bekannt.

Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare