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Genf ist Genf – und Salz ist Salz

Wird die welsche Kultur schrittweise aus dem HC Lausanne entfernt? Ein Herr im Stadion beharrt auf seiner Sichtweise.
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Genf ist Genf. Aber ist es auch Welsch?
Foto: Keystone
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Wissen Sie, was die in Lausanne gerade tun? Das fragt mich ein Herr im Stadion zwischen Tribünenplatz und Latrine.

«Mit viel Geld und einem neuen Stadion die Machtverhältnisse im Schweizer Eishockey umkrempeln?» Nein, sagt der Herr. Oder nicht nur. Die wollen sich einen Titel kaufen, und dafür wird die welsche Kultur schrittweise aus dem Kader gestrichen.

«Da sind Sie politisch aber nicht ganz auf der korrekten Spur», sage ich. Darauf gepfiffen, sagt der Mann. Was wahr ist, darf man auch aussprechen. «Gehen Sie lieber noch ein paar Schritte bis zum Klo und verkaufen Sie das als Latrinenwitz», sage ich.

«Bei diesem Thema sind die Welschen nämlich recht empfindlich. Ausserdem rufen Sie mit solchen Aussagen die Korrektheitskolonne auf den Plan, die wird Ihnen schön in den Hintern treten.»

Das müssen gerade Sie sagen, erwidert der Herr. Sie kennen ja selbst keine Grenzen und sagen frei heraus, was Sie denken. Und was würden Sie mir denn als Antwort auf meine These entgegnen? Etwa, dass ich Unrecht hätte? Da sind gerade mal noch zwei Welsche im Team, die regelmässig spielen. Antonietti und Borlat, Quotenwelsche. Die Torhüter? Deutschschweizer. Verteidiger? Ausländer und Deutschschweizer. Im Angriff? Ausländer und Deutschschweizer. Lausanne wird entwelscht, nächstes Jahr wird es noch schlimmer.

«Sie haben wohl Michel Zeiter im Sinn. Der hat mal gesagt, mit mehr als fünf oder sechs Welschen im Team könne man nicht Meister werden. Und dafür steht er in der Westschweiz immer noch auf dem Index.» Das ist dem Zeiter egal, brummelt er.

«Ich habe ein paar Jahre in Genf gewohnt», sage ich. «Da hat es mir sehr gut gefallen.» Genf ist nicht Welsch, sagt der Brummler. Genf ist Genf, so wie Salz eben Salz ist. Irgendwie hat der Mann recht. Aber ich will trotzdem nichts davon hören.

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Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
39
49
84
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
39
30
71
3
Lausanne HC
Lausanne HC
39
26
68
4
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
39
5
67
5
HC Lugano
HC Lugano
38
26
66
6
ZSC Lions
ZSC Lions
37
19
61
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
38
-7
61
8
EV Zug
EV Zug
37
-8
57
9
SCL Tigers
SCL Tigers
38
2
51
10
EHC Biel
EHC Biel
38
-15
49
11
SC Bern
SC Bern
38
-12
48
12
EHC Kloten
EHC Kloten
37
-17
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
38
-37
43
14
HC Ajoie
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39
-61
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