Der Deutsche Dominik Kahun
Der Schweiz-Schreck trifft nun für den SCB

Er schockte die Schweiz bei Olympia und an der WM. Nun sorgt Dominik Kahun in Bern für Jubel und Begeisterung.
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Das Bild sagt alles: Kahun vor der Schweizer Bank in Riga.
Foto: Claudio Thoma/freshfocus
Angelo Rocchinotti

Dominik Kahun schaut aufs Foto. Und schmunzelt. Es zeigt ihn jubelnd vor der Schweizer Bank. Geschossen wurde es während des Penaltyschiessens an der WM in Riga. Mit seinem Treffer ebnete Kahun Deutschland den Weg in den Halbfinal. «Ein cooles Bild», sagt der 26-Jährige. «Ich kannte es nicht. Bis ich in Bern unterschrieben habe und es im Blick erschien.»

Schon bei Olympia liess Kahun den Schweizer Medaillentraum platzen. Simon Moser, Ramon Untersander und Eric Blum standen 2018 auf dem Eis, als der Stürmer in der Verlängerung der Viertelfinal-Quali den Siegtreffer vorbereitete. Nun sind sie Kollegen. «Ich war überrascht, wie cool die Jungs drauf sind. Wir waren sofort befreundet und machen Witze über die Duelle. Sie sind intensiv und machen Bock auf mehr», so Kahun.

Selbstbewusste Schweizer

Weshalb die Schweiz gegen Deutschland zuletzt stets den Kürzeren zog, kann sich der Topskorer nicht erklären. «Das sind 50:50-Spiele. Ich bin überrascht, wenn Schweizer die deutsche Mentalität hervorheben. Ich erkenne keine Unterschiede. Auch die Schweizer haben diesen Willen, diesen Kampfgeist. Und sehen selbstbewusst aus.»

Vier Jahre spielte Kahun bei München in der DEL, wurde dreimal Meister. Erkannt wurde er in der Stadt kaum. «Der FC Bayern und 1860 stehen im Vordergrund.» Daran habe auch Olympia-Silber nichts geändert. «Hockey ist hinter Fussball und Handball die Nummer 3. Nach Olympia gab es einen Push. Kinder wollten Hockey spielen. Dann sank das Interesse wieder.»

Kahun ist in Tschechien geboren, zog nach der Trennung seiner Eltern mit Mutter Lenka nach Deutschland. Sein Idol war Jaromir Jagr. In der NHL spielte er mit Toews und Kane in Chicago, mit Crosby und Malkin bei Pittsburgh und mit McDavid und Draisaitl in Edmonton. Die Rückkehr nach Nordamerika bleibt sein Ziel. Klappt es nicht, kein Problem. «Ich geniesse in Bern jeden Tag.»

Sprachprobleme

Mit Freundin Antonia, die als Raumausstatterin in München arbeitet, lebt Kahun in Ittigen. Noch bereitet ihm das Schweizerdeutsch Mühe. «Ich verstehe einzelne Worte, reime mir den Satz zusammen. Nun weiss ich was ‹gsi› und ‹luege› heisst.» Doch man passt sich gegenseitig an. «Jetzt wünscht er uns ‹en Guete› und wir sagen ‹Mahlzeit›, so Untersander.

An der WM trifft die Schweiz erneut auf Deutschland. Kahun freuts: «Es wird vielleicht noch cooler, weil ich die Schweizer Jungs kenne.»

Na dann prost Mahlzeit!

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
41
50
87
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
41
39
77
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
41
31
74
5
Lausanne HC
Lausanne HC
43
19
71
6
ZSC Lions
ZSC Lions
41
22
70
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
41
-9
64
8
SCL Tigers
SCL Tigers
42
5
59
9
EV Zug
EV Zug
41
-15
58
10
SC Bern
SC Bern
41
-13
53
11
EHC Biel
EHC Biel
41
-20
51
12
EHC Kloten
EHC Kloten
41
-18
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
41
-40
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
42
-61
34
Playoffs
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