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Nun entscheidet das Parlament über die Corona-Entschädigung von 115 Millionen. Es muss mehr werden, als eine Neiddebatte über Spitzensaläre im Profisport, findet Felix Bingesser, Chefredakor Sport.
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Felix Bingesser, Chefredaktor Sport der BLICK-Gruppe
Foto: Shane Wilkinson
Felix Bingesser

Behalten die Leventiner ihr Ambri-Piotta? Oder die Berner Oberländer ihren FC Thun? Oder die Emmentaler ihre SCL Tigers?

Gerade in eher ländlichen Randregionen sind solche Klubs verbindende Elemente mit grosser Integrationskraft. Ja, sie sind für die Identität dieser Regionen von enormer Bedeutung.

Aber sie stecken in einer existenziellen Krise. Und kämpfen ums Überleben.

Der Bundesrat hat nun neben der Möglichkeit von zinslosen Krediten auch 115 Millionen Subventionen für den Profisport gesprochen. Jetzt hat das Parlament das Wort. Das Hilfspaket wird im National- und Ständerat diskutiert. Emotionen inklusive.

Steuergelder für Millionarios? Es muss mehr werden als eine Neiddebatte über Spitzensaläre im Profisport. Es sollte im Parlament differenziert über die Bedeutung des Spitzensports für unsere Gesellschaft diskutiert werden.

Natürlich gibt es im Fussball und im Hockey auch in unserem Land einige wenige Lohnexzesse. Das ist für Sportmuffel unter der Bundeshauskuppel ein gefundenes Fressen. Für den Sport erschwerend: Man kennt die Namen der Grossverdiener, die Millionäre haben ein Gesicht. Auch wenn der Profisport im Fokus der Öffentlichkeit und im Scheinwerferlicht steht, am Ende ist auch der Sport eine Branche und ein Wirtschaftszweig wie jeder andere. Einfach emotionaler und bewegender.

Wenn man mit Steuer­geldern in Milliardenhöhe die Fluggesellschaft Swiss rettet, werden damit auch horrende Managerlöhne subventioniert. Wenn grosse Firmen Kurzarbeit anmelden und gleichzeitig Millionenboni bezahlen und Dividenden ausschütten, berappt das ebenso der Steuerzahler.

Die Vorgabe, die gesamte Lohnsumme zu senken, ist in Ordnung. Aber per sofort einzelne Löhne zu kürzen, ist ein Unding, schon arbeitsrechtlich nicht durchsetzbar und eine Vorgabe, die nicht zu erfüllen ist.

Bei den Krediten hat das Parlament die unsägliche Solidarhaftung der Vereine gekippt. Nun muss auch das Parlament die Bedingungen für diese zwingend benötigten A-fonds-perdu-Beiträge vernünftig ausgestalten. Der Schaden der Geisterspiele liegt auf der Hand und kann beziffert werden.

Gibt es ein Bekenntnis zu einem wettbewerbs­fähigen Profisport und einen Konsens darüber, dass Klubs wie Ambri, Thun oder die Tigers auch ein Stück Kulturgut sind und nicht sterben dürfen? Hoffentlich!

Mit 115 Millionen sind nicht alle Probleme gelöst. Aber sie lindern die ärgste Not. Der Sport hat ein Anrecht auf dieses Geld.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
33
45
73
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
34
28
64
3
Lausanne HC
Lausanne HC
32
28
61
4
HC Lugano
HC Lugano
31
19
53
5
EV Zug
EV Zug
31
6
53
6
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
33
-6
53
7
ZSC Lions
ZSC Lions
32
18
52
8
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
33
-8
52
9
SCL Tigers
SCL Tigers
32
-2
42
10
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
32
-28
38
11
EHC Biel
EHC Biel
32
-14
38
12
EHC Kloten
EHC Kloten
32
-20
37
13
SC Bern
SC Bern
32
-12
37
14
HC Ajoie
HC Ajoie
33
-54
25
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