Edmonton wieder auf dem Vormarsch
McDavid spielt dank Knoblauch wieder wie ein Superstar

Die Edmonton Oilers träumen wieder vom ersten Stanley-Cup-Sieg seit 1990. Nach einem Fehlstart und einem Trainerwechsel sind sie wieder auf Playoff-Kurs.
Publiziert: 10.01.2024 um 11:21 Uhr
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Seit CEO Jeff Jackson (l.) und General Manager Ken Holland das Kommando an Headcoach Kris Knoblauch (2.v.r.) und Legende Paul Coffey (r.) übergeben haben, läuft es den Edmonton Oilers wieder.
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Mitte November blieb den Edmonton Oilers fast nichts mehr anderes übrig, als Trainer Jay Woodcroft (47) in die Wüste zu schicken. Das Team hinkte der Konkurrenz hinterher und hatte nach 13 Spielen erst sieben Punkte auf dem Konto. Und dabei war der Klub, der in den goldenen 80er- und 90er-Jahren mit Stars wie Wayne Gretzky, Mark Messier oder Paul Coffey fünf Stanley Cups gewonnen hatte, einmal mehr mit grossen Ambitionen in die Saison gestartet. Denn mit Connor McDavid (26) und dem Deutschen Leon Draisaitl (28) haben die Oilers zwei der besten und dynamischsten Stürmer der Welt in ihren Reihen.

Doch vor allem die Leistungen von Captain McDavid dürften Woodcroft, dessen Brüder Todd (51, neuer Assistenzcoach in Zug) und Craig (54, 2017/18 Servette-Trainer) in der Schweiz landeten, den Rest gegeben haben. In den ersten elf Partien buchte der Kanadier nur zehn Punkte und traf lediglich zweimal. Das mag für einen gewöhnlichen Spieler ansprechend sein. Bei McDavid, der letzte Saison 64 Tore erzielte und 153 Skorerpunkte hamsterte, war das hingegen alarmierend.

So konnte es nicht erstaunen, dass McDavid betonen musste, dass er nichts von der Ernennung von Kris Knoblauch (45) zum neuen Headcoach gewusst habe und vorsichtshalber Woodcroft über den Klee lobte: «Woody gehört zu den fünf oder drei besten Coaches in der Liga.»

Knoblauch coachte McDavid schon in der Junioren-Liga

Ein Zufall dürfte es dennoch nicht gewesen sein, dass sich die Oilers für den Kanadier entschieden, der seit 2019 in der AHL als Trainer des Hartford Wolf Pack tätig war. Schliesslich genoss Knoblauch nicht nur einen guten Ruf, sondern hat auch eine gemeinsame Vergangenheit mit McDavid: Er coachte ihn vor elf Jahren beim Junioren-Team Erie Otters, ehe dieser als Nummer 1 gedraftet wurde.

Unter Knoblauch, dessen Spielerkarriere ihn nie in die NHL führte und mit 28 Jahren in der zweiten französischen Liga im Pariser Vorort Neuilly-sur-Marne endete, und dem neuen Assistenten Coffey fanden die Oilers bald wieder den Tritt, haben nun zum zweiten Mal acht Spiele in Serie gewonnen und sind nun wieder auf einem Playoff-Platz. Unter Knoblauch spielt McDavid wieder wie ein Superstar: 24 Spiele, 13 Tore, 45 Punkte.

Bei einem Besuch stellte seine Tochter Emry, die er wie seine Frau Autumn und Sohn Marek in Hartford zurückgelassen hat, an einer Medienkonferenz die Frage, wie viel Spass es mache, McDavid zu coachen. «Es ist ein grosses Vergnügen. Er ist ein grossartiger Spieler, der Dinge machen kann, die nur wenige können. Und seine Führungsqualitäten helfen uns Coaches sehr», antwortete Knoblauch, der seine Trainerkarriere als 28-Jähriger begann, als er einen schlecht bezahlten Job als Assistenztrainer bei den Prince Albert Raiders in der Juniorenliga WHL annahm, den andere ausgeschlagen hatten.

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Als Headcoach führte er dann später sowohl Kootenay Ice (WHL) als auch Erie (OHL) zu Junioren-Meistertiteln. In Edmonton hoffen sie nun bereits, dass er den Stanley Cup nach 34 Jahren zurückbringen kann. 

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