«Ich muss nicht wie Fischi sein»
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Eigene Linie bei Cadieux:«Ich muss nicht wie Fischi sein»

Hockey-Hammer
Cadieux übernimmt von Fischer – worauf er seinen Fokus legt

Nach 100 Tagen im Amt zieht Swiss-Ice-Hockey-Präsident eine erste Bilanz, informiert über seine Pläne – und stellt gleich einen neuen Nati-Trainer vor: Jan Cadieux übernimmt nach der Heim-WM von Patrick Fischer.
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Nach zehn Jahren tritt Patrick Fischer als Nati-Trainer zurück.
Foto: Nico Ilic/freshfocus
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Lange war über einen Rücktritt von Nati-Coach Patrick Fischer spekuliert worden, nun ist es offiziell: Der Zentralschweizer wird sein Amt nach der Heim-WM im kommenden Frühling abgeben. Sein Nachfolger ist auch schon bekannt: Jan Cadieux, welcher aktuell die U20-Nati betreut und auch Teil von Fischers Trainerstab ist, übernimmt die Geschicke beim Männer-Nationalteam. Er hat einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben.

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Es ist ein Personalentscheid für die Kontinuität, wie die Verantwortlichen des Eishockeyverbands betonen: «Jan wird bis zur Übernahme bereits drei grosse Turniere als Assistent bestritten haben. Das bringt Kontinuität», erklärt Sportdirektor Lars Weibel. Und auch CEO Martin Baumann betont: «Als CEO hat man das Ziel, Ruhe und Stabilität ins System zu bringen. Deshalb haben wir uns früh um einen Nachfolger gekümmert. Jan ist der richtige Mann für dieses Amt. Ich durfte auch miterleben, wie er den Draht zu den NHL-Stars gefunden hat. Das ist wichtig für die Zukunft.»

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Cadieux selbst gibt ebenfalls zu Protokoll, nicht alles auf den Kopf stellen zu wollen: «Ich will das Schweizer Eishockey weiterentwickeln. Dazu braucht es keine Revolution, sondern auch eine gewisse Kontinuität. Aber ich kann jetzt meine eigenen Ideen einbringen.» Cadieux' Leistungsausweis mit einem Meistertitel und einem Champions-League-Sieg mit Servette lässt sich durchaus sehen.

«Pyramide im Schweizer Eishockey stimmt heute nicht»

Worauf der designierte Nati-Coach einen besonderen Fokus legen will: das Commitment der Spieler. «Das ist das Wichtigste – der Grund, weshalb die Spieler immer wieder in die Nati kommen. Das müssen wir auch als Staff zeigen, ein Weltmeister-Staff sein.» Auch Weibel betont: «Im Nationalteam ist es anders als in den Klubs. Dort hat man Verträge und die Spieler tauchen ohnehin immer auf. In der Nati muss man dafür das Umfeld schaffen. Das Commitment kommt auch von den Spielern, aber diese Linie müssen wir im Verband weiterführen.»

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Es scheint, also würden alle im Verband in dieser Frage am gleichen Strick ziehen – was nicht überall so ist, wie Präsident Urs Kessler im ersten Teil der Pressekonferenz anmerkt und dabei auf die aktuellen Probleme der Swiss League anspielt: «Die Pyramide im Schweizer Eishockey stimmt heute nicht. Langfristig muss das alles unter einem Dach vereint werden. In der heutigen Form ist die Zukunft der Swiss League alles andere als sicher.» Die Aufstockung der National League auf 14 Teams habe ihr einige attraktive Vereine genommen.

Aus diesem Grund schwebt ihm eine Reform vor: Die Swiss League und die drittklassige MyHockey League sollen zusammengelegt und allenfalls nach geografischen Kriterien eingeteilt werden: «Wir sehen darin interessante Potenziale, gerade bei einer Aufteilung in Ost und West mit vielen Derbys und kleinen Distanzen. Das bietet auch Chancen für eine zentrale Vermarktung.» Die Zeit dränge – gleichzeitig handle es sich aber um einen komplexen Prozess, welcher viele Gespräche verlange, so Kessler.

Hier gibts den Ticker der Pressekonferenz zum Nachlesen:

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