Nach Cervenka-Skandal
Die Champions League ist reif für die Tonne

Der internationale Klubwettbewerb nimmt die Wettbewerbsverzerrung zulasten der SCRJ Lakers mit einem Achselzucken hin. Damit stellt sich diese Liga selbst infrage.
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Lakers-Star Cervenka fehlte im Viertelfinal-Rückspiel gegen Vitkovice: Er musste 48 Stunden vor dem Einsatz mit Tschechiens Nati zum Appell einrücken...
Foto: freshfocus
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Die Dirigenten der Champions Hockey League (CHL) haben es in dieser Woche zugelassen, dass der tschechische Verband den Lakers-Star Roman Cervenka 48 Stunden vor dem Einsatz mit der Nationalmannschaft zum Appell antreten liess, sein Einsatz im Viertelfinal-Rückspiel in Vitkovice wurde so verhindert. 

Wettbewerbsverzerrung erkannt, aber nichts unternommen

Das sei Wettbewerbsverzerrung, stellte der CHL-Geschäftsführer Martin Baumann fest. Etwas gegen diese grobe Unsportlichkeit ausrichten konnte er aber nicht – ein Beweis dafür, wie belanglos seine Liga auch nach zehn Jahren noch ist. Mangelhaftes Zuschauerinteresse, keine finanzielle Nachhaltigkeit, Terminprobleme, ein ausgewalztes Programm und zuletzt der verzweifelte Versuch, mit bizarren Regeländerungen Krawall zu machen: Eigentlich hätte man längst die Reissleine ziehen müssen. Das Argument, die internationalen Vergleiche wären ein sportlicher Mehrwert, kann zudem nicht quantifiziert werden. Für wen? Und wie viel Mehrwert? 

Dass dieser Skandal keine höheren Wellen geschlagen hat, ist ebenfalls ein Beleg für das Schattendasein dieses glorifizierten Vorbereitungsturniers. Oder lag es bloss daran, dass die Wettbewerbsverzerrung «nur» die Lakers betraf und nicht etwa einen Giganten wie die ZSC Lions? Man stelle sich vor, man hätte in der gleichen Situation den Zürchern verklickert, dass zum Beispiel Torhüter Simon Hrubec nicht mitspielen dürfe, nur weil 48 Stunden später ein Länderspiel auf dem Kalender steht. Der Zürcher CEO Peter Zahner hätte den Geschäftssitz der CHL in Zug in ein Pandämonium verwandelt.

Eine Liga ist nichts, wenn sie den Teilnehmern durch ihr Regelwerk keine Erwartungssicherheit geben kann und sie vor einer Wettbewerbsverzerrung beschützt. Die Champions Hockey League hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. 

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Champions Hockey League 26/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Skelleftea AIK
Skelleftea AIK
3
8
9
2
HC Davos
HC Davos
3
9
8
3
Kölner Haie
Kölner Haie
3
7
8
4
HC Pardubice
HC Pardubice
3
6
6
5
HC Plzen
HC Plzen
2
5
6
6
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
3
4
6
7
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
2
4
6
8
SaiPa Lappeenranta
SaiPa Lappeenranta
3
1
6
9
Frölunda HC
Frölunda HC
3
3
5
10
Tappara Tampere
Tappara Tampere
2
2
4
11
Boxers Bordeaux
Boxers Bordeaux
2
1
4
12
KooKoo
KooKoo
3
-1
4
13
Storhamar Hockey
Storhamar Hockey
3
-1
4
14
Red Bull Salzburg
Red Bull Salzburg
2
0
3
15
Växjö Lakers
Växjö Lakers
2
0
3
16
Adler Mannheim
Adler Mannheim
2
0
3
17
HK Nitra
HK Nitra
3
-4
3
18
KAC Klagenfurt
KAC Klagenfurt
3
-2
2
19
EC Graz 99Ers
EC Graz 99Ers
2
-4
0
20
Rögle BK
Rögle BK
2
-5
0
21
Bili Tygri Liberec
Bili Tygri Liberec
2
-6
0
22
Herning Blue Fox
Herning Blue Fox
2
-8
0
23
GKS Tychy
GKS Tychy
3
-9
0
24
Eisbären Berlin
Eisbären Berlin
2
-10
0
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