Auf Teneriffa treffen sich vor dem Saisonstart traditionsgemäss Beachvolleyball-Teams aus der ganzen Welt in ihren Trainingslagern. Mit Gabathuler/Gerson und Strasser/Beeler sind zwei Schweizer Herren-, mit Heidrich/Zumkehr und Forrer/Vergé-Dépré zwei Frauen-Duos vor Ort.
Doch eine schockierende Nachricht trübt nun den Sonnenschein auf der spanischen Insel: Bereits am Abend bevor sich die Geschichte in den Medien verbreitet, sickert der Missbrauchsfall von Steven van de Velde durch. «Wir hörten über einige Ecken davon», erzählt Alexei Strasser (28), «es sind auch holländische Teams hier.»
Gestern dann ist van de Velde das Gesprächsthema beim Frühstück und Mittagessen. Der amtierende holländische Meister hat vor einem Gericht im englischen Aylesbury gestanden, mit einem zwölfjährigen Mädchen Sex gehabt zu haben. Nach englischem Gesetz gilt dies als Vergewaltigung – selbst wenn das Mädchen damit einverstanden war.
Im August 2014 war der Blockspieler von Amsterdam nach England gereist, um sich mit dem Mädchen zu treffen, das er zuvor auf Facebook kennengelernt hatte. Van de Veldes Geständnis bringt ihm wohl eine Strafmilderung ein. Das Urteil wird am 21. März erwartet.
Nicht nur der holländische Verband ist bestürzt. «Wir alle waren geschockt», erzählt Strasser. Zwar kenne niemand van de Velde besonders gut, «aber wir haben ihn alle schon gesehen. Auf dem Feld eher jung und übermütig, neben dem Feld aber ein lieber Typ».
Strasser hat mit seinem Partner Nico Beeler (22) im letzten August auf der Coop-Beach-Tour in Rorschach gegen van de Velde und Dirk Boehlé (23) gespielt. Strasser/Beeler gewannen das Turnier, van de Velde/Boehlé wurden Dritte. Abwehrspieler Boehlé hat gestern die sofortige Trennung von seinem Blocker bekannt gegeben.
«Nicht nachvollziehbar»
In ihren Gesprächen versuchen die Schweizer irgendwie zu verstehen, wie so etwas geschehen kann. «Es ist falsch und nicht nachvollziehbar», so Strasser. «Man muss wissen, dass man bei so etwas ein grosses Risiko eingeht.» Dass ein so junger Sportler nun als Vergewaltiger dasteht, sei einfach nur krass.