Weshalb war der Golf GTI bei seiner Markteinführung 1976 so aussergewöhnlich?
Er vereinte erstmals, was sich viele von einem Auto wünschten: Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Seine 110 PS tönen nach heutigen Massstäben nicht nach besonders viel, damals war er aber der stärkste Volkswagen. Und er wog nur 810 Kilogramm, das machte ihn derart dynamisch, dass er viele andere, teils deutlich stärkere Sportwagen stehen liess. Der GTI war zudem erschwinglich und bot den gleichen praktischen Nutzen wie der normale Golf.
Welche Rolle spielt der Golf GTI im Rennsport?
Eine tragende Rolle. Von Beginn weg hat er sich als erfolgreiches Rennfahrzeug etabliert, und das in den verschiedensten Kategorien – von Bergrennen über Rundstrecken bis zu Slalom und Rally. Überall dort, wo frontangetriebene Autos zum Einsatz kommen, ist der Golf GTI nicht wegzudenken. Auch meine eigene Motorsportkarriere ist sehr eng mit ihm verbunden. Im Golf GTI TCR habe ich meine grössten Erfolge gefeiert, unter anderem den Sieg bei der FIA WTCR (Tourenwagenweltcup) 2019 auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt, der Nürburgring Nordschleife.
Heute bist du der offizielle Werks- und Entwicklungsfahrer der Marke. Wie ist es dazu gekommen?
Volkswagen suchte gleichzeitig auch einen Testfahrer, der reproduzierbare, also sehr gleichmässige Runden fährt. Denn so können die Ingenieure verschiedene Einstellungen testen und sehen direkt, wie sich Änderungen auswirken. Bei meinem ersten Versuchseinsatz fuhr ich insgesamt 76 Runden mit lediglich 1,6 Sekunden Differenz, ich war wie ein Schweizer Uhrwerk unterwegs. In solchen Situationen kann ich mich auf meine fahrerischen Stärken verlassen: Timing, Präzision und Fahrgefühl.
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Wie sieht deine Aufgabe als Entwicklungsfahrer aus?
Mein Spezialgebiet ist die Fahrwerksabstimmung. Als Rennfahrer bewege ich das Auto am Limit und spüre, wie es sich im Grenzbereich verhält. Da kommt mein Popometer zum Einsatz (lacht). Anschliessend teile ich den Ingenieuren mit, was das Auto macht und was es besser machen könnte. Wir reden zum Beispiel von Federraten oder wie das Anlenkverhalten funktionieren soll. Entsprechend wird das Fahrwerk angepasst, bis die Abstimmung perfekt ist. Ich teste übrigens nicht nur die Sportmodelle, sondern alle neuen Volkswagen, bevor sie auf den Markt kommen.
Was gefällt dir an dieser Arbeit?
Es macht mir Spass, Fahrzeugen einen Charakter zu geben. Wenn ein neues Modell dann hunderttausendfach auf der Strasse fährt und du weisst, dieser und jener Input kam von mir, ist das einfach genial.
Wie hat sich der Golf GTI über die Jahre und Generationen entwickelt?
Technisch sind wir heute natürlich an einem ganz anderen Punkt wie noch 1976 mit dem Golf I GTI, allein was den Motor betrifft. Der «Edition 50» hat mit 325 PS fast dreimal so viel Leistung! Auch bei Komfort und Sicherheit ist sehr viel gegangen: Der erste GTI hatte nicht mal Servolenkung, im Jubiläumsmodell gibt es adaptive Dämpfer und den Fahrdynamikmanager, das sind Welten. Die Kerncharakteristik des GTI ist aber immer beibehalten worden. Und was sich auch nie geändert hat, ist der Fahrspass. Dafür steht GTI.
Die aktuelle Golf‑GTI‑Ausgabe steht für Fahrspass ohne Kompromisse – jetzt entdecken, was echte GTI‑DNA bedeutet.
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Benjamin «Benny» Leuchter (38) ist offizieller Werks- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen und arbeitet bei der Fahrwerksabstimmung aller neuen Modelle mit. Der Duisburger sass neunjährig das erste Mal in einem Go-Kart, fuhr später Formel-Rennen, bevor er mit 20 zu den Tourenwagen wechselte. Seit 2015 fährt er auf den Rundstrecken den Golf GTI TCR, inzwischen als Mitbesitzer und Teamchef des Rennstalls «Max Kruse Racing». Im Juni 2025 stellte er mit dem Golf GTI «Edition 50» den neuen Rundenrekord für das schnellste Volkswagen Serienmodell auf der Nordschleife des Nürburgrings auf.
Benjamin «Benny» Leuchter (38) ist offizieller Werks- und Entwicklungsfahrer von Volkswagen und arbeitet bei der Fahrwerksabstimmung aller neuen Modelle mit. Der Duisburger sass neunjährig das erste Mal in einem Go-Kart, fuhr später Formel-Rennen, bevor er mit 20 zu den Tourenwagen wechselte. Seit 2015 fährt er auf den Rundstrecken den Golf GTI TCR, inzwischen als Mitbesitzer und Teamchef des Rennstalls «Max Kruse Racing». Im Juni 2025 stellte er mit dem Golf GTI «Edition 50» den neuen Rundenrekord für das schnellste Volkswagen Serienmodell auf der Nordschleife des Nürburgrings auf.
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