«Er war eigentlich ein Ruhiger»
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Anwohner über Stefan O.*:«Er war eigentlich ein Ruhiger»

Stefan O.* (48) fuchtelte auf dem Balkon mit Waffen herum – Grosseinsatz in Volketswil ZH
«Es war wie im Krieg»

Schock in Volketswil: Die Kantonspolizei Zürich stürmte am Mittwochabend ein Wohnquartier und fand bei Stefan O. (48) ein Arsenal von 20 Schusswaffen. Der unauffällige Nachbar sitzt nun in Haft.
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Patrick S. (23) ist erstaunt, dass Stefan O. Menschen in der Umgebung mit Waffen bedroht haben soll. «Er war immer ein ruhiger und netter Nachbar.»
Foto: Beat Michel

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Polizei stürmt Haus in Volketswil, 20 Waffen beschlagnahmt
  • Nachbar Stefan O. galt als ruhig, hatte aber psychische Probleme
  • Polizei sichert rund 20 Schusswaffen und Stichwaffen, Ermittlungen laufen
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Beat MichelReporter

Die Spezialeinheit Diamant der Kantonspolizei Zürich stürmte das Mehrfamilienhaus-Quartier gleich neben dem Einkaufszentrum «Volkiland» in Volketswil. Es ist ein lauer Frühlingsabend, viele Leute sitzen gemütlich auf den Balkonen, aber nicht mehr für lange. «Die Polizei schickte uns rein, wie sollten die Vorhänge ziehen», sagt eine Anwohnerin vom Rütiweg. «Es war wie im Krieg», sagt sie. «So viele Polizisten rannten schwer bewaffnet durch den Garten.» Noch am Tag danach sind die Leute geschockt. Die Frau sagt: «Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich sass auf dem Balkon in direkter Schusslinie, da stellen sich die Nackenhaare auf!»

Es war der unauffällige Stefan O.* (48)

Am Tag danach wissen die Quartierbewohner, wegen welchem Nachbarn sie in Deckung gehen mussten. Es war Stefan O.* (48), der Bewohner des obersten Stockes, der mit einer Waffe von seinem Balkon aus auf Passanten gezielt hatte. «Er war ein ruhiger und netter Nachbar», sagt Patrick S.** (23). «Er wohnt schon über 10 Jahre hier», weiss ein älterer Herr im Haus. «Er hat früher als Drucker gearbeitet. Aber jetzt ist er schon länger arbeitslos.»

Am Mittwochabend habe Stefan O. sich mit einer jungen Nachbarin gestritten. «Ich weiss nicht, was das Problem war. Sie schrien sich an», sagt er. Kurz darauf habe er die Polizei mit Maschinenpistolen im Anschlag gesehen.

Der Mann fiel bisher nicht auf

Bis jetzt sei der Mann nie aufgefallen. Ausser, dass er immer so komisch vor sich hin lächelt. Er sei immer freundlich gewesen. Die Nachbarn wissen, dass er psychische Probleme habe. Die Mutter komme jede Woche vorbei, um zum Rechten zu schauen. Er habe einen Hamster als Haustier.

20 Schusswaffen

Auf Anfrage schreibt die Kantonspolizei, dass rund 20 Schusswaffen sowie einige Hieb- und Stichwaffen sichergestellt wurden. Die Funde würden noch ausgewertet, der Mann befinde sich in Polizeihaft. Wie der arbeitslose und laut Nachbarn psychisch kranke Mann zu so einem Waffenarsenal kommt, ist noch unklar. Ob passende Munition gefunden wurde, sagt die Polizei ebenfalls noch nicht.

* Namen geändert

** Namen bekannt

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