Schweizer Erfindung
Hitzeresistente Drohne soll Feuerwehrleute schützen

Mit der «Firedrone» wird der Einsatz in brennenden Gebäuden sicherer. Die Drohne liefert Live-Bilder aus bis zu 200 Grad heissen Gefahrenzonen.
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Die Drohne wurde von Forschenden der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) entwickelt.
Foto: Empa

Darum gehts

  • Neue «Firedrone» unterstützt Feuerwehrleute in Gefahrenzonen
  • Sendet Live-Wärmebilder und funktioniert ohne GPS in Innenräumen
  • Herkömmliche Drohnen versagen bei 40 Grad, Firedrone trotzt 200 Grad
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Eine neue Drohne trotzt Temperaturen von bis zu 200 Grad. Sie soll künftig in brennende Gebäude fliegen und Feuerwehrleuten Live-Bilder direkt aus den Gefahrenzonen senden. 

Die «Firedrone» reduziert so das Risiko für Einsatzkräfte, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Montag mitteilte. «Heute müssen Feuerwehrleute selbst in brennende Gebäude vordringen, um Gefahrenstoffe oder vermisste Personen zu lokalisieren», erklärte der Entwickler Fabian Wiesemüller im Communiqué.

Einsätze in Parkhäusern oder Tunneln

Die Drohne ist demnach für Einsätze in grossen und komplexen Bauten wie Industriehallen, Parkhäusern oder Tunneln vorgesehen, wo das Absuchen für Menschen besonders gefährlich ist. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Inspektionen in Industrieanlagen wie Zement- oder Stahlwerken, die bei hohen Temperaturen ohne lange und kostspielige Abkühlphasen durchgeführt werden könnten.

Während herkömmliche Drohnen bereits bei rund 40 Grad Celsius versagen, kann die «Firedrone» bei bis zu 200 Grad fliegen. Geschützt wird die Elektronik durch eine Isolation aus einem neuartigen Polyimid-Aerogel. Dieses leichte Material umhüllt die empfindlichen Komponenten und wird durch ein internes Temperaturmanagementsystem ergänzt.

Spezielle Lokalisierungssysteme

Ausgestattet mit einer Infrarotkamera, sendet die Drohne Wärmebilder in Echtzeit an die Einsatzkräfte. So kann sich beispielsweise die Einsatzleitung aus sicherer Distanz einen Überblick verschaffen, bevor Personal ein Gebäude betritt. Da in Innenräumen oft kein GPS-Signal verfügbar ist, verfügt die Drohne über spezielle Lokalisierungssysteme.

Entwickelt wurde der neue Flugroboter an der Empa. Heute wird er von einem Tochterunternehmen der Empa- und der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) weitergeführt.

Das Start-up hat die Drohne bereits auf dem Trainingsgelände des Ausbildungszentrums Andelfingen sowie in einem Zementwerk getestet. Langfristig soll das System durch eine mobile Andock- und Wartungsstation ergänzt werden, die in Feuerwehrfahrzeuge integriert werden kann.

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