Bombendrohung bei Zürcher Obergericht
Zürcher Polizei verhaftet Verfasser von Drohmail

Am Dienstagnachmittag musste das Zürcher Obergericht evakuiert werden. «Ein Sprengkörper wird am Nachmittag explodieren», hiess es in einer Drohmail. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Tatverdächtigen eröffnet.
Publiziert: 24.10.2023 um 14:20 Uhr
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Aktualisiert: 26.10.2023 um 17:58 Uhr
Am Dienstagnachmittag musste das Zürcher Obergericht wegen einer Bombendrohung evakuiert werden.

Bombendrohung in Zürich: Das Obergerichtsgebäude wurde am Dienstagnachmittag um circa 13.20 Uhr evakuiert. Bei mehreren Medien, darunter auch Blick, ging ein anonymes Mail ein. Darin wurde das Zünden von Sprengstoff im Gerichtsgebäude angekündigt. Dutzende Personen wurden aus dem Gebäude heraus gebeten. Spezialisten durchsuchten das Gebäude. 

Um 16.45 Uhr war der Einsatz schliesslich abgeschlossen. Für die Bevölkerung bestand während des gesamten Einsatzes keine Gefahr, erklärte die Kapo Zürich gegenüber Blick. Die Ermittlungen zur Täterschaft werden durch die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft geführt.

Schweizer (44) verhaftet

Am Mittwochmorgen wurde der mutmassliche Verfasser der E-Mail verhaftet, teilte die Kantonspolizei mit. Es handelt sich dabei um einen 44-jährigen Schweizer. Was ihn motivierte, die Drohung zu verfassen, ist noch unklar. Das sei Gegenstand weiterer Ermittlungen. Einen Zusammenhang mit jüngsten Vorkommnissen oder Bombendrohungen in Nachbarländern soll es nicht geben. 

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag ein Verfahren gegen den von der Kantonspolizei verhafteten Beschuldigten eröffnet. Er wird dringend verdächtigt, mit der Bombendrohung vom Dienstag beim Obergericht in Verbindung zu stehen.

Die Staatsanwaltschaft habe am Donnerstag beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft für den Beschuldigten gestellt, teilte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Donnerstag mit.

«Sprengkörper wird am Nachmittag explodieren»

Der Verfasser schrieb in dem E-Mail: «Am Wochenende haben wir am Obergericht des Kantons Zürich eine rote Markierung angebracht. Die Markierung wurde mit einer Spraydose an einem Fenster und an der Türe des Haupteingangs angebracht. Inzwischen haben wir einen Sprengkörper ins Obergericht des Kantons Zürich gebracht. Er wird am Nachmittag explodieren.»

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Laut Angaben der Kantonspolizei wurde das Gebiet am Nachmittag grossräumig abgesperrt. «Es gab Schmierereien am Gebäude», sagt die Kantonspolizei Zürich. Von der Bombendrohung wusste man beim Gericht nichts. Ein Sprengsatz wurde am Dienstagnachmittag bei der Durchsuchung des Gebäudes nicht gefunden. (ene/jwg/bab/nad)

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