Exklusives Video: Hier stürzt die Ju-52 ab!(04:58)

Nach tragischem Absturz am Piz Segnas GR mit 20 Toten
«Tante Ju» wird wohl nie mehr abheben

Seit dem Absturz einer Maschine 2018 am Piz Segnas GR mit 20 Toten sind die alten Flieger am Boden. Die Ju-Air mit Sitz in Dübendorf ZH wollte ein Exemplar des historischen Flugzeugs Ju-52 im Frühling 2023 wieder in die Luft bringen. Daraus wird wohl nichts.
Publiziert: 04.07.2022 um 13:47 Uhr
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Aktualisiert: 04.07.2022 um 15:03 Uhr
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Die Ju-52 HB-HOS sollte 2023 eigentlich wieder abheben. Daraus wird jetzt aber nichts. (Symbolbild)

Grounding bei der Ju-Air mit Sitz in Dübendorf ZH: Die Ju-Air wollte ein Exemplar des historischen Flugzeugs Ju-52 eigentlich im Frühling 2023 wieder in die Luft bringen. Doch daraus wird nun nichts.

Tragische Bekanntheit erlangte die «Tante Ju» zuletzt im Sommer 2018. Am 4. August ist stürzte beim Piz Segnas in Graubünden eine andere Ju-52-Maschine ab (siehe Video oben). 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder verloren bei dem Unglück ihr Leben. Seither gilt für die verbliebenen beiden Maschinen der Ju-Air ein Flugverbot.

Entlassungen sind für Grounding verantwortlich

Grund für das Grounding ist eine Umstrukturierung bei der Junkers Flugzeugwerke AG. Dieses Unternehmen sollte das historische Flugzeug HB-HOS aus dem Jahr 1939 in Altenrhein SG wieder flugtauglich machen. Ein Teil der Belegschaft wird nun aber entlassen, wie das Branchenmagazin «Skynews» Ende Juni schrieb.

Der Chef der Flugzeugwerke sagte in dem Artikel, dass er deshalb nicht davon ausgehe, dass die Maschine wieder flugtauglich werde. Die HB-HOS wird voraussichtlich dem Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) in Dübendorf zurückgegeben. Zu diesem Verein gehört die Ju-Air.

«Ich persönlich glaube, die Chance, dass die Ju-Air wieder fliegen wird, ist sehr klein», sagte Christian Gartmann, Sprecher der Ju-Air, am Montag dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1. «Das wäre sehr bedauerlich», so Gartmann weiter. Viele Aviatikfans und Liebhaber der Militärluftfahrt hätten sich auf die Möglichkeit, mit der Ju-52 zu fliegen, gefreut.

Was mit der Maschine HB-HOS nun passiert, ist offen. Gut möglich, dass sie bald ins Museum in Dübendorf kommt, wo bereits die Maschine HB-HOP ausgestellt ist. Die dritte Ju-52 der Ju-Air, HB-HOT, war jene Maschine, die am 4. August 2018 am Piz Segnas abstürzte. 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder verloren dabei ihr Leben. Grund für das Unglück war die «hochriskante Flugführung» der beiden Piloten.

Dass sich der abgestürzte Nostalgie-Flieger technisch nicht in ordnungsgemässen Zustand befand, wirkte sich gemäss Abschlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) nicht auf den Unfall aus. Der Flugbetrieb des Vereins war knapp zwei Wochen nach dem Unglück wieder aufgenommen worden. (SDA/dzc)

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