Immer mehr Einwohner über 90 – Gemeindepräsident hat zu wenig Zeit für Gratulationen
Uetikon schraubt für Geburtstagsbesuche die Altersgrenze hoch

In Gemeinden rund um den Zürichsee bringt man älteren Menschen mit einer persönlichen Gratulation zu einem hohen Lebensalter eine besondere Wertschätzung entgegen. Und es werden immer mehr Jubilare.
Publiziert: 21.04.2024 um 17:50 Uhr
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In vielen Gemeinden wird älteren Menschen beim erreichen eines hohen Alters von offizieller Seite aus gratuliert.

Die Bevölkerung wird immer älter. So auch in der Schweiz. In den Gemeinden am Zürichseeufer kommen Personen, die einen hohen, runden Geburtstag feiern, meist in den Genuss eines Besuchs von offizieller Seite oder erhalten zumindest ein Präsent. Dafür muss man allerdings schon 90 oder auch 100 Jahre alt werden. Die Geschenke reichen vom Blumengutschein über Pralinen bis zu einer Wolldecke oder Taxigutscheinen. 

Doch die permanent steigende Lebenserwartung stellt die Gemeinden vor ein Problem: Sie kommen teilweise mit dem Gratulieren nicht mehr hinterher, wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt. 

Aus 58 wurden 117 Geburtstage

So klopfe zum Beispiel in Thalwil Gemeindepräsident Hansruedi Kölliker (FDP) jede Woche mindestens zweimal an eine Haustür. Auch in Zumikon hat man dahingehend viel zu tun. Aus 58 runden Geburtstagen im Jahr 2000 sind in diesem Jahr bereits 117 geworden.

Nicht viel anders sieht es mit über 100 Geburtstagen pro Jahr in Uetikon am See aus. Dort hat man jetzt aber Massnahmen ergriffen, weil der Aufwand, nach dem 90. für jeden weiteren Geburtstag einzeln beim Jubilar vorbeizuschauen, schlicht zu gross wurde. Mit Kosten habe das jedoch nichts zu tun. «Die Frequenz wurde uns einfach zu viel», so Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos).

Neu erhalten nur Senioren, die ihren 95. feiern, eine Gratuliation. Mettler besucht zudem weiterhin die Einwohner an ihrem 100. Geburtstag.

Aufwand hin oder her: Wenn jemand von der Gemeinde klingelt, um Glückwünsche zu überbringen, ist das immer eine grosse Freude für die Geburtstagskinder. «Die persönlichen Besuche werden ungemein geschätzt – auch von den Verwandten», heisst es beispielsweise aus Thalwil. Und für Adliswil steht auch weiterhin fest: «Die Würdigung der älteren Einwohnerinnen und Einwohner steht fix in der Agenda des Stadtrats.» (dmo)

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