Familien-Drama in Flaach ZH
Behörde hat die Gefährdung «unterschätzt»

Nach dem zweifachen Tötungsdelikt an Alessia (2) und Nicolas K.* (5) in Flaach ZH nimmt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Stellung.
Publiziert: 03.01.2015 um 16:36 Uhr
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Aktualisiert: 28.09.2018 um 19:15 Uhr
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Neujahr, 21.26 Uhr: Natalie K. antwortet ihrem Vater zum letzten Mal.

Am Abend des 1. Januars waren der fünfjährige Nicolas und seine zweijährige Schwester Alessia getötet worden. Unter dringendem Tatverdacht wurde die Mutter Natalie K.* (27) verhaftet. Offenbar standen die Tötungen im Zusammenhang mit einem Konflikt der Familie mit den Behörden.

Bei der KESB Winterthur-Andelfingen waren bereits früher mehrere Gefährdungsmeldungen eingegangen, wie die Behörde heute in ihrer Stellungsnahme schreibt. Darum sei ein Abklärungsverfahren eingeleitet worden.

Regelmässiger Aufenthalt bei den Angehörigen

Für die Dauer der Abklärungen hatte die KESB vorsorgliche Massnahmen angeordnet. Konkret wurden die beiden Kinder vorübergehend in einer «geeigneten Institution» untergebracht.

Die Behörde gewährte aber den regelmässigen Aufenthalt der Kinder bei den Angehörigen, so auch während der Feiertage. Es habe keine Hinweise auf eine akute Gefährdung der Kinder durch ihre Mutter gegeben.

«Im Nachhinein muss man sicher sagen, dass die Gefährdung unterschätzt worden ist»,  sagte Ruedi Winet, Präsident der Vereinigung der KESB im Kanton Zürich, gegenüber «Radio 1». Es werde in solchen Fällen immer eine Risikobeurteilung vorgenommen, ein Risiko bleibe dabei aber bestehen, niemand sei unfehlbar.

Die KESB wolle aber aus dem Vorfall lernen. Das Augenmerk müsse verstärkt auf die Eltern gelegt werden, vor allem wenn Kinder über die Feiertage in die Familie zurückgingen. «Es darf nicht vergessen werden, eine regelmässige Kontaktaufnahme einzurichten», sagte Winet.

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KESB zeigt sich «tief betroffen»

Mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der am Verfahren beteiligten Personen und auf das laufende Strafverfahren macht die KESB keine weiteren Angaben zum Fall.

Man werde aber eng mit Polizei, Strafbehörden und den Aufsichtsorganen zusammenarbeiten und den Fall sowie die Massnahmen der KESB sorgfältig analysieren.

Die tragische Entwicklung in diesem konkreten Fall stelle auch für die KESB eine Ausnahmesituation dar, «die uns tief betroffen macht. Den Angehörigen drücken wir unser tiefstes Beileid aus.» (SDA/mad)

* Namen der Redaktion bekannt

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