Ausserhalb Schulöffnungszeiten
Zürcher Stadtrat verteidigt Schwimmen für Transpersonen

Der Zürcher Stadtrat hat sich für ein Angebot für non-binäre- und Transpersonen in einem Schulschwimmbad ausgesprochen. Die Stunde ausserhalb der Schulöffnungszeiten schütze diese Bevölkerungsgruppe und habe zu einer Zunahme an Schwimmbegeisterten geführt.
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In einem Stadtzürcher Schwimmbad dürfen eine Stunde pro Woche nur nicht-binäre- und Transpersonen schwimmen. Die SVP hinterfragt das, der Stadtrat wiegelt ab. (Symbolbild)
Foto: GAETAN BALLY
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Statt wie bisher durchschnittlich 1,5 Personen nähmen neu 5,25 Personen am öffentlichen Schwimmen teil, schreibt der Zürcher Stadtrat in seiner Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der SVP. Die Stunde finde jeweils dienstags um 20 Uhr in der Schulschwimmanlage Altweg beim Triemli statt.

Die Gemeinderäte Yves Peier und Stefan Urech von der SVP hatten unter anderem angefragt, auf welcher Grundlage das exklusive Angebot beruhe, ob es schon Rückmeldungen aus er Bevölkerung gebe und wie der Zutritt kontrolliert werde.

Einen Eingriff in die Privatsphäre gebe es nicht, schreibt der Stadtrat. «Die Aufsichtsperson kontrolliert nur, ob ein gültiges Ticket vorliegt.» Für das Angebot gelte Selbstdeklaration, die Persönlichkeitsrechte aller würde respektiert.

Ob es sich bei den Schwimmenden um non-binäre- oder Transpersonen handelt, wird also nicht näher kontrolliert. Gemeint sind Menschen, die sich nicht ausschliesslich einem Geschlecht zugehörig fühlen oder deren Identität nicht mit dem ihnen zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Kritische Rückmeldungen zu dem seit zwei Jahren laufenden Angebot habe es lange nicht gegeben, heisst es in der Antwort weiter. «Am 17. November 2025 ging erstmals eine kritische Nachricht ein». Das war zwei Tage bevor die Anfrage eingereicht wurde.

Eingeführt wurde die Stunde auf Anregung von nicht-binären- und Transpersonen. Diese fänden damit einen geschützten Raum vor. «Viele dieser Personen fühlen sich in öffentlichen Badeanlagen nicht sicher», heisst es in der Antwort. Sie hätten Angst vor Diskriminierung, verletzenden Reaktionen oder gar Gewalt in der Garderobe oder im Bad.

Aus diesen Gründen sieht die Stadt auch keinen Verstoss gegen die Gleichbehandlung: «Sie können ein Angebot nutzen, von dem sie bisher ausgeschlossen waren.» Das entspreche vielmehr dem Auftrag der Gleichbehandlung.

Die SVP wollte auch wissen, ob es künftig für andere Gruppen, etwa religiöse oder FKK-Anhänger, separate Schwimmzeiten geben werde. Wenn ein erkennbarer Bedarf bestehe, werde dies geprüft, heisst es in der Antwort. «Bisher liegt der Stadt aber keine entsprechende Anfrage oder Problemstellung vor.»

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