Züri Fäscht 2023: Explosion und Brand in der Nähe des Kongresszentrums(00:30)

Schwarzer Rauch
Gasflaschen am Züri Fäscht explodiert!

Nach vier Jahren Durststrecke stieg dieses Wochenende das Züri Fäscht. Rund zwei Millionen Menschen besuchten die Festlichkeiten. Alle Bilder in unserem Ticker.
Publiziert: 06.07.2023 um 11:50 Uhr
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Aktualisiert: 09.07.2023 um 22:33 Uhr
09.07.2023, 17:52 Uhr

«Ziel ist es nicht, immer ein grösseres Fest zu veranstalten»

Geschäftsleiterin Züri Fäscht: «Es war ein wunderbares Fest»(02:25)

Rund zwei Millionen Menschen haben gemäss einer Schätzung des Organisationskomitees (OK) das riesige Festgelände in der Zürcher Innenstadt und am Seebecken besucht –weniger als bei der der letzten Austragung von 2019. Die OK sei aber zufrieden mit den 2 Millionen Besuchern.

Das Ziel sei nicht ein immer grösseres Fest zu machen, sondern ein sicheres und gutes Fest für alle. «Heute war es wohl etwas zu heiss für viele», so die Veranstalter. Am Freitag waren teilweise Gewitter angesagt. Samstag hätten sicher nicht noch mehr Leute kommen wollen. Da kam das Fest an die Kapazitätsgrenzen.

09.07.2023, 17:07 Uhr

Halbe Million Besucher weniger

Viele Leute, weniger Abfall und keine gravierenden Probleme: Die Organisatoren des dreitägigen Züri Fäscht haben am frühen Sonntagabend eine erste positive Zwischenbilanz des «grössten Volksfestes der Schweiz» gezogen. Die Explosion des «Rakija-Standes» erwähnen die Organisatoren nicht. Und das, obwohl es hier hätte Verletzte geben können.

Rund zwei Millionen Menschen haben gemäss einer Schätzung des Organisationskomitees (OK) das riesige Festgelände in der Zürcher Innenstadt und am Seebecken besucht.

Rekorde strebten die Organisatoren nicht an – wichtiger seien Sicherheit und Freude am grössten Volksfest der Schweiz, sagte OK-Präsident Albert Leiser. Diesbezüglich falle die Bilanz sehr positiv aus: «Hervorragendes Wetter und wenige Zwischenfälle sorgten für unbeschwerte Feststimmung.»

Mit einem Depotsystem auf Alu und PET sowie Wertstofftrennungen wollten die Organisatoren die anfallende Abfallmenge halbieren. Noch dauere das Fest an, erste Anzeichen deuteten aber auf eine Reduktion der Müllmenge hin, hiess es am Sonntagabend. Genaue Auswertungen folgen.

2019 kam eine halbe Million mehr

Insgesamt strömten rund 2 Millionen Besucher zum Fest, heisst es weiter. Zuvor wurde immer wieder von erwarteten 2,5 Millionen Besuchern gesprochen, weil 2019 so viele Gäste da waren.

09.07.2023, 16:44 Uhr

Grillstand brannte lichterloh

Feuer mitten auf dem Festgelände (Leserreporter).

Leserbilder zeigen, wie beim Grillstand ein Feuer ausbricht. Die Angestellten des «Rakija-Standes» hatten Glück im Unglück – verletzt wurde niemand. Grund für den Brand waren mehrere Gasflaschen, die explodiert sind.

09.07.2023, 16:19 Uhr

Insgesamt 30 Festnahmen beim Züri-Fäscht

Die Kantonspolizei Zürich zieht eine Bilanz zum Züri-Fäscht. Die Einsatzkräfte haben am Wochenende am Rand des Züri-Fäschts mehrere Personen festgenommen. Die mutmasslichen Straftäter begingen vorwiegend Vermögensdelikte oder verstiessen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.

Am Freitag, Samstag und Sonntag waren uniformierte sowie zivile Polizisten der Kantonspolizei Zürich am Hauptbahnhof sowie auf dem übrigen Festgelände unterwegs und nahmen insgesamt 30 Personen fest. Bei den Verhafteten handelt es sich um Männer und Frauen, die mutmasslich Vermögensdelikte oder Tätlichkeiten begangen hatten, gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz verstossen hatten oder wegen nichtbezahlter Bussen ausgeschrieben waren.

Die Festgenommenen sind zwischen 16- und 50-jährig und stammen aus Afghanistan, Albanien, Algerien, Frankreich, Marokko, Palästina, Paraguay, Rumänien und der Schweiz. 17 Personen wurden den zuständigen Staatsanwaltschaften beziehungsweise Jugendanwaltschaften zugeführt. Die übrigen Personen wurden nach den Befragungen aus der Polizeihaft entlassen. Gegen sie wird zuhanden der zuständigen Untersuchungsbehörde rapportiert.

Zahlreiche Fundgegenstände abgegeben

Durch die Polizei wurden zudem rund 70 Personen weggewiesen. Beim Polizeiposten am Hauptbahnhof Zürich wurden zahlreiche Fundgegenstände abgegeben, welche den Besitzern teilweise bereits wieder zurückgegeben werden konnten. Ebenso wurden diverse Anzeigen entgegengenommen.

Neben den Einsatzkräften rund um den Hauptbahnhof standen Polizistinnen und Polizisten zur Unterstützung der Stadtpolizei Zürich im Einsatz. Im Hauptbahnhof unterstützten Mitarbeitende der SBB-Transportpolizei und von Transsicura die Arbeit der Kantonspolizei Zürich.

09.07.2023, 15:54 Uhr

FCZ-Fans greifen erneut GC-Stand an

Am Samstag haben vermummte FCZ-Chaoten mehrfach den Stand des Stadtrivalen Klubs GC am Utoquai angegriffen. Der erste Angriff ereignete sich am frühen Abend gegen 17 Uhr. In der Nacht passiert es erneut. Bei der Stadtpolizei ging um 1.30 Uhr eine Meldung über einen weiteren Angriff der FCZ-Fans auf den GC Club ein, bestätigt die Stadtpolizei gegenüber Blick. Das Video eines Leserreporters zeigt den Angriff. Dabei ist deutlich das FCZ-Logo auf einem T-Shirt zu sehen.

Video vom zweiten Angriff: Hier stürmen FCZ-Chaoten erneut den GC-Stand(00:35)

Es habe keine Verletzten gegeben und die Polizei musste nicht ausrücken. Auch gab es keine Festnahmen.

09.07.2023, 14:18 Uhr

Fotos zeigen angekokelte Gasflaschen

Das Feuer am Rakija-Stand ist offenbar im Zusammenhang mit dem Grill ausgebrochen. Dabei explodierten mehrere Gasflaschen, wie Bilder zeigen. Der ganze Stand wurde zerstört. Die Brandermittler untersuchen nun die genaue Ursache.

So sieht es nach dem Brand am Stand aus.
Auch das Gerüst des Standes wurde zerstört.
Anschliessend wurde der Stand abgedeckt.
09.07.2023, 13:51 Uhr

«Kühlschrank ausgebrannt» – Grillstand zerstört

Explosion am Züri Fäscht: Blick-TV Reporter am Ort des Brandes(00:56)

Blick-Reporter Benjamin Fisch ist am Brandplatz. Er berichtet: «Der Kühlschrank ist ausgebrannt, überall liegen verkohlte Brötchen am Boden.» Die Angestellten des «Rakija-Standes» hatten Glück im Unglück.

09.07.2023, 12:50 Uhr

Brand auf Höhe des Kongresshauses

Dramatische Szenen beim Bürkliplatz: Nach der Explosion der Gasflasche ist eine Feuerwalze zu sehen.

In der Nähe des Kongresshauses ist am Mittag ein Essensstand mit Grill in Brand geraten. Augenzeugen berichten, dass Gasflaschen explodiert sind. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Es gibt keine Berichte über Verletzte.

An diesem Stand hat es gebrannt.
Die Rauchwolke war von weither zu sehen.
Die Polizei und Feuerwehr waren schnell vor Ort.
Laut Polizei gab es keine Verletzten.
Offenbar sind Gasflaschen explodiert.
09.07.2023, 11:51 Uhr

Pfefferspray-Attacken und sieben Festnahmen

Am Samstag haben laut Polizei mehrere Hunderttausend Personen das Züri Fäscht besucht – deutlich mehr als am Freitag. In der Züri-Fäscht-Bilanz vom Sonntagmorgen schreibt die Stadtpolizei: «Im Verlaufe des Abends und der Nacht waren die Einsatzkräfte wegen diverser Auseinandersetzungen, Tätlichkeiten, Körperverletzungen und Hilfeleistungen gefordert. Wiederholt trafen die Einsatzkräfte dabei auf Personen, die bei Auseinandersetzungen mit Pfefferspray kontaminiert worden waren.»

Insgesamt nahm die Stadtpolizei Zürich sieben Personen, vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 16 und 37 Jahren, fest. Bei den Delikten handelt es sich unter anderem um Gewalt und Drohung gegen Beamte, Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz. Weiter mussten sechs Personen in die Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle gebracht werden.

Beim Feuerwerk verletzte sich auch eine Frau am Oberkörper – nachdem sie über einen Zaun geklettert war. Sie musste ins Spital.

Am späteren Nachmittag kam es an einem Stand am Utoquai zu einer Auseinandersetzung zwischen Fussballfans. Bis jetzt liegen keine Angaben über verletzte Personen vor.

Vor dem ersten Feuerwerk strömten immer mehr Personen in Richtung des Seebeckens. Daraufhin wurden einzelne bereits im Vorfeld geplante Personenlenkungs-Szenarien ausgelöst. So wurde beispielsweise der Zugang zum See beim Bernhard Theater für das erste Feuerwerk gesperrt. Danach musste aufgrund des hohen Andrangs der Bahnhof Stadelhofen zeitweise gesperrt werden.

09.07.2023, 11:47 Uhr

Heute ist Familientag

Der dritte Tag des Züri Fäschts ist fest in der Hand von Familien. Eine davon: Familie Reci, die schon seit Freitag in Feierlaune ist. Die Marktstände sind eröffnet.

Tag drei am Züri Fäscht: Der Luna Park ist bereits gut gefüllt(00:48)

Nach einer coronabedingten Zwangspause ist es an diesem Wochenende endlich wieder so weit: Das Züri Fäscht startet nach vier Jahren endlich in die nächste Runde! Nebst wummernden Beats dürfen sich die rund 2,5 Millionen Besucher auf eine Vielfalt an Essensständen und buntes Feuerwerk freuen.

Auch das Wetter spielt mit: Petrus meint es mit den Zürchern gut und beschert ihnen hochsommerliche Temperaturen von über 30 Grad. Schon zum Auftakt des grössten Schweizer Volksfests am Freitag wird die Hitzemarke von 30 Grad geknackt – am Sonntag werden gar 34 Grad erwartet. Wie die Veranstalter mit der Mega-Hitze umgehen und worauf du dich besonders freuen darfst: Blick liefert dir die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Züri Fäscht.

Wie reagieren die Veranstalter auf die Hitze?

Seit Dienstag ist klar: Am Züri Fäscht wirds heiss, und zwar sehr heiss. Bereits am Mittwoch reagierten die Veranstalter auf die bevorstehende Mega-Hitze. «Die Wasserversorgung der Stadt Zürich stellt uns 630 zusätzliche Trinkwasserhähne zur Verfügung», sagt Patrick Blaser (45), stellvertretender Ressortleiter Medien des Züri Fäschts, zu Blick. Dies sei spontan beschlossen worden, als klar war, wie heiss es am Wochenende tatsächlich wird. Zudem werde man die Besucher laufend daran erinnern, genügend Wasser zu trinken. «Auf den Screens sowie auf unseren Social-Media-Kanälen werden entsprechende Hinweise verbreitet.»

Gibt es in den Festwirtschaften auch bezahlbares Wasser?

Diese Frage kann erst mit dem Startschuss des Züri Fäschts am Freitag beantwortet werden. Es lässt sich Blaser zufolge noch nicht sagen, wie viel eine Flasche Wasser bei den Festwirtschaften kosten wird. «Wir haben in diesem Jahr auf fixe Preise bei Getränken verzichtet. Sie werden von den Markthändlern gemacht.»

Deshalb komme erst am Freitag aus, wo Wasser wie viel kostet. «Aufgrund der Inflation wäre es für uns fast unmöglich gewesen, einen fairen Preis im Vorfeld festzulegen.» Einzige Vorschrift sei, dass das günstigste Getränk kein alkoholisches sein dürfe.

Auch für allfällige Hitzeschläge und Sonnenstiche sei man gerüstet. Blaser zu Blick: «Bei einem Volksfest im Juli rechnet man bereits im Vorfeld mit hohen Temperaturen. Wir sind deshalb unter anderem mit einem grossen Aufgebot von Schutz und Rettung gut aufgestellt.» Konkret: Schutz und Rettung Zürich bietet über die drei Tage verteilt rund 580 zusätzliche Mitarbeitende auf.

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Worauf dürfen sich die Besucher besonders freuen?

Als Höhepunkte bezeichnet Blaser die EWZ-Drohnenshow und das Feuerwerk, die je dreimal stattfinden. So erhellen die bunten Knallkörper am Freitag und Samstagabend um 22.30 Uhr sowie in der Nacht auf Sonntag um 1 Uhr den Himmel über dem Zürcher Seebecken. Die Drohnenshow dagegen sorge am Freitag und Samstag um Mitternacht und dann zum Abschluss des Volksfests am Sonntagabend um 22.30 Uhr für Unterhaltung. «In diesem Jahr sind doppelt so viele Drohnen im Einsatz wie letztes Jahr», so Patrick Blaser.

Als weitere Highlights nennt der Medienverantwortliche die Eröffnungsfeier am Freitag um 17 Uhr auf der Stadthausanlage. Neben dem Schweizer Sänger Marc Sway (44) werden die Stadtmusik Zürich sowie Schmaz auftreten, der Schwule Männerchor Zürich. Auch Stadtpräsidentin Corine Mauch (63) werde anwesend sein.

Am Blick-Stand am Züri Fäscht: Roman Bundi (42) kreiert exklusive Drinks ohne Alkohol(03:01)

Worauf müssen die Besucher in diesem Jahr verzichten?

Obwohl das Organisationskomitee mit dem Feuerwerk und der Drohnenshow auf viel Altbewährtes setzt, werden nicht alle Traditionen fortgeführt. So findet heuer weder eine Flugshow der Patrouille Suisse statt, noch wird der Sprungturm neben der Quaibrücke aufgestellt. Der 20 Meter hohe Turm wurde in den vergangenen Jahren jeweils für die Darbietungen der Zürcher Wasserspringer aufgestellt und blieb der Öffentlichkeit danach jeweils eine Zeit lang erhalten.

Das Zürcher Stadtparlament hat bereits letzten August Flugshows verboten. Sie würden das Fliegen verherrlichen, so der Tenor der Grünen, von denen der Vorstoss kam. Mit dem Vorfall der Patrouille Suisse von Mitte Juni hat das Ausbleiben der Flugshow demnach nichts zu tun. Dabei haben sich über Baar ZG zwei Patrouille-Suisse-Flieger touchiert.

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Eins ist klar: Die Besucher dürfen sich auf ein Programm freuen, das vielfältiger kaum sein könnte. «Würde man das gesamte Programm ausdrucken, wäre es 45 Seiten lang», so Blaser. Er ist überzeugt: «Das Züri Fäscht wird ein voller Erfolg!»

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