Der Bund hatte 2025 eine Überbrückungshilfe für die klamme Stahlindustrie aufgegleist. Auch Steeltec reichte ein Gesuch ein. Wenn der Kanton sich mit 8,5 Millionen Franken beteiligt, könnte das zum Swiss-Steel-Konzern gehörende Werk rund 17 Millionen Franken erhalten.
Der Regierungsrat lehnte eine solche Hilfe aber aus ordnungspolitischen Gründen ab. Wirtschaftspolitische Massnahmen seien Sache des Bundes, der Kanton beschränke sich auf die Gewährleistung guter Standortbedingungen, erklärte er im August 2025.
Der Kantonsrat sprach sich im September 2025 aber für eine Finanzhilfe zugunsten von Steeltec aus, indem er ein Postulat von Marcel Budmiger (SP) teilweise überwies. Das Parlament forderte aber, dass die finanzielle Unterstützung im Rahmen der kantonalen Standortförderung erfolge. Zu dieser liegt eine Gesetzesvorlage beim Kantonsrat zur Beratung bereit.
Die zuständige Parlamentskommission verlangt vom Regierungsrat deswegen mit einer Motion, dass er ein Dekret ausarbeitet, damit die Hilfe an Steeltec in diesem Sinne geleistet werden könne. Der Regierungsrat stimmt dem Vorstoss zu, wie seiner am Dienstag publizierten Antwort zu entnehmen ist.
Die Kantonsregierung begründete dies damit, dass sich die wirtschaftliche Lage der Steeltec in den letzten Monaten verschärft habe. Zudem habe Swiss Steel «klar zum Ausdruck» gebracht, Steeltec in Emmenbrücke erhalten und weiterentwickeln zu wollen.
Von den Befürwortern einer Finanzspritze wurde auch erklärt, dass Steeltec auf ökologische Art und Weise Stahl produziere und damit auch ein Gewinn für den Klimaschutz sei. Der Regierungsrat bringt nun auch die Bedeutung von Stahl für Rüstungsgüter ins Spiel. Die Stahlindustrie sei für die Schweiz sicherheitsrelevant, erklärte er.