Jugendpolizist Hämmerli von der Kapo Glarus entwickelt App
Jetzt können Jugendliche mit der Polizei chatten

Mit Sorgen und Notfällen müssen Jugendliche im Kanton Glarus nun nicht mehr persönlich aufs Revier: Sie können direkt mit Polizisten chatten.
Publiziert: 27.09.2017 um 21:26 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 18:18 Uhr
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Marco Hämmerli ist Jugendpolizist bei der Kapo Glarus. Er hat die App in seiner Freizeit entwickelt.
Foto: Kapo Glarus
Helena Schmid

Glarner Jugendliche können sich nun per App an die Polizei wenden: Die Jugendpolizei Glarus bietet neu ihre Dienste über die Applikation «Jupo GL» an. Das Ziel: Die Hemmschwelle von Jugendlichen zu senken.

Marco Hämmerli (26), Polizist bei der Kapo Glarus, hat sie entwickelt. «Die Idee ist es, die Jugendlichen über ein Medium zu erreichen, das sie täglich nutzen. Über das Handy können sie auf eine gewohnte Art mit uns Kontakt aufnehmen», sagt Hämmerli zu BLICK.

Mehr Vertrauen über Chat

Mit der Chat-Funktion haben Jugendliche unter 18 Jahren im Kanton Glarus die Möglichkeit, mit Polizisten zu chatten – egal zu welcher Tageszeit. «Die meisten Jugendlichen chatten täglich und überall. Das sehe ich als enormen Vorteil: Sie können mittels einem für sie vertrauten Medium über heikle Themen kommunizieren, die sie gegenüber einem Polizisten nie direkt ansprechen würden», erklärt Hämmerli.

Vor allem bei intimen Themen wie Sexting hätten Jugendliche schnell Schamgefühle: «Über den Chat ist diese Scham sicher kleiner, da sich die Betroffenen hinter einem Bildschirm verstecken können.» Dadurch ergebe sich eine gewisse Offenheit.

Chat-Freund und Ratgeber

Zudem könne man über den Chat anonym bleiben. Die Telefonnummer werde zwar gespeichert, aber eher, um die Chats vor Missbrauch zu schützen. «Wer nicht nach Rat sucht, kann über den Chat auch direkt Vorfälle melden. Wir entscheiden dann, wie wir weiter vorgehen sollen.»

Neben der Chat-Funktion bietet die Jupo-App auch einen Ratgeber zu Themen wie Mobbing, Sexting oder Drogen. «Der Ratgeber kann im Gegensatz zum Chat auch von Erwachsenen benutzt werden – von besorgten Eltern zum Beispiel», so Hämmerli. 

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