Jamaikaner Wayne Gwerder (32) mit eigenen Caps
«Dr Einzig» im Muotatal macht jetzt Mode

Wayne Gwerder (32), auch «Dr Einzig» genannt, kennt man im Muotatal. Mit sechs Jahren kam er als erster Dunkelhäutiger ins urchige Schwyzer Tal. Heute ist er bestens integriert und bringt seine eigenen Caps auf den Markt. Damit will er Tradition und Moderne verbinden und seine Liebe zur Heimat zeigen.
Publiziert: 29.06.2017 um 21:48 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 02:00 Uhr
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«Dr Einzig», Wayne Gwerder (32), laciert seine eigenen Caps.
Foto: zvg

Die Caps sind einzigartig: Das traditionelle Edelweissmuster, die Muotataler Berge, eine schwarzafrikanische Maske und der Schriftzug «Dr Einzig» machen sie aussergewöhnlich. Der Initiator: Jamaikaner Wayne Gwerder (32). «Ich bin stolz aufs Muotatal, ich bin stolz auf meine Heimat», sagt er. Und genau das will er mit seinen Snapback-Caps zeigen.

Zurzeit läuft das Crowdfunding auf der Plattform «wemakeit». Geplant ist zunächst die Produktion von 200 Caps, hat «Dr Einzig» Erfolg, wird es bald auch T-Shirts von ihm zu kaufen geben.

Zuerst wars schwierig

Heute fühlt er sich in Muotathal SZ völlig akzeptiert. Das war nicht immer so. Mit sechs Jahren kam Gwerder zusammen mit seiner Mutter in die Schweiz. Sie hatte sich in einen Schweizer verliebt, der regelmässig in Jamaika Ferien machte. Kurzerhand liess sie alles hinter sich, packte ihre Taschen und nahm den Sohn aus einer früheren Beziehung mit. 

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Am Anfang sei es in der Schweiz nicht leicht gewesen, sagt Gwerder. Vor allem in Muotathal, das zu den urchigsten Gemeinden der Schweiz gehört und hauptsächlich für seinen Käse, Ländlermusik und Älplerfeste bekannt ist. Schräge Blicke und abfällige Bemerkungen seien «normal» gewesen.

Seinen Spitznamen «Dr Einzig» hatten Gwerders Kollegen ihm in einem Handballtraining gegeben. «Jeder hatte einen Übernamen, also haben wir auch für mich einen gesucht.», erinnert er sich im Video. Und als einziger Dunkelhäutiger im Dorf war dieser schnell gefunden.

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Mit 20 Jahren verliess Gwerder das Muotatal, ging für zwei Jahre nach Zürich. Doch schon bald zog es ihn wieder zurück. «Die Anonymität in Zürich war mir zu ungewohnt, zu unfamiliär. Als ich dann heimkam, fühlte ich mich endlich richtig wohl und akzeptiert.»

Tradition und Moderne vereinen

So akzeptiert, dass er seine Verbundenheit zur Region mit seinen Caps zeigen will. Die Grundidee: Tradition und Moderne verbinden. Die Caps sind ein Eyecatcher. «Ich wollte schon immer ein eigenes Cap haben, und bin so stolz, dieses nun auf meinem Kopf zu tragen.» Er wolle den Leuten so Mut machen. «Man kann auch dazugehören, wenn man anders ist», schreibt Gwerder in seiner Medienmitteilung. (stj)

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