Mehrere Polizisten betreten Inferno-Bar
Wie ein Video auf Blue News zeigt, haben soeben etwa 20 Polizisten die Bar Le Constellation betreten. Die Hintergründe sind unklar – zu sehen ist, wie mehrere Kisten in das abgebrannte Lokal getragen werden. Was sich darin befindet, ist nicht bekannt.
Inferno-Bar-Betreiber erscheinen zu Anhörung
Acht Tage nach der tödlichen Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation erscheint das Betreiber-Ehepaar Moretti zu einer Anhörung bei der Staatsanwaltschaft in Sitten VS. In grosser Anzahl ist auch die nationale und internationale Presse vor Ort.
Gemeinde und Inferno-Paar haben Haftpflicht am gleichen Ort
Wer muss die Kosten für den durch das Bar-Inferno in Crans-Montana übernehmen? Diese Frage wird aktuell heiss diskutiert. «Wie wir nach Rücksprache mit der Gemeinde Crans-Montana bekannt geben, ist die AXA Schweiz die Gemeindehaftpflichtversicherung von Crans-Montana und die Betriebshaftpflichtversicherung der Bar Le Constellation», teilt der Versicherer nun mit. Beide hätten «branchenübliche Standardprodukte mit einer limitierten Deckungssumme» abgeschlossen.
Die AXA macht klar, dass sie ihren «Verpflichtungen als Versicherung vollumfänglich» nachkommen will. «Fest steht zudem, dass die Versicherungssummen der Gemeinde und der Bar im Fall einer Haftung bei weitem nicht ausreichen, um für alle finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen.» Wer für den entstandenen haftet, muss die laufende Untersuchung klären.
Die Versicherung bringt zudem einen runden Tisch ins Spiel, an dem «idealerweise unter der Leitung des Bundes» sämtliche involvierte Parteien und Versicherer «unbürokratische und langfristig tragfähige Lösungen definieren, um für die finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen»
Auf Nachfrage von Blick teilt die AXA mit: «Erste Schadenmeldungen sind bei uns eingegangen. Zu Details äussern wir uns aus Datenschutzgründen nicht. »
Jetzt eröffnet auch Italien ein Verfahren
Laut mehreren übereinstimmenden Berichten italienischer Nachrichtenagenturen hat nun auch die Staatsanwaltschaft in der italienischen Hauptstadt Rom eine Untersuchung wegen Brandstiftung und fahrlässiger Tötung eröffnet. Unter den 40 Todesopfern des Bar-Infernos waren insgesamt sechs italienische Staatsangehörige.
Die Römer Staatsanwälte kümmern sich im Allgemeinen auch um Fälle, die Italiener im Ausland betreffen. Laut der Agentur Ansa hatte das italienische Aussenministerium unter Leitung von Aussenminister Antonio Tajani (72) dem Berufungsgericht in Rom eine Mitteilung über die Ereignisse der Silvesternacht übermittelt. Zuvor hatten bereits Staatsanwaltschaften in den Ländern Belgien und Frankreich ein Verfahren eröffnet.
Betreiberpaar soll am Freitag verhört werden
An dem Tag, an dem die ganze Schweiz für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana trauert, soll das Betreiberpaar Moretti zum ersten Mal vernommen werden. Der Termin am Freitag soll um acht Uhr morgens stattfinden, berichtet «Le Matin» unter Berufung auf eine anonyme Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.
«Wir hoffen auf ein heilsames Erwachen in Bezug auf die Ermittlungen nach dieser Anhörung am Freitag», erklärte Opferanwalt Sébastien Fanti, der vier Familien von Verletzten vertritt. Romain Jordan, der ebenfalls vier Familien vertritt, ergänzt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Meine Mandanten sind erleichtert, dass sie endlich ins Verfahren einbezogen werden.»
Diese Anhörungen dürften sich laut einer anderen Quelle, die mit dem Fall vertraut ist, auch auf die persönliche Situation des Paares beziehen. «Die persönliche Situation der Angeklagten, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht, zu ermitteln, ist von entscheidender Bedeutung», sagt Jordan.
Ermittelt wird gegen Jacques und Jessica Moretti wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässigen Entfachens einer Feuersbrunst.
Wegen Tod von Schülerin: Auch Belgien leitet Verfahren ein
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS hat die Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Wallonisch-Brabant ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel sei es, Kontakte zwischen den Familien der Opfer mit Wohnsitz in Wallonisch-Brabant und den Schweizer Behörden zu erleichtern.
Eine Schülerin der sechsten Klasse einer Schule in Rixensart war bei dem Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht ums Leben gekommen, wie die Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz der Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag weiter mitteilte.
Am Montag hatte bereits die Pariser Staatsanwaltschaft eine Untersuchung der Brandkatastrophe von Crans-Montana eingeleitet. Auch sie will die französischen Familien bei den von den Schweizer Behörden durchgeführten Ermittlungen begleiten. Das Aussenministerium in Paris hatte neun tote Franzosen bestätigt, darunter mehrere Minderjährige und 23 Verletzte.
«Anschein der Befangenheit vermeiden»: Walliser Justizratspräsident tritt in Ausstand
Nach der Tragödie von Crans-Montana tritt Basile Couchepin, Präsident des Walliser Justizrats, im Zusammenhang mit dem Fall in den Ausstand. Dies erklärte er auf Anfrage des «Tages-Anzeigers».
Seit dem vergangenen Sommer steht Couchepin dem Walliser Justizrat vor, der die Aufsicht über die kantonalen Gerichte und die Staatsanwaltschaft ausübt.
Hintergrund: Ein Walliser Polizist übermittelte Betroffenen des Brandes von Crans-Montana laut dem «Tages-Anzeiger» eine Liste mit drei Anwälten, die zur Weiterverfolgung und Koordination von Klagen dienen sollte. Die Liste stammte von der Staatsanwaltschaft, wodurch der Eindruck entstehen konnte, sie wolle Einfluss auf die Wahl der Opferanwälte nehmen, berichtet die Zeitung. Generalstaatsanwältin Pilloud habe die Liste mittlerweile zurückgezogen und den Versand als Fehler bezeichnet.
Auf der Liste befand sich auch der Name von Basile Couchepin. «Ich wurde niemals informiert», sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Nun ziehe er für sich selbst Konsequenzen. «Ich glaube, dass man in solchen Momenten Grösse zeigen muss. Und mein Ziel als Präsident des Justizrats ist offensichtlich, das reibungslose Funktionieren der Institution zu garantieren. Unter diesen Umständen und um jeden Anschein von Befangenheit zu vermeiden, habe ich entschieden, in den Ausstand zu treten bei allfälligen Fragen, welche die Führung dieses Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft betreffen.»
Kanton Waadt verbietet Pyrotechnik in Bars und Restaurants
Als erster Kanton hat Waadt am Donnerstag Pyrotechnik in Bars und Restaurants verboten. Dies teilte die Regierung in einer Medienmitteilung mit.
Es handelt sich um Sofortmassnahmen, die rund 4000 Gastronomie- und Unterhaltungsbetriebe betreffen werden. Der Staatsrat will nun «die Verwendung aller pyrotechnischen Geräte innerhalb von Betrieben verbieten», die dem Gesetz über Gasthäuser und Schankstätten (LADB) unterliegen, also konkret einen Grossteil der öffentlichen Einrichtungen.
Zudem sollen Kontrollen flächendeckend verschärft werden.
Davos: Strenger Brandschutz am diesjährigen WEF
Ende Januar findet in Davos GR wieder das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana setzt die Gemeinde nun auf strenge Massnahmen zur Brandprävention.
Die lokalen Behörden haben 164 Gesuche für temporäre Bauten, Umnutzungen und Reklamen bearbeitet. Dies teilte der Davoser Gemeindepräsident Philipp Wilhelm (SP) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Bevor Bewilligungen durch die Gemeinde erteilt werden können, überprüft die kantonale Gebäudeversicherung sämtliche Bauprojekte. Sie ist in Davos für die feuerpolizeilichen Bewilligungen und die periodischen Brandschutzkontrollen zuständig. Aus dem Umfeld der Gesuchsteller wird für jedes Baugesuch eine Person bestimmt, welche vor Ort für die Umsetzung der Brandschutzauflagen verantwortlich ist.
Diese strikten Massnahmen bei der Brandbekämpfung gelten nicht erst seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana, erklärte Wilhelm weiter.
Während des WEF vom 19. bis 23. Januar ist die Feuerwehr von Davos in erhöhter Alarmbereitschaft. Tagsüber stehen Angehörige der Feuerwehr beim Depot Davos Platz und Davos Dorf in permanenter Einsatzbereitschaft, schrieb die Gemeinde am Donnerstag in einer Mitteilung. Zusätzlich richtet die Feuerwehr einen Stützpunkt direkt beim Kongresszentrum ein.
Die Gemeinde Davos empfiehlt auch allen Hotel-, Gastronomie- und Barbetrieben, Vorbereitungsmassnahmen zu treffen. Gemäss Mitteilung der Gemeinde müssen nun auch temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Brandschutzmassnahmen informiert und geschult werden.
Zürcher Spitäler erhalten Haut aus Holland
Die internationale Solidarität nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana berührt. Spitäler in ganz Europa arbeiten zusammen, um den Verletzten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Aus den Niederlanden haben Zürcher Spitäler nun 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für die Brandopfer erhalten. Das gab die holländische Gewebebank auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekannt.
Die Haut von toten Spendern sei in drei Lieferungen per Kurier zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden, so die Gewebebank «ETB-BISLIFE».
Das Universitätsspital Zürich bestätigte auf Anfrage, Spenderhaut aus den Niederlanden erhalten zu haben. «Glücklicherweise zeigten sich die Schweizer Zollbehörden sehr kooperativ», sagte ein Sprecher der Gewebebank in Haarlem-
Spenderhaut wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, bis eine dauerhafte Deckung – meist mit körpereigener Haut – möglich ist. Vollhautspenden von Verstorbenen, die in die Gewebespende eingewilligt haben, werden, laut Kenntnissen der Organspendestiftung Swisstransplant in der Schweiz, nicht durchgeführt, wie deren Direktor Franz Immer zu Keystone-SDA sagte.
Falls du das Unglück in Crans-Montana mitbekommen haben solltest oder noch vor Ort bist, melde dich gerne bei uns unter der Telefonnummer 044 259 8989, via E-Mail redaktion@blick.ch oder Whatsapp 079 813 8041.