Kurioser Vorfall in Gondo VS
Zwei Frauen fliegen mit Zwergspitz-Schmuggel auf

Am Grenzübergang Gondo stoppt der Zoll fünf Zwergspitz-Welpen mit gefälschten Pässen. Sie stammen aus Serbien, nicht Griechenland. Die Schmugglerinnen wurden angezeigt, die Hunde in Quarantäne gebracht. Weitere Funde zeigen: Schmuggel an der Grenze ist kein Einzelfall.
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Sicherstellung illegal eingeführter Tiere: Kontrolle durch den Zoll
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Fünf Zwergspitz-Welpen mit gefälschten Tierpässen am Grenzübergang Gondo erwischt.
  • Welpen in Quarantäne, Schmugglerinnen angezeigt, bis zu 40’000 Franken Busse drohen.
  • Frauen sind im illegalen Hundeschmuggel überdurchschnittlich häufig beteiligt.
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Gina Grace Zurbrügg
Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Sie sind klein, flauschig und illegal unterwegs. Am Grenzübergang Gondo im Wallis hat der Zoll fünf Zwergspitz-Welpen mit gefälschten Tierpässen gestoppt. Zwei der Hunde waren für neue Besitzer im Wallis bestimmt, drei sollten in den Kanton Waadt gebracht werden. Doch was war geschehen?

Im September 2025 erschienen eine Schweizerin (26) und eine Serbin (48) am Zoll und meldeten die Einfuhr der Tiere an. Sie legten die Tierpässe sowie angebliche Kaufverträge aus Griechenland vor. Doch den Zöllnern kam die Geschichte schnell seltsam vor.

Quarantäne für alle Hunde

Bei einer genaueren Kontrolle erhärtete sich der erste Verdacht. Die Dokumente waren manipuliert, insbesondere die Angaben zur Tollwut-Impfung. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hervor. Demnach gaben die beiden Frauen zu, dass die Welpen nicht aus Griechenland, sondern aus Serbien stammten. Eine zuständige europäische Behörde bestätigte später den Betrug mit den Papieren.

Der Fall wurde an die kantonalen Veterinärämter weitergeleitet. Der Entscheid: Alle fünf Hunde mussten für 120 Tage in Quarantäne. Diese Zeit ist inzwischen abgelaufen.

Für die mutmasslichen Schmugglerinnen wird es nun ernst. Neben Tierarzt und Verwaltungskosten läuft ein Strafverfahren. Im schlimmsten Fall droht den Frauen eine Busse von bis zu 40’000 Franken.

Frauen überdurchschnittlich häufig beteiligt

Auffällig ist, dass im illegalen Hundeschmuggel überdurchschnittlich häufig Frauen beteiligt sind – der Fall von Gondo reiht sich damit in ein bekanntes Muster ein. Zoll- und Veterinärbehörden berichteten in den letzten Jahren wiederholt von Fällen, in denen Frauen als Transporteurinnen oder Vermittlerinnen auftraten.

So deckte die Zollfahndung Schaffhausen 2016 den Schmuggel von insgesamt 51 Welpen auf, der einer einzelnen Frau zugeordnet werden konnte. Ein besonders grosser Fall ereignete sich im St. Galler Rheintal: Eine ungarische Frau schmuggelte 2012 über 130 Chihuahua-Welpen illegal ins Land. Sie brachte die Tiere oft über unbewachte Grenzübergänge ins Land und verkaufte sie weiter, ohne dass die Welpen geimpft oder tierärztlich untersucht worden waren. Die Behörden stellten die Tiere sicher, doch der Fall machte deutlich, wie weit verbreitet der Schmuggel von Hunden aus Osteuropa ist. Matthias Diener, Amtstierarzt vergleicht Hundehändler mit Drogendealern. «In einem Land im Osten kostet so eine Welpe zwischen 30 und 100 Euro. Hier in der Schweiz sind es schnell einmal zwischen 1200 und 1800 Franken».

Ein weiterer Fall ereignete sich 2019 im Kanton Zürich: Zwei Frauen wurden festgenommen, nachdem sie 24 Welpen aus Osteuropa ins Land gebracht hatten. Die Tiere waren in engen Transportboxen untergebracht und wiesen zum Teil ernsthafte gesundheitliche Probleme auf. Die Frauen gaben an, die Hunde über Online-Plattformen weiterverkaufen zu wollen.


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