Betrunken ins Auto gestiegen: Schweizer schleift peruanische Freundin mit Auto mit(00:40)

Freundin in Peru zu Tode geschleift
Schweizer Killer lebt am Genfersee – trotz Knast-Urteil

Im peruanischen Paracas hat ein Schweizer seine Freundin mit seinem Auto getötet. Er wurde für die Tat verurteilt und müsste in Peru im Gefängnis sitzen. Jetzt kommt heraus: Statt im Knast lebt der Waadtländer am Genfersee.
Publiziert: 16.10.2023 um 17:46 Uhr
|
Aktualisiert: 17.10.2023 um 07:45 Uhr
1/10
Der Schweizer Bastien G. und seine Freundin Ariana F. zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter.

Es ist der 21. Juli 2019 als Bastien G.* (heute 30) mit seinem Surfbrett im Arm aus dem Yakumama Hostel in Paracas im Stadtteil El Chaco stürmt. Der Schweiz-Peruaner hat an diesem Abend Alkohol getrunken. Trotzdem läuft er entschlossen auf seinen schwarzen Toyota zu, verstaut das Surfbrett im Kofferraum und setzt sich ans Steuer. Der Motor heult auf, als seine Freundin Ariana F.* (†33) ans Auto herantritt. Sie will ihren Partner davon abhalten, betrunken mit dem Auto davonzufahren – vergeblich. Es kommt zur Tragödie.

Ariana klammert sich an der Fahrertür fest, während Bastien G. Gas gibt. Der Wagen rammt die Frau, dann wird sie mehrere Meter mitgeschleift. Sie verliert schliesslich das Gleichgewicht, knallt mit dem Kopf auf die Trottoirkante. 

G. erkennt seinen Fehler, steigt aus und holt Hilfe. Ariana F. wird in ein Spital eingeliefert, wo sie wenig später ihren Verletzungen erliegt.

Internationaler Haftbefehl ausgestellt

Das Drama hat für Bastien G. Folgen. Im März 2023 wurde er in Peru für schuldig befunden, seine Freundin getötet zu haben und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Die Recherchen der Zeitung zeigen aber auch: Der Verurteilte lebt weiterhin in Freiheit – und zwar in der Schweiz.

G. hat sich demnach am 3. Juli 2023 in der Schweiz angemeldet und wohnt in der Nähe von Morges VD am Genfersee. Dass er jemals in einer peruanischen Haftanstalt landen wird, erscheint unwahrscheinlich. Die peruanische Regierung hat nach eigenen Angaben einen internationalen Haftbefehl ausgestellt. Die Schweiz behält sich jedoch vor, die Auslieferung ihrer Staatsangehörigen zu verweigern.

Der Anwalt von Bastien G., José Ugaz, spricht im «Tages-Anzeiger» von einem «tödlichen Unfall, der durch die Handlungen der Verstorbenen verursacht wurde, weil sie sich an ein fahrendes Auto klammerte und es hätte loslassen können, um nicht zu stürzen». Er fordert daher einen Widerruf des Urteils und einen Freispruch seines Mandanten. Die Angehörigen von Ariana F. wollen Bastien G. weiter hinter Gittern sehen: «Wir wollen Gerechtigkeit». (nad)

Werbung

* Namen geändert 

Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare