In Genf ermordete Wissenschaftlerin Valentina T. (†29)
«Sie stand kurz vor dem Abschluss ihres Doktorats»

Ein Unbekannter hat in Genf die Italienerin Valentina T. (†29) mit einer Eisenstange getötet. In der italienischen Heimat der Wissenschaftlerin sitzt der Schock tief.
Publiziert: 13.04.2016 um 21:03 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 15:50 Uhr
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Valentina T. (rechts) und ihre Schwester Silvia.
Foto: Facebook

Wenige Meter vor ihrer Haustür schlug er zu. In der Nacht auf gestern griff ein etwa 1,90 Meter grosser, 20 bis 30 Jahre alter Mann afrikanischer Herkunft Valentina T.* (†29) mit einer Eisenstange an. Gut möglich, dass sich Täter und Opfer kannten. Die Wissenschaftlerin stürzte zu Boden, blieb bewusstlos und schwer verletzt liegen und starb wenig später im Spital.

Valentina kommt aus der italienischen Ortschaft La Loggia bei Turin. Freunde und Bekannte erfuhren gestern vom Tod ihrer «Valy». Der Schock sitzt tief. Auf der italiensichen Nachrichtenseite «lastampa.it» heisst es: «Sie war immer fröhlich, mit ihren schönen gelockten Haaren und ihrer Lebenslust.»

«An Ostern haben wir sie noch gesehen»

«Wir können es kaum glauben, an Ostern haben wir sie noch gesehen ... Genf hat ihr gut gefallen, immerhin war sie schon seit mehr als zwei Jahren dort», sagt ihre Schwester Silvia.

Ein ehemaliger Professor der Molekular-Biologin, Franco Merletti, erinnert sich: «Sie war eine ausgezeichnete und fleissige Studentin. Wegen ihres Talents haben wir zusammen die verschiedenen Möglichkeiten für ihr Doktorat angeschaut und ihr vorgeschlagen, an das Forschungszentrum in Genf zu gehen.» Das sei eine erstklassige Gelegenheit gewesen, das Beste für ihre Studien herauszuholen.

Ansteckender Enthusiasmus

Laura De Marco war Koordinatorin im Labor der Uni Turin, wo Valentina zuvor studiert hatte. «Sie hatte einen ansteckenden Enthusiasmus und war immer positiv», sagt De Marco. In den Jahren in Genf sei Valentina T. deutlich gewachsen. Trotz des Wechsels ihres Wohnorts sei man in Kontakt geblieben. «Sie kam uns auch im Labor besuchen, schickte uns ermutigende Mails und hielt uns über den Stand ihrer Forschung auf dem Laufenden.»

Wahrscheinlich wäre Valentina schon bald nach Italien zurückgekehrt: «Sie stand wenige Monate vor dem Abschluss ihres Doktorats», sagt De Marco. (noo)

*Name der Redaktion bekannt

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