Unterwegs mit dem neuen Patrouillenboot P16
Schweizer Armee rüstet zu Wasser auf

Alarm unter dem Tarnnetz: Ein unbekanntes Boot nähert sich dem Versteck der Schweizer Armee. Die Motorbootsoldaten geben Vollgas und klären die Lage. Erleben Sie den Einsatz mit dem 360-Grad-Video von BLICK hautnah.
Publiziert: 02.11.2019 um 23:27 Uhr
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Aktualisiert: 05.11.2019 um 10:58 Uhr
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Das neue Patrouillenboot der Schweizer Armee hat seinen ersten Einsatz auf dem Vierwaldstättersee erlebt.
Dominik Baumann (Video und Bilder) Guido Felder (Text)

Die Schweizer Armee will nicht nur mit neuen Jets die Abwehr in der Luft verstärken, sondern rüstet auch zu Wasser auf. In diesen Tagen haben die Bootsschützen der Rekrutenschule auf dem Vierwaldstättersee die erste Ausbildung mit den neuen Patrouillenbooten P 16 abgeschlossen.

Fazit: Das in Finnland entworfene Boot hat die Feuertaufe bestanden. Major Joël Mattle (38) vom Lehrverband Genie/Rettung/ABC: «Unsere Soldaten sind mit dem Fahrverhalten und dem Handling sehr zufrieden.» Zwar habe es auch kleine Kinderkrankheiten gegeben, die ausgemerzt werden mussten und konnten. «Wo viel Elektronik drin ist, kann es zu Störungen kommen», sagt Mattle nur.

Boote in Luzern gebaut

Waren im Vorgängerboot P 80 Ausrüstungsteile wie Maschinengewehr und Wärmebildkamera separat mitzuführen, sind sie nun im Boot integriert. Das bedeutet, dass alles von der geschützten Kabine aus gesteuert werden kann. Mattle: «Das P 16 verfügt zwar nicht über viele neue Funktionen, aber es ist topmodern.»

Im Gegensatz zum Kampfjet war die 49 Millionen Franken teure Beschaffung von 14 neuen Booten klare Sache. Nur der Hersteller hatte anfänglich zu reden gegeben: Weil in der Schweiz keine Werft ein Modell für Testfahrten zur Verfügung stellen konnte, wurde der Auftrag an die finnische Marine Alutech Oy Ab vergeben – allerdings mit der Auflage, dass ein Teil der Boote in der Schweiz gebaut werden könne.

So werden sechs Stück in Finnland montiert und in der Schweiz fertig ausgerüstet. Acht Boote baut die Shiptec AG in Luzern auf Basis einer gelieferten Schale zusammen.

In einem Jahr alle im Einsatz

Inzwischen hat die Motorbootkompanie 10 sechs der 13,5 Meter langen und 65 km/h schnellen Boote mit zwei je 400 PS starken Motoren in Betrieb genommen. Bis November 2020 sollen alle 14 Stück fertig erstellt sein. Ab dann können die alten Boote, die fast 40 Jahre lang im Einsatz standen, verschrottet werden.

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Ihren Heimathafen haben sämtliche Boote beim Zeughaus in Brugg AG. Von da aus werden sie auf der Strasse zum Einsatzort transportiert. So finden turnusmässig auf dem Bodensee, den Tessiner Seen und dem Genfersee Wiederholungskurse statt. Auf dem Neuenburgersee üben Jet-Piloten mit Booten die Wasserrettung, und auf dem Vierwaldstättersee werden Rekruten geschult.

Immer wieder Ernstfall

Die Schweizer Marine wird in den Bereichen Überwachung, Nachrichtenbeschaffung, Patrouillentätigkeit und Personenrettung eingesetzt, natürlich sollte sie auch feindliche Angriffe auf dem Wasserweg abwehren. Sie kam in den vergangenen Jahren immer wieder bei grossen Anlässen zum Einsatz, so etwa beim G-7-Gipfel in Evian (F) und beim Frankofoniegipfel in Montreux VD.

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