Nahe dieser Brücke wurde Moritz G.* (†41) gefunden
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Blick ist vor Ort:Nahe dieser Brücke wurde Moritz G.* (†41) gefunden

Leiche von Moritz G.* (†41) am Rheinufer gefunden – auch drei Familienmitglieder tot
Mysteriöse Umstände – warum musste diese Familie sterben?

An Heiligabend ist am Rheinufer in Sevelen SG ein toter Mann gefunden worden. Dabei handelt es sich um Moritz G.* (†41), der bis vor kurzem bei der Gemeinde Triesen angestellt war. Die Polizei fand etwas später seine Familie leblos in einer Vaduzer Wohnung.
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Am Morgen des Heiligabends ist Moritz G. leblos am Rheinufer in der Nähe der Alten Rheinbrücke bei Sevelen SG gefunden worden.
Foto: Qendresa Llugiqi

Darum gehts

  • An Heiligabend ist am Rheinufer eine leblose Person entdeckt worden
  • Es handelt sich um Moritz G.*, einen Liechtensteiner Gemeindemitarbeiter
  • In Vaduz findet die Polizei drei weitere tote Familienmitglieder
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Nichts erinnert an das tragische Ende: Es ist ein frostiger Stephanstag im liechtensteinischen Vaduz. Blick ist dort am Freitagmorgen auf den Spuren von Moritz G.* (†41) und seiner Familie. Vor Ort zeigt sich: Weder an seinem Fundort nahe der Alten Rheinbrücke noch am Wohnort der Eltern in einem kleineren Wohnblock finden sich Anzeichen für das Drama – kein Blumenmeer, keine Kerzen.

Moritz G. ist am Morgen des Heiligabends am Ufer des Rheins – nördlich der Alten Rheinbrücke – bei Sevelen SG tot aufgefunden worden, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. Wenige Stunden später entdeckte die Landespolizei Liechtenstein in einer Wohnung in Vaduz drei weitere Leichen – seine Familie. Es soll sich um den Vater (†73), die Mutter (†68) sowie die Schwester (†45) von Moritz G. handeln.

Sevelen befindet sich in der Nähe der Landesgrenze zu Liechtenstein. Der Fundort von Moritz G. und dem Wohnhaus seiner Eltern sind gerade einmal 1,5 Kilometer mit dem Auto entfernt.

Die Todesumstände sind mysteriös. Für alle vier Personen wurden Obduktionen angeordnet. Auch eine Auswertung der gesicherten physischen als auch digitalen Spuren wurde eingeleitet.

Geld abgezwackt?

Moritz G. arbeitete in einer leitenden Position bei der Gemeinde Triesen, wie die Liechtensteiner Landespolizei am Weihnachtstag in einer Medienmitteilung schrieb. Doch vergangene Woche wurde er gemäss der Polizei suspendiert. Der Grund: Unregelmässigkeiten in der Gemeindekasse Triesen. Auf Social Media wird jetzt darüber spekuliert, wie das abgezwackte Geld mit dem tragischen Tod der vier Familienmitglieder zusammenhängt.

Gemäss Blick-Recherchen war G. seit sechs Jahren bei der Gemeinde Triesen angestellt, wurde gar Anfang 2024 befördert – und erhielt dadurch mehr Einfluss und Spielraum in Bezug auf die Finanzen der 5000-Seelen-Gemeinde.

71'000 Fehlen in der Kasse

Am 19. Dezember teilte Gemeindevorsteherin Daniela Erne-Beck auf der Webseite der Gemeinde mit: «Im Zuge einer routinemässigen Kontrolle der Finanzkassa der Gemeinde Triesen musste eine Unregelmässigkeit festgestellt werden. Im laufenden Kalenderjahr wurde intern eine Fehldeckung in der Höhe von rund 71'000 Franken eruiert.»

Die Gemeindevorsteherin hat sofort eine Aufklärung eingeleitet und von Amtes wegen die Staatsanwaltschaft sowie die Kriminalpolizei für Ermittlungen beigezogen. «Im Zuge der ersten Ermittlungsergebnisse wurde ein Mitarbeiter mit Leitungsfunktion bereits am Donnerstag per sofort einstweilig von seinen Aufgaben entbunden und bis auf Weiteres suspendiert», so Erne-Beck. Sie betont dort aber: «Es ist festzuhalten, dass für den einstweilig suspendierten Mitarbeiter die Unschuldsvermutung gilt.»

Hubert Büchel, Innenminister Liechtensteins, erklärte gegenüber des Ostschweizer Regionalfernsehsenders TVO: «Mit Bestürzung hat die Regierung vom Auffinden mehrere toter Personen in Vaduz erfahren. Die Kriminalpolizei sowie alle involvierten Behörden führen die Ermittlungen rund um die Uhr mit aller Kraft weiter.»

* Name geändert

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