Darum gehts
- Die Mitte Tessin nimmt nicht mehr an italienischen TV-Sendungen teil
- Partei kritisiert Instrumentalisierung von Opferleid und Anstacheln gegen die Schweiz
- Mehrere Anfragen italienischer Sender seit Wochen, Teilnahme abgelehnt
Die Tessiner Sektion der Partei Die Mitte hat entschieden, nicht mehr an italienischen Fernsehsendungen über die Tragödie in Crans-Montana VS teilzunehmen. Auf Facebook erklärte die Partei, dass sie die Instrumentalisierung des Leids der Opfer und ihrer Familien in vielen Programmen der Nachbarländer ablehne.
In den vergangenen Wochen seien mehrere Parteimitglieder von italienischen Sendern kontaktiert worden, um über das Unglück zu sprechen. Die Mitte betont zwar die wichtige Rolle der Medien in einer demokratischen Gesellschaft. Die aktuelle Berichterstattung in Italien sei aber gezielte Stimmungsmache gegen die Schweiz. Man wolle nicht Teil einer Darstellung werden, die Hass und Schuldzuweisungen schürt.
«Ungerechtfertigter Hass gegen die Schweiz»
Die Partei schreibt: «Die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass einige italienische Sendungen vor allem darauf abzielen, auf unverantwortliche Weise ungerechtfertigten Hass gegen die Schweiz als Land zu schüren und dabei zudem die Trauer der Opfer und ihrer Familien auf unanständige Weise zu instrumentalisieren.»
In diesem Sinn betonte die Partei, sie halte es für ihre Pflicht, sich dieser Art der Berichterstattung nicht anzuschliessen, die offene Wunden verschlimmere und ungerechtfertigte Feindseligkeiten zwischen der Schweiz und Italien schüre. Deswegen werde kein Politiker von Die Mitte an italienischen Fernsehsendungen über die Tragödie von Crans-Montana teilnehmen.