Super-Recognizer
Berner Polizei will auf Menschen statt Software setzen

Die Kantonspolizei Bern bildet ihre Mitarbeitenden zu sogenannten Super-Recognizern aus. Diese Menschen können Gesichter zuverlässiger als eine Software wiederzukennen.
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Die Kantonspolizei Bern startet die Pilotphase des Projekts zur Ausbildung von sogenannten Super-Recognizern.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kantonspolizei Bern testet Super-Recognizer in einjährigem Pilotprojekt
  • Menschen erkennen Gesichter oft besser als Gesichtserkennungssoftware
  • Pilotprojekte in St. Gallen und Winterthur zeigen hohe Treffsicherheit
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Die Kantonspolizei Bern startet die Pilotphase des Projekts zur Ausbildung von sogenannten Super-Recognizern. Diese Menschen besitzen die überdurchschnittlichen Fähigkeiten, Gesichter wiederzuerkennen – teils zuverlässiger als eine Software.

Alle Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern waren im vergangenen November über das Projekt informiert worden und hatten die Möglichkeit, sich für Tests zur Auswahl potenzieller Super-Recognizer anzumelden. Dieses Verfahren fand im Januar und Februar statt.

Sobald die Testergebnisse vorlägen, starte der rund einjährige Pilotbetrieb, schrieb der Regierungsrat in einer kürzlich veröffentlichten Antwort auf eine Motion. Dabei sollen die Einsatzmöglichkeiten der Gesichtserkenner praktisch erprobt werden.

Forschung stützt Projekt

Die Polizei möchte die Fähigkeiten dieser Gesichtserkenner «effizient und gezielt» einsetzen – beispielsweise bei Fahndungseinsätzen, bei Bildfahndungen oder kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Super-Recognizer sollen Ermittlungshinweise liefern, ihre Tätigkeit unterscheide sich jedoch von der formellen Identifikation.

Die Forschung zeigt, dass es Menschen gibt, die mit sehr wenigen, manchmal sogar qualitativ schlechten Bildern entscheidende Hinweise geben können. In manchen Fällen erzielen Menschen mit einem besonders guten Gesichtsgedächtnis bessere Ergebnisse als die Algorithmen von Gesichtserkennungssoftware.

Diese besonderen Fähigkeiten seien insbesondere dort gefragt, wo technische Systeme an ihre Grenzen stossen und die menschliche Wahrnehmung einen entscheidenden Unterschied machen könne, heisst es in der Motion.

Erfahrungen in St. Gallen und Winterthur

Die Erfahrungen der Kantonspolizei St. Gallen in diesem Bereich seien positiv, schreibt die Berner Regierung weiter. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Übereinstimmung zwischen mehreren Super-Recognizern, schreiben die Motionäre. Zudem sei die Fehlerrate «äusserst niedrig».

Während des Pilotprojekts in St. Gallen bestand die Arbeit hauptsächlich darin, Bilder, insbesondere Überwachungsvideos, anzusehen. Die Super-Gesichtsleser verglichen Aufzeichnungen von Raubüberfällen, um festzustellen, ob es sich um dieselben Täter handelte.

Die Stadt Winterthur setzte als erstes Polizeikorps in der Schweiz gezielt auf diese besondere Fähigkeit.

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