Darum gehts
- Starkschneefälle bis Dienstag: Bis zu 1 Meter Neuschnee in Alpenregionen
- Starke Winde mit bis zu 120 km/h gefährden Bergregionen und Flachland
- Lawinengefahr steigt: Gefahrenstufe 4 für Wallis, Alpennordhang und Graubünden
Für viele sollte der Winter längst vorbei sein, jetzt erhalten einige Alpenregionen noch den grössten Schneefall dieses Winters: Nach zu trockenen Wochen fällt bis zu einem Meter Neuschnee – und das bis Dienstagabend. Wetterexperten warnen gar vor einem Starkschneefall-Ereignis. Die Schneefälle werden von stürmischen Böen begleitet.
Besonders betroffen ist das Glarnerland bis über die Urner Alpen zum westlichen Berner Oberland hin und östlich bis zum Rätikon. Oberhalb von 1500 Metern könne es dort 70 bis 100 cm Neuschnee geben, schrieb Meteoschweiz am Sonntagnachmittag. Bis Dienstagnacht sinke die Schneefallgrenze auf 600 Meter.
Zudem fegt stürmischer West- bis Nordwestwind über die betroffenen Regionen. Oberhalb von 2000 Metern erwartet Meteoschweiz Böen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Auch im Flachland wird es stürmisch mit Windstärken von bis zu 90 km/h.
Ende der Trockenheit, grosse Lawinengefahr
Seit Dezember war es viel zu trocken in der Schweiz. Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien blockierte die Wolken. Jetzt bringt ein Wetterumschwung endlich Niederschlag.
Der Grund für den extremen Schneefall: Zwischen einem Hoch vor Portugal und einem Tief über der Nordsee wird feuchte Luft Richtung Schweiz gedrückt. Die Strömung dreht dabei von West auf Nordwest. Diese Luft staut sich an den Alpen und regnet schneit sich sich dort ab.
Das Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) warnt vor erhöhter Lawinengefahr. Die zweithöchste Gefahrenstufe 4 (gross) wird für das Wallis, den Alpennordhang und Graubünden vorausgesagt.
Jubel bei Wintersportlern
Für Wintersportorte sind die Schneemengen einerseits ein Segen: Nach einem ungewöhnlich milden und zu trockenen Januar können Skigebiete nun mit besseren Pistenbedingungen und einer längeren Saison rechnen – vor allem in den westlichen und zentralen Alpen.
Ein Beispiel: In Gebieten wie Engelberg OW, Adelboden BE oder Davos GR könnten die Schneeverhältnisse innerhalb weniger Tage von «grün-braun» zu «tiefwinterlich» wechseln – ideal für Tourismusbetriebe, herausfordernd für Lawinensicherung und Verkehr.