So ticken die Schweizer in der Flüchtlingskrise
Die Hälfte will die Grenzen dicht machen

Die Schweizer fürchten sich. Sie fürchten sich vor einer Flüchtlingsflut und sie fürchten sich vor dem Verlust des eigenen Wohlstands, dies zeigt eine repräsentative Umfrage zur Asylkrise.
Publiziert: 30.08.2015 um 04:18 Uhr
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Aktualisiert: 09.10.2018 um 02:09 Uhr
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Ja, man muss diesen armen Menschen helfen. Nein, doch nicht hier. So stellt sich eine Mehrheit der Schweizer den Umgang mit Flüchtlingen vor.

Die «Schweiz am Sonntag» hat das Resultat einer repräsentativen Umfrage des Künstlerkollektivs com&com und Soziologen der Universität Basel veröffentlicht. 1002 Schweizer wurden darin zur Asylpolitik befragt.

Demnach wünschen sich 60,9 Prozent der Schweizer eine «führende Rolle» des Landes beim humanitären Engagement. «Grosszügig» wollen 83,1 Prozent Schweizer vor Ort helfen.

Aber gehts um den eigenen Besitz, ist Schluss mit der Grosszügigkeit. 64,4 Prozent der Schweizer befürchten, dass zu viele Flüchtlinge das hiesige Wohlstandsniveau senken könnten. Und diese Angst scheint so gross zu sein, dass sich sogar knapp jeder zweite Schweizer (44,6 Prozent) für eine Schliessung der Grenze ausspricht.

Gerade einmal ein Viertel der Befragten (26,5 Prozent) glaubt, dass die Schweiz jährlich 40'000 Flüchtlinge stemmen könnte – der Bund rechnet für dieses und das nächste Jahr mit je rund 30'000 Asylgesuchen. (mad)

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