Angst vor Pfingstwochenende: Meisterschwanden befürchtet Ansturm von Corona-Ignoranten(05:43)

«See wird einfach überrannt»
Wiederholt sich das Auffahrts-Gedränge an Pfingsten?

Die Leute gehen wieder raus: Am Auffahrtswochenende pilgerten massenhaft Menschen um den Hallwilersee, auf den Alpstein und den Grossen Mythen. Dazu wurden Wiesen in Zürich und Luzern mit Megafonen geräumt. Für Pfingsten wächst die Sorge vor erneutem Andrang.
Publiziert: 25.05.2020 um 17:27 Uhr
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Aktualisiert: 26.05.2020 um 09:51 Uhr
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Die Landiwiese am Donnerstagnachmittag rappelvoll.
Tobias Stepinski

Traumhafte Bedingungen am Donnerstag – die Sehnsucht nach frischer Luft und Freiheit. Zutaten, die in der ganzen Schweiz zu Andrang an beliebten Ausflugszielen führten. «An Auffahrt war es eine komplette Völkerwanderung beim Hallwilersee», sagt Ueli Haller, der Gemeindepräsident von Meisterschwanden AG und Hallwilersee-Ranger zu Blick TV. Man habe zwar noch einen Teil der Parkplätze beim See gesperrt. Doch: «Bei schönem Wetter wird der See einfach überrannt.»

Der Ranger regt sich über die Ignoranz mancher Leute auf und sagt: «Seit den ersten Lockerungen und den tiefen Infektionszahlen gibt es viele, die sich einfach nicht mehr an die Vorschriften halten.» Manche haben sogar abgesperrte Bereiche betreten und grilliert. Am kommenden Pfingstwochenende könnte es noch schlimmer werden. Haller befürchtet: «Wenn der Bundesrat am Mittwoch weitere Lockerungen bekannt gibt, werden sich wohl noch mehr nicht an die Regeln halten.»

Keine einzige Covid-Busse auf dem Alpenstein

Auch das Alpsteingebiet war an Auffahrt ein beliebtes Reiseziel von vielen Schweizern. «So viele Leute wie am vergangenen Wochenende gab es selten», sagt Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Innerrhoden zu BLICK. Doch Koster ist zufrieden: «Die Verhaltens- und Hygieneregeln vom Bund wurden sehr gut eingehalten. Wir mussten deshalb keine einzige Covid-Busse verteilen.»

Eine Schliessung der beliebten Wanderung komme daher momentan nicht in Frage: «Das würde der Kanton entscheiden, aber ich sehe keinen Grund, warum wir aktuell das Gebiet sperren sollten.» Patrouillen werde die Kantonspolizei aber weiterhin durchführen.

«Wir appellieren an die Eigenverantwortung aller Mythengänger»

Auch auf dem Grossen Mythen bei Schwyz SZ kam es zum Grossandrang. Ein Leser beschreibt die Szenen als «Ameisenhaufen» — Social Distancing wurde völlig missachtet. «Wir haben vom Ansturm auf dem Grossen Mythen durch die Medien erfahren», sagt Florian Grossmann, Kommunikationschef der Kantonspolizei Schwyz zu BLICK.

Trotz den vielen Gipfelstürmern ist eine Schliessung aus polizeilicher Sicht zurzeit kein Thema: «Wir appellieren an die Eigenverantwortung aller Mythengänger, überprüfen aber laufend die Situation im ganzen Kanton», erklärt Grossmann.

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In Zürich bleibt alles beim Alten

In Zürich musste die Stadtpolizei durchgreifen. Am vergangenen Donnerstagnachmittag wurden die Anlage des GZ Wipkingen, die Saffa-Insel und die Landiwiese beim See geräumt und kurzfristig gesperrt. Mit einem Megafon wiesen die Beamten die Menschen weg.

Mittlerweile ist alles wieder frei zugänglich. «Solche Sperrungen sind nur temporär, aber die Stadtpolizei prüft je nach Situation, ob es solche braucht», sagt Robert Soós vom Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich zu BLICK. Für das kommende Wochenende appelliert der Sprecher: «Die Leute sollen die Vorgaben des Bundes weiterhin einhalten.»

«Dem Stadtrat ist wichtig, dass möglichst viel öffentlicher Raum zur Verfügung steht»

Ähnliches in Luzern: Dort musste die Polizei bereits am Mittwochabend mehrere Parks in der Stadt schliessen. Die Lidowiese, das Apothekergärtli und der Inselipark wurden gesperrt, nachdem sich dort bis zu 100 Menschen aufhielten, ohne Abstand zu halten. Jetzt sind aber alle öffentlichen Räume wieder offen.

Auch hier gilt: «Momentan ist eine erneute Sperrung von Plätzen und Flanierzonen am See kein Thema», sagt Armida Raffeiner, die Chefin des Gemeindeführungsstabs der Stadt Luzern zu BLICK. In Luzern setzt man auf Eigenverantwortung. Raffeiner betont: «Dem Stadtrat ist wichtig, dass möglichst viel öffentlicher Raum zur Verfügung steht, damit sich die Bevölkerung bestmöglich verteilen kann.»

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