Schweizer Paraplegiker-Stiftung
Guido Alfons Zäch im Alter von 90 Jahren verstorben

Guido Alfons Zäch, der Gründer der der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, ist tot. Er wurde 90 Jahre alt.
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Guido Alfons Zäch ist tot.
Foto: Stefano Schröter

Guido Alfons Zäch war Pionier der ganzheitlichen Rehabilitation von Querschnittgelähmten. Bereits in den Sechzigerjahren hatte der junge Arzt und spätere Gründer der Schweizer Paraplegiker-Stiftung erstmals Kontakt mit Querschnittgelähmten. Schnell erkannte er die Lücken im Spital-, Sozial- und Versicherungssystem der Schweiz. Er konkretisierte daraufhin die Vision der ganzheitlichen Rehabilitation von Para- und Tetraplegiker. 

Als Chefarzt leitete Guido Alfons Zäch von 1973 bis 1989 das Paraplegikerzentrum Basel. Unermüdlich kämpfte er für die Chancengleichheit von Querschnittgelähmten. Seine Vision: Rollstuhlfahrer werden wieder selbstständige und selbstbestimmte Persönlichkeiten.

Der Mensch Guido Alfons Zäch

So gründete er 1975 die Schweizer Paraplegiker-Stiftung, 1978 die Gönner-Vereinigung mit heute 2 Millionen Mitgliedern. 1980 gründete er die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Verband der Querschnittgelähmten und eröffnete 1990 das Schweizer Paraplegiker-Zentrum sowie 2005 das Guido Alfons Zäch Institut. 2007 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ernannt. 

Jetzt ist er im Alter von 90 Jahren verstorben, wie die Schweizer Paraplegiker-Stiftung am Montag auf ihrer Webseite mitteilt. Er sei «im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen».

«Guido Zächs Auftreten hatte etwas Staatsmännisches, das verschaffte ihm Respekt. Sein Lächeln zog alle in den Bann», schreibt die Stiftung. «Er fand zu seinem Gegenüber immer einen Draht und behandelte alle gleich.» Vor Rollstuhlfahrerinnen und Rohlstuhlfahrern ging er stets in die Knie, um mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren.

90-Stunden-Woche

«Dank seinem Einsatz sind die von einer Querschnittlähmung betroffenen Menschen heute gleichberechtig in die Gesellschaft integriert und haben Zugang zu Lebensperspektiven, die vor langer Zeit noch als undenkbar gegolten haben», liest man auf der Webseite weiter. Mehr als sechzig Prozent der Querschnittsgelähmten gehen hierzulande einer Arbeit nach – ein weltweiter Spitzenwert, den wir wohl auch Zäch zu verdanken haben. 

Er schaffte unermüdlich für die Rechte von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern. Zwischen achtzig und neunzig Stunden pro Woche betrug sein Arbeitspensum. Bald wird er die letzte Ruhe finden.

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