Die Eltern des 16-jährigen Golfspielers Emanuele Galeppini, der in der Silvesternacht bei dem Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS ums Leben kam, haben Berichten zufolge einen Anwalt eingeschaltet. Demnach fordern sie eine Autopsie, um die Umstände des Todes ihres Sohnes zu erfahren.
Wie unter anderem die Zeitung «La Repubblica» unter Berufung auf den Anwalt der Familie, Alessandro Vaccaro, berichtet, weise die Leiche von Emanuele Galeppini keine Brandspuren auf und sei unversehrt. Sogar seine persönlichen Gegenstände, darunter sein Smartphone und sein Portemonnaie, seien unbeschädigt, heisst es weiter.
Für die Familie stellen sich vor diesem Hintergrund viele Fragen. Starb Emanuele an den Folgen einer Rauchgasvergiftung? Wurde er innerhalb der Bar gefunden oder ausserhalb? Warum blieb der Antrag der Schweizer Behörden auf eine Autopsie unbeantwortet?
«Emanuele war praktisch unversehrt»
In einem Interview mit dem Portal «Fanpage» bestätigte Vaccaro die Medienberichte. «Als sie die Leichenhalle betraten, war der Sarg geöffnet», so der Anwalt. «Anders als erwartet – ein von Feuer entstellter Körper – war Emanuele praktisch unversehrt.» Lediglich Emanueles Schuhe seien mit Asche bedeckt gewesen. «Die Eltern bezweifeln, dass Emanuele zum Zeitpunkt des Brandes im Lokal war.»
Gegenüber dem Portal bestätigte Vaccaro zudem, dass der Antrag auf eine Autopsie sogar abgelehnt worden sei.
Leiche am Montag nach Italien überführt
Emanuele Galeppini war das erste identifizierte Opfer der Tragödie. Der junge Italiener wohnte in Dubai. Golf war seine grosse Leidenschaft. Der Teenager galt als grosses Golftalent. «Der italienische Golfverband trauert um Emanuele Galeppini, einen jungen Sportler, der Leidenschaft und authentische Werte mitbrachte», schrieb der italienische Golfverband auf seiner Webseite. «In dieser Zeit grosser Trauer sind unsere Gedanken bei seiner Familie und allen, die ihn geliebt haben. Emanuele, du wirst für immer in unseren Herzen bleiben.»
Erst am Montag war die Leiche des 16-Jährigen nach Italien überführt worden. Insgesamt kamen 40 Menschen bei dem Inferno im Le Constellation ums Leben. Unter den Opfern sind sechs italienische Staatsbürger.