Neues Gaga-Video der Schweizer Armee aufgetaucht
Soldat demoliert Auto mit Gewehr

Ein kaputtes Auto und Soldaten ausser Rand und Band: Schon wieder macht ein Video im Netz die Runde, das fragwürdige Szenen in der Schweizer Armee dokumentiert.
Publiziert: 20.05.2017 um 16:37 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 04:47 Uhr
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Neues Skandalvideo vom Militär: «Ihr Seitenspiegel ist kaputt»(00:14)
Stéphanie Jenzer

Sie provozieren, pöbeln, randalieren: Angehörige der Schweizer Armee haben in den vergangenen Monaten mit geschmacklosen Szenen, die auf Handykameras festgehalten an die Öffentlichkeit gelangten, wiederholt für Furore gesorgt.

Nun ist erneut ein Video aufgetaucht, das die Armee in ein schlechtes Licht rückt. Schauplatz dieses Mal: eine Strasse am Waldrand.

In der kurzen Szene ist ein Soldat zu sehen, der am Steuer eines Autos sitzt. Er hat das Fahrzeug gestoppt, nachdem er auf weitere Armeeangehörige getroffen ist. Diese nähern sich, woraufhin der junge Mann im Auto schreit: «Was ist los? Was willst du?» Statt zu antworten, schlägt der Kollege draussen mit dem Gewehrkolben gegen die Scheibe. Zwei Mal. Die Scheibe zerbricht in Tausend Stücke. 

«Häts ihne is Hirn gschissä?»: Der bärtige Soldat schlägt die Fensterscheibe ein und knellt den Rückspielgel ab.

Der Soldat im Auto fragt nochmals: «Was ist los?» Der bärtige Typ draussen beugt sich runter. «Militär, guten Tag.» – «Was ist das Problem? Hat es Ihnen ins Gehirn geschissen?»

Der Soldat tritt daraufhin mit seinem Fuss gegen den linken Seitenspiegel. Anschliessend schlägt er ein zweites Mal zu. Dieses Mal mit dem Gewehrlauf. Der Spiegel fällt zu Boden. Darauf sagt der Soldat: «Ihr Seitenspiegel ist kaputt.»

Es handelt sich um eine offensichtlich gespielte Szene, die sich an ein Video anlehnt, das österreichische Soldaten vor einiger Zeit drehten. Darauf ist zu sehen, wie ein Soldat mit einem Schlagstock die Autoscheibe einschlägt, bevor er ebenfalls mit dem Fuss den Seitenspiegel wegschlägt. Auch der Dialog ist ganz ähnlich.

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War es ein «schlechtes Übungsbeispiel»?

BLICK hat bei der Schweizer Armee nachgehakt. Ist ihnen das Video bekannt? Handelt es sich tatsächlich um Aufnahmen einer Übung – oder ist die Aufnahme gestellt?

Armeesprecher Walter Frik teilt auf Anfrage mit, das Video bislang nicht gekannt zu haben. Er hoffe, dass es sich dabei lediglich um ein «schlechtes Übungsbeispiel» handle. «Die Vorgehensweise entspricht nicht unseren offiziellen Vorgaben, das ist klar», sagt er. Auf jeden Fall handle es sich um «echte Soldaten».

Nun müsse abgeklärt werden, in welchem Rahmen die Aufnahme entstanden sei – also wo, bei welcher Einheit und zu welchem Zweck. Auch ob es sich beim Auto um ein Armeefahrzeug handelt, müsse ermittelt werden. Tatsache ist: «Wir haben Übungsfahrzeuge, die wir aus dem Verkehr gezogen haben, weil sie nicht mehr fahrtüchtig sind. Diese werden dann für Übungen verwendet.»

Auf Facebook bestätigt ein User, der angibt, über den Vorfall informiert zu sein, dass es sich beim Fahrzeug um ein Auto handelte, das nachher verschrottet worden sei. Die Szene sei aufgenommen worden, bevor eine Militärübung begonnen habe.

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Doch auch wenn es sich nur um einen Spass einiger offenbar gelangweilter Soldaten handelt: Dass sich Schweizer Soldaten in Uniform im Netz wie halbstarke Rambos präsentieren, ziemt sich nicht.

Gewaltaufrufe, Hakenkreuz, Zug Shipi

Erst vor einem Monat war ein Video eines Vorgesetzten aufgetaucht, der bei einer Schiessübung die Soldaten scheinbar zum Spass zu häuslicher Gewalt mit der Dienstwaffe aufforderte (BLICK berichtete).

Im Februar sorgten Fotos für Aufsehen, auf denen sich junge Männer in Schweizer Armeeuniform mit albanischen Doppeladler-Emblemen zeigten. «Zug Shipi» nannten sie sich (BLICK berichtete). Laut Angaben der Armee handelte es sich um einen Zug der Sanitätsrekrutenschule in Airolo TI. Die Embleme auf ihren Uniformen waren mit Klettverschluss befestigt worden.

Anfang Jahr sorgten sechs junge Soldaten für Negativschlagzeilen, weil sie in Schweizer Armeeuniform den rechten Arm zum Hitlergruss ausstreckten (BLICK berichtete). Vor einem in den Schnee gestampften Hakenkreuz posierten sie – vermutlich auf dem Waffenplatz in Wangen an der Aare BE – für ein Foto. (stj)

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