Darum gehts
- Lastwagen stürzte in Winznau SO in die Aare
- Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten bis tief in die Nacht
- Brücke der Gösgerstrasse wurde um 5.45 Uhr wieder geöffnet
Am Freitagnachmittag ereignete sich in Winznau SO ein folgenschwerer Verkehrsunfall: Ein Lastwagen durchbrach an der Ortseinfahrt die Barriere der Gösgerstrassen-Brücke und stürzte daraufhin in den Fluss Aare. Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Der 68-jährige LKW-Fahrer, der am Freitag verunglückte, überlebte den Sturz nicht. Er wurde nach der Bergung tot im Fahrzeugwrack aufgefunden, was von der Kantonspolizei Solothurn bestätigt wurde.
Die Meldung ging gegen 15 Uhr bei der Kantonspolizei Solothurn ein. Polizeisprecher Nourdin Khamsi bestätigte, dass sofort umfangreiche Einsatzkräfte mobilisiert wurden. Der Grund, weshalb der Fahrer von der Fahrbahn abkam, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Bergungsarbeiten und Bestätigung des Todes
Zunächst gab es keine gesicherten Informationen zum Zustand des Fahrers. Fernsehbilder zeigten, wie Rettungsboote auf der Aare zur Suche nach dem vermuteten Opfer eingesetzt wurden. Die Bergungs- und Rettungseinsätze zogen sich bis tief in die Nacht und mussten zeitweise unterbrochen werden.
Der verunglückte Lastwagen war Eigentum eines lokalen Bauunternehmens. Der Geschäftsführer hat durch Fotos von Bekannten vom tragischen Unfall erfahren. Sofort war klar, dass der Lastwagen zu seiner Firma gehört. «Im ersten Moment war ich sprachlos», sagt er am Telefon zu Blick. Der Schock sitzt tief: «Es ist schrecklich und ein grosser Verlust. Wir sind tief betroffen.»
«Er wurde von allen sehr geschätzt und war beliebt»
Der 68-Jährige arbeitete über zehn Jahre lang als Aushilfschauffeur für die Baufirma, erzählte Geschäftsführer gegenüber Blick. «Er wurde von allen Mitarbeitenden sehr geschätzt und war beliebt.» Am Morgen hätten sie sich noch auf dem Werkhof getroffen. «Er machte auf mich einen guten Eindruck.» Der Verstorbene stammte aus der Region Olten und hatte zuletzt seinen Wohnsitz in der Zentralschweiz.
Bis 23 Uhr verfolgte der Geschäftsführer die Bergungsarbeiten auf der Brücke. Die Hoffnung, dass der Mitarbeiter überleben könnte, war klein. «Es ist ein Schicksalsschlag, den wir hinnehmen müssen», sagt er.
War es ein technischer Defekt?
Bis jetzt wisse man nicht mehr als die Öffentlichkeit, so der Geschäftsführer weiter. Einen technischen Defekt als Ursache hält er für unwahrscheinlich. «Dieser Lastwagen wurde im September noch geprüft», sagt er. Aber ganz ausschliessen lässt es sich natürlich nicht. Die Untersuchung werde definitiv Aufschluss geben.
Update von der Kantonspolizei
Am Samstagmorgen gab Kapo-Sprecher Khamsi ein Update: «Die aufwendigen Bergungsarbeiten dauerten bis in die Nacht, kurz nach 3 Uhr konnte das Fahrzeug geborgen werden», so Khamsi. Grund sei mitunter die starke Strömung der Aare gewesen, hiess es vonseiten der Polizei.
Am Nachmittag folgte eine weitere Mitteilung zur Bergung des LKWs. «Mit zwei 60-Tonnen-Pneukranen wurde der dreiachsige Lastwagen, der eine Thermomulde geladen hatte, gegen 2.30 Uhr auf die Brücke gehievt.»
Keine gefährlichen Güter geladen
Weiter hiess es: «Danach musste die Strasse, sprich das Brückengeländer, wieder instand gestellt werden, sodass die Brücke der Gösgerstrasse gegen 5.45 Uhr für den Durchgangsverkehr wieder geöffnet werden konnte.»
Fest steht jedoch, dass im Lastwagen keine gefährlichen Güter geladen waren. Der genaue Unfallhergang und die Unfallursache werden derzeit von der Polizei und der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn untersucht. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn unter Telefon 032 627 81 17 in Verbindung zu setzen.