Argus: BLICK bei der besten Spezialeinheit der Welt(03:35)

Diese Aargauer sind die beste Sondereinheit der Welt
Gut, besser, Argus

Im Juni gewann die Sondereinheit Argus den internationalen Wettkampf der Polizei-Spezialeinheiten. Jetzt durfte BLICK den Spezialisten der Kantonspolizei Aargau einen Blick über die Schulter werfen.
Publiziert: 16.12.2019 um 20:44 Uhr
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Aktualisiert: 16.12.2019 um 21:59 Uhr
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Die Sondereinheit Argus ist die beste Spezialeinheit der Welt.
Nicolas Lurati, Ralph Donghi, Tyron Kaiser

Ein heruntergekommenes Haus in Holderbank AG. Draussen vor der Tür wartet die Sondereinheit Argus der Kantonspolizei Aargau. Bereit zum Stürmen. Im Innern sollen sich Drogenhändler aufhalten. Sie werden verdächtigt, mit Kokain zu dealen. Und man muss befürchten, dass sie bewaffnet sind.

Acht Argus-Männer nähern sich mit vorgehaltener Waffe ihrem Ziel: der Baracke. Plötzlich sind aus dem Haus Schreie zu hören. Ein Hüne sticht mit dem Messer auf einen anderen Mann ein. Der kleinere sackt zusammen und schreit um Hilfe. Die Spezialisten brechen die Tür mit einer Eisenramme auf. Beide Verdächtigen werden dingfest gemacht.

Was nach Ernstfall klingt, ist eine Übung. BLICK war dabei – und begleitete die Aargauer beim Training. Argus ist nicht irgendeine Sondereinheit. Sondern die beste der Welt. Im Juni dieses Jahres gewann die Truppe den Wettkampf der Polizei-Spezialeinheiten in Bonn (D), die «Combat Team Conference». Nun zeigen die Polizisten der Sondereinheit ihr Können dem BLICK.

Argus ist eine Miliz-Truppe

Der Erfolg der Aargauer ist bemerkenswert. Denn: Die Sondereinheit ist eine Miliz-Truppe. Zugführer Thomas Müller (41) klärt auf: «Die Argus-Mitglieder arbeiten etwa bei der Kriminalpolizei, der stationierten Polizei oder der Sicherheitspolizei. Zusätzlich haben sie dann noch das Amt als Mitglied der Sondereinheit inne.» Alle anderen Einheiten, die am Wettkampf teilnahmen, seien Profi-Einheiten gewesen.

Die Argus-Mitglieder müssen einen kühlen, wachen Kopf haben, sagt Müller. Dazu müsse man geistig bereit sein und die körperlichen Anforderungen erfüllen.

Die Einheit besteht ausschliesslich aus Männern. Dennoch: «Erfüllt eine Frau am Prüfungstag unsere Anforderungen, die wir stellen, kommt sie in die nähere Auswahl und kann Mitglied der Sondereinheit werden.» Nur: Bisher gab es in der Geschichte der Spezialeinheit noch keine Frauen. 1975 wurde sie gegründet. «Damals im Zusammenhang mit dem Terrorismus», so Müller. Zurzeit zählt die Argus-Gruppe rund 30 Mitglieder.

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Der 44-jährige «Q» ist eines dieser Mitglieder. Er wird «Q» genannt, weil er bei der Sondereinheit viel im Bereich der Technik tut. In Anlehnung an den berühmten «Q» aus James-Bond-Filmen, der 007 die technischen Gadgets zur Verfügung stellt.

Argus-Mann «Q» würde sein Leben riskieren

«Q» ist im dritten Jahr mit dabei. Zu Hause erzähle er auch von seinen Einsätzen: «Halt nur so viel, wie ich erzählen darf.» Das helfe beim Verarbeiten. «Meine Frau ist da eine ganz wichtige Person.»

Der Argus-Mann erklärt seine Motivation: Er wollte mehr tun im Bereich Sicherheit als in seinem angestammten Polizeijob. Und bei der Sondereinheit bekomme man die Gelegenheit, noch mehr die schwere Kriminalität zu bekämpfen.

Die Tätigkeit bei der Argus-Truppe ist nicht sein 100-Prozent-Job: «Es ist ein Nebenamt. Ich arbeite bei der Sicherheitspolizei. Mein angestammter Arbeitsplatz ist in der praktischen Ausbildung des eigenen Korps.» Und er unterrichtet an der Polizeischule.

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Sein Horrorszenario? «Wenn ich bei einem Einsatz den Täter kennen würde. Das wäre das Schlimmste!»

Aber, käme es hart auf hart, würde «Q» auch sein Leben riskieren: «Zum Schutz eines Kollegen!»

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