«Helikopter hat das Gebiet rastermässig abgeflogen»
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Felix Zürcher aus Neuenhof AG:«Helikopter hat das Gebiet rastermässig abgeflogen»

Seine Leiche wurde im Wald bei Neuenhof AG gefunden
Yusuf A. war Rapper und fuhr Lambo – warum musste er sterben?

In Neuenhof wurde am Dienstagabend ein seit einer Woche vermisster 33-jähriger Zürcher tot aufgefunden. Blick weiss: Beim Opfer handelt es sich um Yusuf A. – er war als Musiker in der Hip-Hop-Szene aktiv.
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Yusuf A. ist das Opfer des Tötungsdeliktes von Neuenhof AG.
Foto: zVg

Darum gehts

  • 33-jähriger Schweizer am 3. Februar tot in Neuenhofer Waldstück entdeckt
  • Tatverdächtiger gab Ablageort des Leichnams bei Befragung preis
  • Vermisst seit einer Woche, Leiche am 4. Februar identifiziert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Am Dienstagabend machten die Beamten der Kantonspolizei Aargau den schrecklichen Fund: In einem Waldstück in Neuenhof entdeckten sie die Leiche eines seit einer Woche vermissten Schweizers (†33). Blick-Recherchen zeigen nun: Beim Toten handelt es sich um Yusuf A.* aus dem Kanton Zürich. 

A. wurde in der Schweiz geboren, hat aber laut seinem Facebook-Profil türkische Wurzeln. Er war viele Jahre als Musiker in der Hip-Hop-Szene aktiv und zeigte sich in seinen Musikvideos gerne mit teuren Autos und Markenkleidern. Er rappte auf Deutsch, Englisch und Türkisch. Sein letztes Lied erschien vor zwei Jahren. 

Als Musiker war A. sehr aktiv in den sozialen Medien. Sein Instagram-Kanal hat mehrere Hunderttausend Follower.

Motiv «Drogen oder Geld»

«Ich war schockiert, als ich von seinem Tod hörte», sagt ein Kollege des Opfers zu Blick. «Es muss schrecklich sein, auf diese Weise sterben zu müssen und dann in den Wald gelegt zu werden.» Der Kollege hat aber bereits einen Verdacht, warum jemand seinen Kumpel umbringen wollte. «Ich kann mir gut vorstellen, dass das Motiv etwas mit Drogen oder Geld zu tun hat.»

Das Opfer habe beruflich im Aussendienst gearbeitet und Drucker verkauft. Er fuhr einen orangen Lamborghini Urus, den er wohl geleast hatte, meint der Kollege.

A. war beliebt in seinem Freundeskreis. «Ich war oft mit ihm im Ausgang, erst kürzlich auch wieder. Er war ein guter Typ.» A. habe in seiner Ehe aber Probleme gehabt. «Mit seiner Frau, mit der er zwei Kinder hat, hatte er es nicht mehr so gut. Er schlief deshalb ab und an bei seinen Eltern im Kanton Zürich, wenn sie nicht gerade in der Türkei sind.» 

Verdächtiger führte Polizei zu Leichnam

Schon früh hatten die Ermittler ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen. Im Zuge der Untersuchungen geriet ein 36-jähriger Deutscher ins Visier der Polizei. Dieser wurde am 3. Februar festgenommen. Bei einer ersten Befragung gestand er, für den Tod des 33-Jährigen verantwortlich zu sein, und führte die Ermittler zum Ablageort des Leichnams.

Die Staatsanwaltschaft Baden hat ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet und beantragt Untersuchungshaft. Wie es genau zur Tat kam und welches Motiv dahintersteckt, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nachbarin sah Einsatz

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um Rainer T.*, wie Recherchen von Blick zeigen. Eine Anwohnerin sagt am Mittwoch anonym zu Blick: «Er ist verheiratet, Vater eines Kindes und berufstätig. Letzten Freitag suchte ihn die Polizei hier bei ihm zu Hause. Am Sonntag holten sie seinen Arbeitswagen ab.» 

Am Dienstag sollen die Beamten T. dann gefasst haben, so die Nachbarin. «Seither ist niemand mehr hier. Ich kann nicht fassen, dass er der Verhaftete ist. Er hat draussen oft mit dem Kind gespielt und war eigentlich immer ein Freundlicher», sagt sie. Die Polizei sei im Quartier unterwegs gewesen und habe gefragt, ob die Leute hier einen Lamborghini gesehen hätten. «Am Donnerstag haben wir T. noch gesehen. Er war ganz nervös und hatte keine Jacke an. Es muss wohl um Geld gegangen sein», vermutet die Frau. 

Blick vor Ort

Felix Zürcher (65), Inhaber des Restaurant Rüsler in Neuenhof AG, eröffnete erst am Sonntag sein Restaurant unweit des Leichenfundorts. Er befand sich auf dem Balkon des Restaurants, als plötzlich ein Polizeihelikopter auftauchte. «Er hat das Gebiet rastermässig abgeflogen und hat etwas gesucht», so Zürcher zu Blick.

In dem Gebiet befinde sich eine gerade Strasse mit einer Abzweigung, der nach rechts in den Wald führe. «Dort wird oft angehalten oder eine Zigarette geraucht», sagt er weiter. «Das ist ein Treffpunkt, an dem Pausen gemacht werden.»

Zum mutmasslichen Täter und zum Opfer wisse er nichts, sagt Zürcher. «Es ist ein komisches Gefühl, dass so etwas vor der eigenen Haustür passiert.»

* Name geändert

Heiss diskutiert
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