«Helikopter hat das Gebiet rastermässig abgeflogen»
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Felix Zürcher aus Neuenhof AG:«Helikopter hat das Gebiet rastermässig abgeflogen»

Polizei bittet um Hinweise zu auffälligem Lamborghini
Yusuf A. (†33) tot in Wald in Neuenhof AG gefunden

In Neuenhof AG wurde Ende Januar ein seit einer Woche vermisster Zürcher (33) tot aufgefunden. Blick weiss: Beim Opfer handelt es sich um Yusuf A. Jetzt erhoffen sich die Ermittler neue Hinweise zu dem Fall und wenden sich an die Bevölkerung.
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Die Kapo Aargau erhofft sich aus der Bevölkerung Hinweise zu diesem Lamborghini.
Foto: Kantonspolizei Aargau

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 33-jähriger Schweizer am 3. Februar tot in Neuenhofer Waldstück entdeckt
  • Tatverdächtiger gab Ablageort des Leichnams bei Befragung preis
  • Vermisst seit einer Woche, Leiche am 4. Februar identifiziert
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Ende Januar machten die Beamten der Kantonspolizei Aargau den schrecklichen Fund: In einem Waldstück in Neuenhof entdeckten sie die Leiche eines seit einer Woche vermissten Schweizers (†33). Jetzt hat die Kantonspolizei Aargau einen Zeugenaufruf veröffentlicht. Im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen zu diesem Tötungsdelikt bitten Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Aargau um Hinweise aus der Bevölkerung.

Von besonderem Interesse für die Ermittler sind Beobachtungen im Zusammenhang mit einem orangefarbenen Lamborghini 636 Urus, der 2025 zugelassen wurde. «Das Fahrzeug dürfte sich in der Zeit von Donnerstag, 29. Januar 2026, 12.00 Uhr, bis Freitag, 30. Januar 2026, 12.00 Uhr im Raum Neuenhof, Killwangen oder Spreitenbach aufgehalten haben», schreibt die Kapo. Gesucht werden insbesondere Hinweise zu Sichtungen des Fahrzeugs, Parkstandorten, auffälligen Fahrmanövern, Personen, die mit dem Fahrzeug unterwegs waren und möglichen Foto- oder Video-Aufnahmen.

Toter war Instagram-Berühmtheit

Personen, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben oder sonstige sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Aargau unter der Telefonnummer 062 835 81 81 oder per Mail via leibleben.kripo@kapo.ag.ch in Verbindung zu setzen.

Blick-Recherchen zeigen: Beim Toten handelt es sich um Yusuf A.* aus dem Kanton Zürich. A. wurde in der Schweiz geboren, hat aber laut seinem Facebook-Profil türkische Wurzeln. Er war viele Jahre als Musiker in der Hip-Hop-Szene aktiv und zeigte sich in seinen Musikvideos gerne mit teuren Autos und Markenkleidern. Er rappte auf Deutsch, Englisch und Türkisch. Sein letztes Lied erschien vor zwei Jahren.

Als Musiker war A. sehr aktiv in den sozialen Medien. Sein Instagram-Kanal hat mehrere Hunderttausend Follower.

Motiv «Drogen oder Geld»

«Ich war schockiert, als ich von seinem Tod hörte», sagt ein Kollege des Opfers am Donnerstag zu Blick. «Es muss schrecklich sein, auf diese Weise sterben zu müssen und dann in den Wald gelegt zu werden.»

Das Opfer habe beruflich im Aussendienst gearbeitet und Drucker verkauft. Laut dem Kollegen fuhr Yusuf A. den orangen Lamborghini Urus, zu dem die Kapo Aargau jetzt den Zeugenaufruf gestartet hat. Wie Tele Züri am Donnerstag berichtet, soll das Fahrzeug in Deutschland in der Nähe von Frankfurt gefunden worden sein. Wer das Fahrzeug dahin gefahren hat, ist nun Teil der Ermittlungen.

A. war in seinem Freundeskreis beliebt. «Ich war oft mit ihm im Ausgang, erst kürzlich auch wieder. «Er war ein guter Typ», sagt der Kollege weiter.

Verdächtiger führte Polizei zu Leichnam

Schon früh hatten die Ermittler ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen. Im Zuge der Untersuchungen geriet ein 36-jähriger Deutscher ins Visier der Polizei. Dieser wurde am 3. Februar festgenommen. Bei einer ersten Befragung gestand er, für den Tod des 33-Jährigen verantwortlich zu sein, und führte die Ermittler zum Ablageort des Leichnams.

Die Staatsanwaltschaft Baden hat ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet und beantragt Untersuchungshaft. Wie es genau zur Tat kam und welches Motiv dahintersteckt, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nachbarin sah Einsatz

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um Rainer T.*, wie Recherchen von Blick zeigen. Eine Anwohnerin sagt am Mittwoch anonym zu Blick: «Er ist verheiratet, Vater eines Kindes und berufstätig. Letzten Freitag suchte ihn die Polizei hier bei ihm zu Hause. Am Sonntag holten sie seinen Arbeitswagen ab.» T. soll als Firmencoach tätig gewesen sein, berichtet Tele Züri. Laut Recherchen von M1 habe er davor als Wirt mehrere Beizen in der Region geführt.

Laut Recherchen des Lokalsenders Tele M1 waren Opfer und Täter im gleichen Arbeitsnetzwerk aktiv. Es existieren Fotos der beiden zusammen. Ein Bekannter der beiden, der von Tele M1 zitiert wird, kann sich den Vorfall nicht erklären. Opfer und Täter hätten sich gut gekannt und sich gegenseitig geschätzt.

Am Dienstag sollen die Beamten T. dann gefasst haben, so die Nachbarin. «Seither ist niemand mehr hier. Ich kann nicht fassen, dass er der Verhaftete ist. Er hat draussen oft mit dem Kind gespielt und war eigentlich immer ein Freundlicher», sagt sie. Die Polizei sei im Quartier unterwegs gewesen und habe gefragt, ob die Leute hier einen Lamborghini gesehen hätten. «Am Donnerstag haben wir T. noch gesehen. Er war ganz nervös und hatte keine Jacke an. Es muss wohl um Geld gegangen sein», vermutet die Frau.

Blick vor Ort

Felix Zürcher (65), Inhaber des Restaurant Rüsler in Neuenhof AG, eröffnete erst am Sonntag sein Restaurant unweit des Leichenfundorts. Er befand sich auf dem Balkon des Restaurants, als plötzlich ein Polizeihelikopter auftauchte. «Er hat das Gebiet rastermässig abgeflogen und hat etwas gesucht», so Zürcher zu Blick.

In dem Gebiet befinde sich eine gerade Strasse mit einer Abzweigung, der nach rechts in den Wald führe. «Dort wird oft angehalten oder eine Zigarette geraucht», sagt er weiter. «Das ist ein Treffpunkt, an dem Pausen gemacht werden.»

Zum mutmasslichen Täter und zum Opfer wisse er nichts, sagt Zürcher. «Es ist ein komisches Gefühl, dass so etwas vor der eigenen Haustür passiert.»

* Name geändert

Heiss diskutiert
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