Hoffnung für Diabetiker
ETH-Forscher entwickeln Insulin-Abgabe dank Queen-Song

Forschende der ETH haben einen womöglichen Durchbruch in der Insulin-Forschung gemacht. Sie konnten durch Musik Insulin-Abgabe auslösen. Insbesondere der Song «We will rock you» von Queen zeigte Erfolg.
Publiziert: 24.08.2023 um 13:02 Uhr
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Aktualisiert: 24.08.2023 um 14:51 Uhr
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Der Song «We will rock you» von Queen könnte schon bald die Insulinabgabe bei Diabetikern regeln.

Musik statt Spritze: Schweizer Forschende haben einen Gen-Schalter zur Insulinabgabe durch Schallwellen entwickelt. Besonders gut funktioniert er laut den Forschenden mit dem Queen-Song «We will rock you».

In der Forschung wird laut der Hochschule seit einigen Jahren die Idee verfolgt, insulinproduzierende Designerzellen in Kapseln einzuschliessen, die in den Körper implantiert werden können. Um diese Designerzellen zu aktivieren, wurden bereits verschiedene Auslöser getestet. Dazu gehören Licht, Temperatur oder elektrische Felder.

In Zukunft könnte das Diabetikerinnen und Diabetikern ein Leben ohne Insulinpumpe ermöglichen, wie die ETH Zürich bekannt gab. Eine mögliche klinische Anwendung ist aber in weiter Ferne.

Erfolg nach drei Sekunden Musik

In der aktuellen Studie haben sich die ETH-Forschenden mit Musik versucht. Dazu haben sie einen Ionenkanal aus dem Bakterium E. coli, in menschliche insulinproduzierende Zellen eingebracht. Dieser Ionenkanal reagiert auf mechanische Reize wie Schallwellen.

Wie die Studie in der Fachzeitschrift «The Lancet Diabetes & Endocrinology» zeigte, begannen die so entwickelten Zellen nach drei Sekunden Beschallung mit einer Bassfrequenz von 50 Hertz, Insulin abzugeben.

Mit dem Queen-Song «We will rock you» erreichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laut der Studie eine Insulinabgabe, die der natürlichen Abgabe sehr nahe kommt.

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Musik muss über Implantat abgespielt werden

Die Designerzellen reagierten ausserdem laut den Forschenden nur, wenn die Schallquelle direkt auf der Haut über dem Implantat abgespielt wurde. Nicht getriggert wurde die Abgabe des Botenstoffs durch Umgebungsgeräusche wie Fluglärm, Rasenmäher oder Feuerwehrsirenen sowie Gespräche.

Getestet wurde das System in Mäusen. Die Forschenden hatten ihnen die Zellen in den Bauch implantiert, und sie direkt auf einen Lautsprecher gesetzt. Ob solche Systeme je an Menschen getestet werden hängt laut der Hochschule davon ab, ob sich eine Pharmafirma für dieses Prinzip interessieren wird. (SDA)

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