Heftige Reaktionen
Mexiko-Reise von Klimaaktivist sorgt für Empörung

Eine private Flugreise eines Schweizer Klimaklebers sorgt im Netz für Ärger. Die meisten Reaktionen zeigen wenig Verständnis für das Handeln des Aktivisten Max Voegtli.
Publiziert: 23.06.2023 um 19:00 Uhr
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Aktualisiert: 23.06.2023 um 22:30 Uhr
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Ein Leserreporter entdeckte Max Voegtli am Flughafen Zürich.

Eine Reise, die für Aufsehen sorgt: Max Voegtli (30) ist Klimaaktivist bei Renovate Switzerland. Im Kampf gegen den Klimawandel hat er sich schon auf die Strassen der Schweiz geklebt. Nun ist er gesehen worden, wie er mit dem Flugzeug nach Mexiko reist.

Via Paris flog er von Zürich nach Mexiko. Als seine Reise publik wurde, rechtfertigte sich Voegtli auf Twitter: «Ja, ich bin in Mexiko, um zwei Monate in Mittelamerika zu reisen. Die Privilegien, die ich hier ziehe, sind mir klar und es war nicht eine einfache Entscheidung.» Er habe alternative Anreisemöglichkeiten recherchiert. Allerdings sei wenig zu finden gewesen, schreibt Voegtli weiter. Die Organisation Renovate Switzerland veröffentlichte im Anschluss ein Statement.

«Echte Klimaaktivisten reisen nicht!»

Derweil sorgt die Mexiko-Reise von Voegtli in den sozialen Medien mitunter für heftige Kritik. So schreibt ein User auf Twitter: «Ach, Max. Während ich kompostiere, mit ÖV fahre, recycle, zu Fuss einkaufen gehe und seit über zehn Jahren nicht mehr geflogen bin, zieht es dich nach Mexiko.» Der User fügt an: «Ich wäre wohl moralisch der bessere Renovate-Mitarbeiter. Ausser, dass ich nicht klebe.»

Ein anderer User meint, dass Voegtli und Renovate das Klima egal sei: «Echte Klimaaktivisten reisen nicht!» Ein weiterer User fragt: «Fühlt es sich nicht falsch an, wenn man mit dem Finger so auf andere zeigt und selbst in der Freizeit anders handelt?»

Auf der anderen Seite macht ein User darauf aufmerksam, dass Renovate Switzerland keine Forderungen auf individueller Ebene stelle. Es gehe vielmehr um institutionelle Probleme. Voegtlis Handeln wird als «Menschsein mit allen Ambiguitäten, die dazu gehören», bezeichnet.

Für die Mehrheit der User auf Twitter ist das Fazit allerdings ein anderes: «Wasser predigen und Wein trinken». (bab)

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