Mega-Aufstand im Gefängnis Bellechasse bei Murten FR! Nach Informationen von RTS verbarrikadierten sich am Montagabend Dutzende Häftlinge drei Stunden lang und verwüsteten ein Gebäude.
Als die Häftlinge gegen 19 Uhr wieder in ihre Gefängniszellen zurückkehren sollten, weigerten sie sich laut Bericht, der Aufforderung Folge zu leisten. Sie hätten sich demnach in einem Teil des geschlossenen Vollzugs verbarrikadiert. «Die Inhaftierten verhielten sich äusserst aggressiv gegenüber den Justizvollzugsbeamten vor Ort, begingen Vandalismus und sprachen zudem schwere Drohungen aus», sagte Didier Page, stellvertretender Generalsekretär der Justiz-, Sicherheits- und Sportdirektion, gegenüber RTS.
Situation erst nach drei Stunden entschärft
Das Gefängnispersonal habe die Kontrolle über die Situation verloren, heisst es weiter. Daher habe es Verstärkung bei der Freiburger Kantonspolizei angefordert. Gegen 22 Uhr konnte die Situation schliesslich entschärft werden. Laut Behörden wurde niemand bei dem Aufstand verletzt.
Für Digier Page ist der Vorfall beispiellos. «In der Haftanstalt Freiburg hat es einen Vorfall dieser Art noch nie gegeben», zitiert ihn RTS.
Wie kam es zu den Ausschreitungen? Laut Bericht wollten die Häftlinge gegen ihre Haftbedingungen protestierten. Demnach würden sie insbesondere die überhöhten Kosten für Telefonate und zusätzliche Lebensmittel sowie die Besuchsbedingungen anprangern.
Aufstand bereits vor zwei Jahren
Es war nicht der erste Aufstand im Gefängnis Bellechasse. Bereits im Juni 2023 kam es zu einem Streik. Rund 40 Häftlinge protestierten damals gegen ihre Haftbedingungen. Damals weigerten sie sich, zur Arbeit zu gehen. Die Häftlinge reichten zudem eine gemeinsame Petition bei der Gefängnisleitung ein. Auch damals bemängelten sie die Besuchsbedingungen und die Preise für Lebensmittel, aber auch die aus ihrer Sicht unzureichende medizinische Versorgung.