Darum gehts
- Chinesische Untergrund-Banken nutzen die Schweiz als Drehkreuz für Geldwäsche
- Tessiner Textilunternehmer agiert als Strohmann für chinesische kriminelle Netzwerke
- Ein chinesisches Ehepaar transportierte 133'000 Euro im Rucksack durchs Land
Chinesische Untergrund-Banken machen die Schweiz zu einem Drehkreuz für schmutziges Geld. Das zeigen Recherchen von CH Media sowie italienische Ermittlungsakten. Kriminelle Strukturen aus China nutzen Schweizer Firmen, Büros und Bankkonten, um Millionen aus Steuerbetrug, Drogenhandel und Mafia-Geschäften zu waschen – diskret, schnell und nahezu unsichtbar.
Im Zentrum steht ein 64-jähriger Tessiner, offiziell Textilunternehmer. Laut italienischen Staatsanwälten soll er für chinesische Netzwerke als Strohmann und Handlanger agiert haben. Über vier Schweizer Firmen schleuste er Gelder aus Italien nach Hongkong und China. Die Firmen stellten gefälschte Rechnungen aus – die Grundlage, um riesige Geldströme zu tarnen.
Fedpol beobachtet Zunahme von Fällen
Das Geschäftsmodell: Kriminelle überweisen Millionen an die Schweizer Briefkastenfirmen, Chinesen zahlen die Summe in Norditalien wieder bar aus – abzüglich ihrer Provision.
Das Bargeld stammt laut Ermittlern oft direkt aus Drogenhandel und Mafia-Kassen. In Mailands Chinatown sollen chinesische Broker regelmässig Geld für die 'Ndrangheta eingesammelt haben. Ein Fall zeigt das Ausmass: Ein chinesisches Ehepaar betrieb einen Spielsalon als Tarnung und transportierte 133'000 Euro im Rucksack durchs Land.
Auch die Schweizer Behörden sehen eine gefährliche Entwicklung. Fedpol-Chefin Eva Wildi-Cortés bestätigt im Interview mit CH Media eine klare Zunahme chinesischer Akteure, die Geldwäsche als Dienstleistung anbieten.