Erfindung aus Lausanne
Roboterhand krabbelt zu Gegenständen ausser Reichweite

Die neuartige Roboterhand aus Lausanne kann sich von ihrem Arm lösen und selbstständig weg krabbeln. So kann die ETH-Erfindung Gegenstände holen, die ausser Reichweite sind.
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Forscher der ETH Lausanne (EPFL) haben eine Roboterhand entwickelt, die selbstständig Aufträge erledigen kann.
Foto: KEYSTONE

Darum gehts

  • ETH Lausanne entwickelt Roboterhand, die sich lösen und krabbeln kann
  • Hand ersetzt Daumen durch symmetrische Finger für vielseitige Aufgaben
  • Veröffentlicht im Fachjournal «Nature Communications» am 2026-01-20
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Eine neuartige Roboterhand aus Lausanne kann sich von ihrem Arm lösen und selbstständig davon krabbeln. So kann sie Gegenstände holen, die ausser Reichweite sind.

Ist der Auftrag erledigt, krabbelt die Hand auf ihren Fingern wie eine Spinne zurück und dockt wieder am Arm an. Über die Entwicklung berichtet das Forschungsteam der ETH Lausanne (EPFL) am Dienstag im Fachjournal «Nature Communications».

Arbeitsraum der Hand ist beschränkt

«Die menschliche Hand war lange eine wichtige Inspirationsquelle für Roboterhände», schreiben die Forschenden im Fachjournal. Doch das biologische Vorbild hat dem Forschungsteam zufolge eindeutige Nachteile: Der Arbeitsraum der Hand ist beschränkt, weil sie fest mit dem Arm verbunden ist. Zudem limitiert ihr asymmetrischer Aufbau mit nur einem Daumen bestimmte Greif- und Manipulationsaufgaben.

Das an der EPFL entwickelte Gerät überwinde diese Einschränkungen, so die Wissenschaftler. Statt eines Daumens besitzt es mehrere identische Finger, die symmetrisch um die Handfläche angeordnet sind. Jeder Finger kann sich in beide Richtungen bewegen und je nach Aufgabe unterschiedliche Rollen übernehmen.

Im Greifbetrieb bilden jeweils zwei beliebige Finger ein gegenüberliegendes Paar – ähnlich wie Daumen und Zeigefinger beim Menschen. Alternativ kann sie Objekte für den Transport auch auf die Handfläche legen.

Forscher sehen breites Anwendungsspektrum

Wird die Hand vom Arm gelöst, dienen die übrigen Finger als Beine: Die Hand krabbelt umher, hält dabei das Gleichgewicht und kann sogar mehrere Objekte transportieren.

Die Forschenden sehen ein breites Anwendungsspektrum für ihre Entwicklung. Besonders geeignet sei die Roboterhand für Einsätze in Industrie und Logistik, etwa in dicht bestückten Regalen oder auf Werkbänken, wo herkömmliche Roboterarme nicht überall hinkommen.

Darüber hinaus nennen die Wissenschaftler Anwendungen in der Inspektion, Exploration und Rettung. In engen, unübersichtlichen oder gefährlichen Umgebungen, etwa nach Unfällen oder in technischen Anlagen, könnte die abgekoppelte Hand als kleiner Krabbler Räume erkunden und Objekte bergen, während der Roboterarm an Ort und Stelle bleibt.

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