Blick-Redaktorinnen und Redaktoren erzählen, was sie sich vom Ende der Pandemie erhoffen
Darauf freuen wir uns!

Das Ende der Pandemie ist in Sicht, die Einschränkungen im Alltag fallen nach und nach. Ein neues Lebensgefühl kommt auf: Endlich! Blick-Redaktorinnen und -Redaktoren erzählen, was das für sie persönlich bedeutet.
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Flavia Schlittler, stv. Ressortleiterin People, konnte dem Homeoffice auch positive Seiten abgewinnen.
Blick-Redaktion

Hallo Büsi, hallo Tinder
Flavia Schlittler, stv. Ressortleiterin People

Das Homeoffice, das sich zu Beginn unheimlich einsam anfühlte, hatte durchaus positive Seiten. Während der Arbeit noch schnell den Gratin in den Ofen schieben, ein neues Bild rahmen, die Wäsche aufhängen. Doch wie sehr habe ich den persönlichen Austausch vermisst. Erzählt meine Kollegin im Team-Videochat von ihren neusten Tinder-Dates – und was ihr Büsi angestellt hat? Nein. Doch das tut sie im Büro, wenn wir uns bei der Kaffeemaschine treffen. Darauf freue ich mich sehr.

Alle Fremden werden Freunde
Tobias Ochsenbein, Redaktor News

Sich endlich wieder ganz nah ans Leben heranwagen. Wahllos in den Strassencafés der Stadt sitzen. Diese für einen Nachmittag oder Abend zur Welt erklären. Auf das Gewusel in den Strassen blicken, wehmütig werden allein wegen des Ausblicks. Und vielleicht so lange dort sitzen bleiben, bis alle Fremden Freunde werden.

Früher war (nicht) alles besser
Katrin Studer, Redaktorin Blick TV

Endlich! Ich bekomme mein altes Leben zurück. Ich freue mich – freue ich mich? Ich bin mir nicht sicher. Will ich, dass alles wieder so ist, wie es vor Corona war? Nein. Meine Prioritäten haben sich verändert. Mein Gefühl für Nähe und Distanz hat sich verändert. Und das ist gut so. Ich freue mich auf mein neues altes Leben.

Zero Zoom
Ulrich Rotzinger, Ressortleiter Wirtschaft

Haben Sie auch keine Lust mehr, ständig in Ihren Bildschirm zu quatschen? Google-Hangout, Microsoft-Zoom-Call und wie all die Video-Konferenz-Tools heissen: Sie hängen mir zum Hals raus. Noch mehr stört mich nur der Mund-Nasen-Schutz, die Bändel, die hinter den Ohren scheuern. Endlich wieder von Angesicht zu Angesicht, auch in der grossen Runde, Themen diskutieren. Menschen lächeln sehen. Freunde in den Arm nehmen. Darauf freue ich mich – ohne Ende.

Fertig mit Stubenhocker-Stress
Myrte Müller, Reporterin Tessin

Es mag paradox klingen, aber: Auch Stubenhocken stresst. Ich jedenfalls freue mich auf echte Entspannung. Nach zwei langen Jahren wieder einmal ins Spa gehen, mir Sauna, Pool, vielleicht eine Massage gönnen. Eine Städtereise machen – ohne Maske. Endlich wieder in lächelnde Gesichter schauen.

Machts wie Bryan Adams
Dominik Hug, Ressortleiter People

Am Samstag besuchte ich die Show von Bryan Adams im Zürcher Hallenstadion. Es war das erste Konzert eines internationalen Rockstars in der Schweiz seit rund zwei Jahren. «Heaven», «Run to You» und «Summer of '69» – die Fans sangen auch mit Maske alle Hits mit, bejubelten euphorisch jede Ansage des sympathischen Kanadiers. Hoffentlich stürmen auch andere Musik-, Musical- und Theaterstars möglichst bald wieder zurück auf die grosse Bühne.

Einander sehen …
Shirley Amberg, Redaktorin Wein-Channel

… und nicht nur einen grünen oder weissen Punkt neben dem Namen auf dem Computerbildschirm. Ein Videoanruf ist praktisch – aber er bedeutet leicht schielenden Augenkontakt, da jeder direkt unter der Webcam auf seinen Bildschirm starrt (wer direkt in die Webcam starrt, ist wahrscheinlich ein Psychopath). Es ist anstrengend, wenn Leute einen «ansehen», ohne einem tatsächlich in die Augen zu schauen. Ich freue mich auf viele Wiedersehen!

Nicht mehr aufregen
Anastasia Mamonova, Redaktorin News

All die «Pimmelnasen» im Tram gehen mir auf die Nerven. Es kann doch nicht so schwer sein, die Maske richtig aufzusetzen. Nach zwei Jahren Pandemie sollte jedem und jeder klar sein, wie das geht. Doch mittlerweile schaffe ich es, das innere Kopfschütteln möglichst kurz zu halten. Ich freue mich jedoch ausserordentlich darauf, mich bald gar nicht mehr aufregen zu müssen. Weil hoffentlich keiner mehr die Maske tragen muss.

Auf die Strasse, mit vielen
Alexander Wenger, Produzent Blick TV

In meiner Freizeit engagiere ich mich ehrenamtlich im Verein Zurich Pride, der jedes Jahr im Juni das Festival und die Demonstration veranstaltet. Die letzten zwei Male fielen sie aus. Schade. Das Gefühl, mit einer grossen Gruppe auf die Strasse zu gehen und dabei die Regenbogenfahne zu hissen, ist unersetzbar. Klar gab es Livestreams, Zoom und Instagram. Das ist aber nicht das Gleiche. Manchmal kam mir die Pandemie vor wie ein Videospiel. Möglichst mit grossem Abstand durchs Leben gehen, um sich ja nicht anzustecken. Jetzt freue ich mich auf persönliche Treffen und Umarmungen.

Plötzlich Platz
Guido Schätti, stv. Chefredaktor Blick

Ich habe rein gar nichts vermisst die vergangenen beiden Jahre. Ich fühlte mich nie eingeschränkt, sondern freier denn je. Ich liebte die stillen Nächte, die leeren Strassen, die dunklen Städte. Badeanstalten, Züge, Restaurants, plötzlich war überall Platz. Man konnte durch Rom schlendern, ohne von Selfie-Sticks erstochen zu werden. Der Massentourismus ist eine Seuche.

Fomo ist zurück
Sarah Frattaroli, stv. Ressortleiterin Wirtschaft

Zum ersten Mal seit zwei Jahren stehe ich vor der Entscheidung: Gampel, Gurten oder Open Air St. Gallen? Egal, wie ich mich entscheide, ich verpasse ganz bestimmt etwas: den morgendlichen Schwumm in der eiskalten Rhone. Die Sonnenaufgänge vom Güsche. Oder die legendäre Schlammschlacht im Sittertobel. «Fear of missing out», Fomo, hat das Leben vor der Pandemie manchmal ziemlich anstrengend gemacht. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, wieder Monate im Voraus sämtliche Sommerwochenenden verplant zu haben.

Mal mit, mal ohne
Alina Kilongan, Redaktorin Blick TV

Werden wir uns wieder die Hand geben? Welche Mödeli bleiben nach der Pandemie? Von mir aus können wir das Händeschütteln gern bleiben lassen. Ellbogen oder Fäustchen passt für mich. Auch die Maske im ÖV kann getrost Pflicht bleiben. Darauf freue ich mich nämlich gar nicht – wieder so viele Menschen im Zug. So eng. So nah. Da bekomme ich beim Gedanken daran schon Angstzustände. Aber zum Glück ist bald Frühling. Nichts mit Zug fahren. Ich kann mich aufs Velo schwingen, um mir in der Gelateria ein Eis zu holen. Ohne die Maske aus der Tasche hervorgrübeln zu müssen. Wenn ich denn eine dabei habe.

Platz für peinliche Pausen
Andreas Dietrich, Chefredaktor Blick

Das Tischgespräch wird wieder unberechenbar. Kein interessanter Mensch getraut sich mehr, Durchgekautes zum One-and-only-Thema einzuwerfen. Stattdessen: Die Redepause kehrt zurück. Dieser kurze, endlos peinliche Moment, da grad niemand weiterweiss. Bis endlich einer irgendwas erzählt, und dies führt zu irgendwelchen Themen, die durch die Runde stieben wie Billardkugeln beim Eröffnungsstoss. Aus dem Znacht mit Freunden wird Geselligkeit bis ins Morgengrauen. Vor dem Einschlafen weiss man alles über hinkende Zebras, den seltsamen Freund einer gemeinsamen Bekannten und Rohfleisch-Rezepte aus einer Weltgegend, die es wohl gar nicht gibt. Beim Aufwachen hat man alles vergessen, aber der Abend war unvergesslich.

Scheuklappen weg, Scheu weg
Katja Richard, Redaktorin Gesellschaft

Es ist schon schwierig genug, im Fitness mit Menschen in Kontakt zu kommen. Am Gerät starrt jeder auf seinen Bildschirm, um die Übung korrekt auszuführen. Womöglich trägt er dabei nicht nur eine Maske, sondern auch noch Kopfhörer. Scheuklappen überall. Ich hoffe, dass mit der Maske auch die Barriere für den sozialen Austausch fällt – der ist nämlich genauso gesund wie Trainieren. Hinzu kommt, dass alle wieder frei atmen können. Das zaubert idealerweise auch beim schweisstreibenden Gewichtestemmen ein Lächeln ins Gesicht.

Und jetzt etwas ganz anderes
Lea Hartmann, Redaktorin Politik

Als Politik-Journalistin drehte sich für mich in den vergangenen zwei Jahren nicht nur im Privaten vieles um Corona. 66 von 76 im Blick erschienenen Artikeln, die ich 2021 (mit)verfasst habe, hatten die Pandemie zum Thema. Ich konnte das C-Wort zeitweise nicht mehr hören und sehen. «Schreib doch mal über etwas anderes!», sagten die Leute. Tat ich ja auch – aber: Es interessierte meist einfach keinen. Wie schön, wenn auch wieder andere Themen den Platz und die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben.

Warnung vor Umarmung
Ina Bauspiess, Verlag

Ich umarme sehr gerne. Freunde und Familie, aber auch im beruflichen Umfeld, wenn die Chemie stimmt. Ein fester Drücker an einem stressigen Arbeitstag holt mich für einen Moment raus aus der Hektik und rein ins Menschsein. Eine Umarmung aus Anerkennung oder Mitgefühl – die gebe ich als Chefin auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne (frage vorher nach dem Einverständnis). Die letzten beiden Homeoffice-Jahre musste mein Hund oft herhalten. Jetzt müssen bald wieder die Kolleginnen und Kollegen dran glauben – sie sind hiermit gewarnt.

Barfuss ohne Splitter
Peter Padrutt, Redaktor People

Thermofichte oder Accoya-Holz? Egal, Hauptsache nachhaltig. Und keine Splitter unter den Füssen. Die geplante Gartenterrasse ist unser Raus-aus-der-Pandemie-Projekt. Noch nie war die Sehnsucht nach Sonne und Freiheit so gross. Ein Holzdeck als Verbindung zur Welt. Zu lange ging ich als Risikopatient über Holzspiesse. Die Zehen schlagen Purzelbäume. Sommer, beeile dich. Barfuss tanze ich dir entgegen!

Endlich wieder jung
Carla De-Vizzi, Redaktorin News

Als 25-Jährige darf ich mich zu den eher jüngeren Exemplaren beim Blick zählen. Durch die Pandemie bin ich aber gefühlt 10 bis 15 Jahre gealtert – nicht nur das Virus mutierte, auch ich. Und zwar zur Stubenhockerin. Keine Events mehr, keine langen Clubnächte, keine Festivals. Die Durststrecke war lang. Nun ist endlich ein Ende in Sicht. Endlich kann ich diesen Sommer an dem Festival tanzen, das schon seit zwei Jahren verschoben wird. Ich freue mich – aber hoffentlich nicht zu früh. Wer weiss, ob aus dem Covid-19-Überraschungsei zu Ostern nicht doch noch ein Spike-Mutanten-Häsli schlüpft.

Gern ganz unbeschwert
Rebecca Spring, Reporterin Blick TV

«Kann ich die Maske für das Interview abziehen?», «Haben wir so genug Abstand?», «Könnten Sie mir noch kurz Ihr Zertifikat zeigen?»: Blick TV ging ziemlich genau zum Start der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 auf Sendung. Dies hatte auch massive Auswirkungen auf die Reporterarbeit. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so viele Ärzte, Apothekerinnen, Virologen und Infektiologinnen interviewen würde und man vor jedem Gespräch die Sicherheit aller Involvierten sicherstellen müsste. So freue ich mich auf Interviews ohne Masken, ohne Sicherheitsabstand und vor allem ohne das Thema Corona. Einfach unbeschwert über Konzerte, Sportevents und andere Grossanlässe mit ganz vielen unbeschwerten, glücklichen Menschen berichten.

Am Ball mit Gott und der Welt
Sven Ziegler, Redaktor News

«Ja, und dieses Corona …» Stopp! Ich habe es so satt. Jedes einzelne Gespräch, ob mit Freunden oder der Familie dreht sich um Corona. Was man von den Massnahmen hält? Alles schon gehört. Welchen Impfstoff oder weshalb man sich nicht impfen lässt? Durekätscht. Und wann verschwindet das Virus endlich? Gähn. Das Thema wird kaum sofort verschwinden. Ich aber freue mich extrem darauf, wieder über Fussball, Gott und die Welt diskutieren zu können – ohne dass das Virus den Gesprächsverlauf belästigt.

Lärm! Trubel! Prosecco!
Bettina Widmer, Ressortleiterin Verticals

Dachte ich nach dem ersten Lockdown noch, dass ich Ruhe und Entschleunigung in mein neues Leben mitnehmen werde, sehne ich mich jetzt nach Lärm und Trubel. Meine zwei letzten Geburtstage verbrachte ich im Lockdown. Den ersten davon sogar ganz ohne Gäste. Im März werde ich 30, und ich kann endlich wieder feiern. Mit einer grossen Party statt mit Netflix, mit Prosecco statt Corona und statt mit Masken vor dem Mund mit Pauken und Trompeten.

Live dabei
Michel Imhof, stv. Desk-Leiter People

Ich werde den Gänsehautmoment nie mehr vergessen, den ich im Mai 2021 hatte. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie betrat ich wieder eine grosse Konzerthalle. «Welcome back, we missed you!» prangte auf dem grossen LED-Screen am Eurovision Song Contest in Rotterdam. Als grosser Fan von Live-Events kann ich es kaum erwarten, dass die Event-Industrie wieder voll an Fahrt gewinnt. Und ich neben Tausenden Menschen dicht gedrängt an einem Pop-Konzert feiern, mitsingen und den Alltag vergessen kann.

Der 90-Minuten-Kick
Andreas Hobi, Leiter Community-Team

2020 wars für gut ein halbes Jahr ganz still auf den Amateur-Fussballplätzen der Schweiz. Im Jahr darauf sah es schon besser aus. Die Wochenend-Kicks in den untersten Ligen der Schweiz konnten stattfinden, meist mit wenigen oder gar keinen Zuschauern. Auch in dieser Zeit waren die Massnahmen omnipräsent. Keine Mätchli im Training, Körperkontakt in einer Fünfer-Gruppe, Maskenpflicht in der Garderobe – die Liste war lang. Umso mehr freue ich mich, bald einfach wieder normal mit Freunden trainieren zu können und am Wochenende vor biertrinkenden Zuschauern 90 Minuten zu kicken!

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