Umstrittenes Modell
Pilotprojekt der Belper Jahresschule startet im August

Im August soll ein Pilotprojekt der Belper Jahresschule an den Start gehen. Im Zentrum steht eine Viertagewoche, die in Europa schon seit einiger Zeit diskutiert wird. Der Schulversuch soll drei Jahre dauern.
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Die Gemeinde Belp startet im August mit ihrem Versuch einer Viertagewoche an der Schule. (Symbolbild)
Foto: SASCHA SCHUERMANN
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Viertagewoche an der Schule, dafür weniger Ferien: die Gemeinde Belp kann ein entsprechendes Schulmodell ab August 2026 drei Jahre lang testen. Sie verspricht sich von der Jahresschule eine Entlastung für Eltern und Lehrpersonen.

Der Schulversuch wird im August mit einer Basisstufenklasse mit 23 Kindern starten, wie die Gemeinde am Freitag mitteilte. Die Basisstufe umfasst Kinder vom ersten Kindergartenjahr bis zur zweiten Klasse.

Derzeit finden Kennenlerngespräche mit Lehr- und Betreuungspersonen statt. In einem nächsten Schritt werden das pädagogische Betriebskonzept erarbeitet und die Räumlichkeiten eingerichtet.

Bereits im Januar haben Eltern und Lehr- und Betreuungspersonen Rahmenbedingungen wie den Ferien- und Wochenplan gemeinsam erarbeitet.

Gleich viel Unterricht wie bisher

Die Jahresschule wird während 46 Wochen pro Jahr stattfinden. Es gibt fix sechs Wochen Ferien und die Möglichkeit bis zu acht freie Tage flexibel während der Schulzeit zu beziehen, wie aus dem Internetauftritt der Schule hervorgeht. Unterrichtet wird von Montag bis Donnerstag, der Freitag ist frei.

In der Jahresschule werden die Kinder gleich viel Schule haben wie bisher, nur eben zeitlich anders verteilt. Das Modell kombiniert Volks- und Tagesschule. Am Vormittag findet der Schulunterricht statt, dann folgt ein Mittagessen und am Nachmittag werden die Kinder betreut. Die Betreuungszeiten werden durch die Eltern finanziert.

Der Gemeinderat freut sich nach eigenen Angaben auf den Versuch und blickt zuversichtlich auf den Start im Sommer 2026. Die Ankündigung des Schulversuchs hatte weiter über Belp hinaus Echo ausgelöst.

Konzept wird kontrovers diskutiert

Die Viertagewoche an Schulen wird seit einiger Zeit in Europa diskutiert. In Frankreich kennt man ein solches Angebot in der Grundschule. Auch in Deutschland, genauer gesagt im Bundesland Sachsen-Anhalt, testen Schulen die Viertagewoche.

In Grossbritannien forderte eine Stiftung die Einführung eines solchen Modells, doch die Regierung winkte ab. Das Konzept wird kontrovers diskutiert. Auch in den Vereinigten Staaten kennen einige Schulen die Viertagewoche. Vielerorts wurde sie eingeführt, um den Lehrkräftemangel zu entschärfen.

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