Tod von Lino B. in Adelboden: Sein Portemonnaie wurde noch aufs Fundbüro gebracht(01:39)

Er wollte in Adelboden Abkürzung durch Wald nehmen
Lino B. (†20) stürzte 11-Meter-Felswand hinunter

Lino B. aus Châtel-St-Denis FR wurde in Adelboden vermisst. Doch alle Hoffnung ist umsonst: Am Tag nach dem Verschwinden wird er tot aufgefunden. Nun enthüllt der Autopsie-Bericht die grausamen Details.
Publiziert: 10.01.2022 um 21:52 Uhr
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Aktualisiert: 11.01.2022 um 13:56 Uhr
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Lino B. aus Châtel-St-Denis FR wurde seit Samstagabend vermisst. Am Sonntag die traurige Nachricht: Er ist tot.
Luisa Ita und Nicolas Lurati

Für eine Familie aus Châtel-St-Denis FR wird das Ski-Weltcup-Wochenende in Adelboden BE zum Albtraum: Sohn Lino B.* (†20) stirbt im Wintersportort im Berner Oberland (Blick berichtete).

Es ist Samstagabend, als Lino B. nach dem Besuch des Skirennens in einen Bus steigen soll. Dieser soll ihn und seine Freunde nach Hause bringen. Er sagt einem der Kollegen am Telefon, dass er spät dran sei. Aber B. taucht überhaupt nicht mehr auf. Sein Bruder sucht per Aufruf in den sozialen Medien nach dem Vermissten.

11-Meter-Sturz war die Todesursache

Am Sonntag herrscht traurige Gewissheit: Freunde der Familie finden die Leiche des jungen Freiburgers. Auf den toten Körper stossen sie hinter einem Gebäude in der Nähe der Bushaltestelle, wie Linos Familie zur Freiburger Zeitung «La Liberté» sagt. Gemäss der Berner Polizei lägen keine Hinweise auf Dritteinwirkung vor.

Wie «La Liberté» am Montagabend unter Berufung auf die Familie von Lino B. schreibt, ist ein Sturz die Ursache für den tragischen Tod. Gemäss dem Autopsiebericht sei Lino B. elf Meter in die Tiefe gestürzt, als er eine Abkürzung durch den Wald nehmen wollte, um zum Bus zu gelangen. Sein Körper sei «am Fuss einer Felswand, nahe bei einer Hausmauer» gefunden worden, berichtet «La Liberté».

Die Kantonspolizei Bern kann diese Schilderung auf Anfrage von Blick nicht bestätigen und verweist auf die laufenden Ermittlungen.

Das sagt die Mutter von Lino B.

Zu «Le Matin» sagt die Mutter des Verstorbenen: «Wir sind am Boden zerstört.» Ihr Sohn habe das Skifahren geliebt, wollte sich den Ski-Weltcup anschauen. «Er hatte sich so sehr darauf gefreut. Er war mit ein paar Kumpels unterwegs. Sie wollten feiern.»

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Freunde ihres Sohnes hatten den Eltern dann gesagt, dass Lino B. nicht zur Abfahrt des Busses erschien. «Am Sonntag haben wir ihn nicht weit von der Bushaltestelle entfernt entdeckt. Wir wissen nicht, wie das passieren konnte und warum.»

«Unser Sohn war wunderbar, freundlich»

Seine Mutter erklärt, dass die Sanitäter noch versuchten, ihn vor Ort wiederzubeleben. «Es war schon viel zu spät», fährt sie fort. Über Lino B. sagt sie: «Unser Sohn war wunderbar, freundlich. Er war allen gegenüber aufmerksam und beliebt. Er war enorm grosszügig.»

Derweil sind am Montag, dem Tag nach dem schrecklichen Fund, die Adelbodner noch immer bestürzt. Eine ältere Dorfbewohnerin sagt zu Blick: «Es ist eine Tragödie. So ein junger Mann!»

Einer, der einen zufälligen Fund machte, ist ein Arbeiter, den Blick trifft. Bei den Aufräumarbeiten nach dem Weltcuprennen am Samstag habe er Abfall zusammengerecht. «Plötzlich habe ich gesehen, dass im Abfallhaufen ein Etui liegt. Darin waren Führerschein, Krankenkassenkarte und ID.»

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Arbeiter meldet Etui-Fund der Polizei

Er habe das Etui beim Fundbüro abgegeben und sich nichts weiter dabei gedacht. Erst später, als er von der Vermisstmeldung von Lino B. erfährt, zählt er eins und eins zusammen: «Ich habe die Polizei angerufen und gesagt, dass ich das Etui dieses jungen Mannes gefunden habe.»

Als der Arbeiter die Todesnachricht vernimmt, ist er sehr betroffen: «Schlimm ist es vor allem für die Angehörigen.» Auch bei der Gemeinde Adelboden herrscht Betroffenheit: «Der Gemeinderat Adelboden und die Verantwortlichen der Ski-Weltcup Adelboden AG sprechen den Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aus», heisst es in einer Mitteilung.

* Name geändert

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