BLICK auf der beliebtesten Böötler-Strecke der Schweiz
«Das Beste an der Aare ist das Bier!»

Bei heissen Temperaturen herrscht an der Aare auch in diesem Jahr Massenandrang. Für Bikinis, Bier und Böötlen reisen Hobby-Kapitäne aus der ganzen Schweiz an. BLICK paddelte mit.
Publiziert: 13.07.2018 um 08:00 Uhr
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Aktualisiert: 12.08.2021 um 19:09 Uhr
BLICK auf der beliebtesten Böötler-Strecke der Schweiz: «Das Beste an der Aare ist das Bier!»(02:00)
Helena Schmid und Marsel Szopinski

Das Bootfahren in der Aare ist ein Wechselbad der Gefühle. Anfängliche Erleichterung, weil das Gummiboot wirklich schwimmt. Dann Begeisterung, wenn es vom Strom mitgerissen wird, und Panik, wenn das Ufer plötzlich näher kommt. Schliesslich folgt ein Wutausbruch, als der Mitfahrer einem mit dem Paddel versehentlich eine Ohrfeige verpasst.

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Die Strecke Thun Bern ist bei Böötlern sehr beliebt.

An sonnigen Wochenenden zieht die Aare Hobby-Böötler aus der ganzen Schweiz an. Scharenweise setzen sie sich am Bahnhof Thun in den «Aareböötle»-Extrabus. Im Zehn-Minuten-Takt befördert dieser etwa 40 Passagiere zum Einstieg.

Der Kiesplatz am Ufer ist mit farbigen Luftmatratzen und Gummibooten übersät. Lina Metzger (30) und Pascal Meier (34) reiten heute ohne Boot, nur mit einem Flamingo über die Wellen. «Wir haben das schon oft gemacht und kennen die Route», sagt Meier selbstbewusst.

Kenter-Gefahr an der Uttigerwelle

Tipps? «Nehmt es locker. Wenn man zu eifrig paddelt, treibt es einen nur an den Rand», empfehlen die Profis.

Doch auf dem Fluss gerät der Rat schnell in Vergessenheit. Nach dem Einstieg dreht sich das Boot wie ein Karussell. Vielleicht, weil beide Gummiboot-Matrosen auf der gleichen Seite paddeln. Nach und nach haben aber selbst Anfänger den Dreh raus.

Zeit, ein Bier zu öffnen – manche Böötler ziehen ganze Kühlkanister hinter sich her. Spätestens an der Uttigerwelle, etwa eine Stunde flussabwärts, überschäumen dann die Dosen. Es ist die holprigste Stelle auf der dreistündigen Route. «Steuert in die Mitte, links schlitzen die Steine das Boot auf, rechts treibt es euch wieder zurück», ruft ein Berner aus dem Nachbarboot.

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Paddel-In verkauft Böötler-Bier

Hinter der Uttigerwelle grillieren Schaulustige am Ufer, lachen über die Paddler, die abgedriftet und in den Bäumen hängengeblieben sind. Dann beruhigt sich die Aare wieder. Bei 30 Grad springen viele ins kühle Wasser und lassen sich treiben.

Kurz vor Bern, wenn die Bierdose dann leer ist, lockt ein Paddel-In auf der rechten Flussseite. Für ein paar Franken kann man sich dort ein Bier kaufen. Eigentlich gilt auf der Aare die Grenze von 0,5 Promille. Wer mehr intus hat, darf nicht ans Paddel – aus Sicherheitsgründen. Allerdings will der Bundesrat die Begrenzung bis ins Jahr 2020 aufheben. Prost!

Bierdosen schaffen es ans Ufer – Flipflops nicht

Trotzdem ist am Ausstieg beim Berner Marzili-Bad der Alu-Kübel bis über den Rand gefüllt. Noël Margaux (27) und ihre Crew aus Freiburg grillieren im Schatten. «Wir haben unsere Boote zusammengebunden. Jemanden haben wir vergessen, der ist dann alleine davon gedriftet. Unser Highlight», sagt sie lachend.

Auch Daniel Schmocker (27) und Simon Eschler (23) erlebten eine turbulente Fahrt. Fazit: «Das Beste an der Aare ist das Bier», sagt Schmocker und rollt sein Boot zusammen. «Die Flipflops sind unterwegs verloren gegangen. Jetzt reisen wir halt barfuss nach Hause – das gehört nun mal dazu.»

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Aufruf: Was sind Ihre Böötel-Geheimtipps? Haben Sie schon spezielle Konstruktionen gebaut (bspw. Grill auf Floss)? Dann schicken Sie bitte Ihre Bilder an unsere WhatsApp-Nummer 079 813 8041.

Gummiboot-Führer Schweiz

Im Gummiboot unterwegs zu sein ist ein heiteres Sommervergnügen. Das Plätschern des Wassers, das glitzernde Lichtspiel auf den Wellen, die üppig grüne Natur. Dazwischen Kulturperlen wie Klöster und Schlösser. Zur Abwechslung ein Sprung ins kühle Nass – oder am Ufer ein Feuer machen! Der Sommer lässt sich kaum intensiver geniessen. Dieser einmalige Führer präsentiert die 22 lohnendsten Flusstouren der Schweiz. Er wendet sich an Natur- und Wasserfans jeden Alters für Fahrten mit der Familie oder Freunden. Eine einfache Ausrüstung genügt. Alle Ein- und Ausstiege sind mit dem öffentlichen Verkehr bequem erreichbar. So heisst es nur noch: Aufpumpen und ablegen!

Zu kaufen beim Werd Verlag

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So böötlen Sie sicher – und legal

Gummibootfahren ist in der Schweiz laut Gesetz auf allen Gewässern erlaubt, ausser in Naturschutzgebieten. Für einen bequemen und sicheren Tag auf dem Fluss brauchen Sie:

  • Ein Gummiboot mit Ruder und Pumpe. Aufgepasst: Das Boot muss laut Binnenschifffahrtsverordnung angeschrieben sein, mit Name und Adresse. Ausserdem empfiehlt die Kantonspolizei Bern, die Gummiboote auf dem Wasser nicht aneinander zu binden.
  • Badesachen und Badetuch, dazu Sonnenhut, Sonnenbrille und natürlich Sonnencreme. Ausserdem trockene Kleidung für den Rückweg.
  • Alles, was nicht nass werden darf, kann man in einem Trockensack oder wasserdichten Plastikfass verstauen und mit einem Seil am Boot befestigen.  
  • Kinder und unsichere Schwimmer sollten laut Polizei eine Schwimmweste tragen.
  • Genug zu Trinken! Bei Alkohol gilt nach Gesetz die Promillegrenze von 0.5.
  • Für musikalische Unterhaltung sorgen beispielsweise wasserdichte Musikboxen.

Gummibootfahren ist in der Schweiz laut Gesetz auf allen Gewässern erlaubt, ausser in Naturschutzgebieten. Für einen bequemen und sicheren Tag auf dem Fluss brauchen Sie:

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  • Badesachen und Badetuch, dazu Sonnenhut, Sonnenbrille und natürlich Sonnencreme. Ausserdem trockene Kleidung für den Rückweg.
  • Alles, was nicht nass werden darf, kann man in einem Trockensack oder wasserdichten Plastikfass verstauen und mit einem Seil am Boot befestigen.  
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