Für 179 Millionen Franken
Altlastensanierung der Rheinlehne in Pratteln BL startet

Auf dem mit Arsen belasteten Areal Rheinlehne in Pratteln BL beginnen ab dem 20. Januar die ersten Sanierungsarbeiten. Die Altlastensanierung kostet rund 179 Millionen Franken.
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Die inzwischen nicht mehr vorhandene Firma "F. Petersen & Sichler" hatte zwischen 1862 und 1908 auf dem Areal Rheinlehne in Pratteln BL den roten Textil-Farbstoff "Fuchsin" hergestellt.
Foto: Swisstopo/geo.admin.ch
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

So finden bis Ende Februar 2026 auf dem Gelände Rodungsarbeiten von Büschen und Einzelbäumen statt, wie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion am Freitag mitteilte.

Im April sollen die Rückbauarbeiten der oberirdischen Gebäudeteile beginnen, die drei bis vier Monate dauern werden. Der Rheinwanderweg im Abschnitt Rheinlehne wird deshalb vom 20. Januar bis 31. August 2026 gesperrt, der Weg wird gemäss Communiqué entlang der Rheinstrasse umgeleitet.

Das bewilligte Sanierungsprojekt sieht einen Aushub der am stärksten mit Arsen belasteten Bereiche mittels konventionellem Aushub sowie Austauschbohrungen vor. Durch den Aushub von etwa 120'000 Kubikmetern Material werde das Schadstoffpotential um rund 98 Prozent verringert, heisst es weiter.

Die Kosten der rund dreijährigen Sanierung belaufen sich gemäss Kantonsangaben aus dem Jahr 2023 auf rund 179 Millionen Franken. Der Bund hatte im Juni 2023 bekanntgegeben, dass er im Zeitraum von 2024 bis 2029 insgesamt 265 Millionen Franken für die Sanierung von Altlasten ausgeben will - so etwa 70 Millionen Franken für die Rheinlehne.

Der jetzige Arealbesitzer will 3 Millionen Franken an den Kosten beitragen. Auf dem Areal Rheinlehne sind fünf grössere, mehrgeschossige Gewerbegebäude mit Wohnungen in den obersten Etagen geplant.

Die inzwischen nicht mehr vorhandene Firma «F. Petersen & Sichler» hatte zwischen 1862 und 1908 auf dem Areal gegenüber der Saline Schweizerhalle den roten Textil-Farbstoff «Fuchsin» hergestellt. Wegen der Ablagerung von Produktionsabfällen sowie undichten Abwasserleitungen ist der Untergrund heute mit 170 Tonnen Arsen stark belastet.

Die Verunreinigungen reichen gemäss dem Bundesamt für Umwelt teilweise bis in eine Tiefe von zehn Metern und somit in Bereiche, durch die Grundwasser fliesst.

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