Antisemitismus
Antisemitischer Angreifer in Zürich soll in Untersuchungshaft

Parteien und der Zürcher Stadtrat haben den erneuten antisemitischen Angriff vom Montag in Zürich verurteilt. Die Staatsanwaltschaft stellte einen Antrag auf Untersuchungshaft für den Angreifer.
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Foto: ENNIO LEANZA
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die Stadtpolizei konnte den Angreifer am Montag festnehmen. Zuvor griffen Passanten ein. Das Opfer, ein als orthodoxer Jude erkennbarer Mann, kam mit Schürfwunden davon. Der Angreifer ist polizeilich bekannt, allerdings nicht wegen ähnlicher Delikte.

Wie ein Sprecher der Zürcher Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegenüber Keystone-SDA sagte, wurde mittlerweile ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts steht noch aus.

Der 40-jährige Kosovare hat keinen festen Wohnsitz in der Schweiz. Er äusserte sich laut Polizei auch noch bei seiner Festnahme antisemitisch.

Parteien und der Stadtrat verurteilten den Angriff. Es brauche das Engagement aller gegen Antisemitismus, schrieb Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Die feige Tat mache den Stadtrat tief betroffen, teilte dieser am Mittwoch mit. Der Stadtrat lobte das Eingreifen von Passanten und drückte dem Opfer sein Mitgefühl aus. Kulturelle und religiöse Traditionen müssten in Zürich sichtbar sein können und Wertschätzung erfahren.

An der Gemeinderatssitzung am Abend verlas Florian Utz (SP) eine Erklärung im Namen aller Fraktionen. Alle Parteien stünden fest und solidarisch an der Seite der jüdischen Mitmenschen. «Unsere Gedanken sind beim Opfer, seiner Familie und der ganzen jüdischen Gemeinschaft», sagte er.

Mehrere Rednerinnen wiesen an der Sitzung auch auf einen antimuslimischen Vorfall vom vergangenen Donnerstag hin. Eine Moschee in Oerlikon sei mit Eiern beworfen worden.

Die SP schrieb in einer Mitteilung, dass es in der Schweiz keinen Platz für Antisemitismus geben dürfe. «Wir stehen alle in der Verantwortung, gemeinsam mit Zivilcourage gegen antisemitische Fälle vorzugehen - so wie es die zu Hilfe eilenden Personen gestern gezeigt haben», heisst es in der Mitteilung.

Auch die Grünen verurteilten den Angriff in einer Mitteilung «aufs Schärfste». Antisemitismus müsse konsequent bekämpft werden. Hassverbrechen sollten systematisch erfasst und konsequent strafrechtlich verfolgt werden, schrieben die Grünen.

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