Darum gehts
- In der Zentralschweiz überschreiten Feinstaub-Werte aufgrund von Saharastaub Grenzwerte
- In Altdorf UR und Kaiserstuhl OW über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter
- Grenzwert maximal dreimal jährlich erlaubt, Regierung empfiehlt Vorsichtsmassnahmen
In der Zentralschweiz sind die Feinstaub-Werte aktuell stark erhöht. In einer Luft-Eilmeldung warnt die Zentralschweizer Regierungskonferenz an zwei Messstandorten vor erhöhter Feinstaub-Belastung aufgrund des Saharastaubs. Das trockene Wetter befeuere die Luftbelastung durch den Saharastaub, heisst es weiter in der Mitteilung.
Bereits seit Donnerstagnachmittag sei die Feinstaub-Belastung stetig angestiegen. Luftmessungen in der Zentralschweiz liefern nun ein beunruhigendes Bild: In Altdorf UR und Kaiserstuhl OW wird aktuell an zwei Messstandorten der gesetzliche Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Dieser Grenzwert darf maximal dreimal pro Jahr überschritten werden.
Quellen von Feinstaub
«Saharastaub ist die grösste Quelle von Mineralstaub weltweit und gelangt regelmässig über Höhenströmungen aus der Wüste Sahara in die Schweiz», heisst es in der Medienmitteilung. Aktuell zeigt sich der Saharastaub bei uns besonders hartnäckig, denn aufgrund des trockenen Wetters verbleibt der Staub länger in der Luft.
Feinstaub selbst ist ein Gemisch aus kleinsten Staubteilchen. Neben Saharastaub zählen auch Pollen sowie Staub aus Vulkanausbrüchen zu den natürlichen Quellen von Feinstaub. Die Hauptursache für Feinstaub in der Luft liegt jedoch jedoch beim Menschen, durch Abgase und Abrieb im Strassenverkehr, im Luftverkehr und in der Industrie.
«Durch Abgasfilter in der Automobilindustrie konnte die Feinstaub-Belastung im letzten Jahrzehnt reduziert werden. Vielerorts liegen die Werte aber noch immer nahe den Grenzwerten», betont die Zentralschweizer Regierungskonferenz.
Harmloser als Feinstaub aus Abgasen
Doch es gibt auch eine Entwarnung: «Saharastaub ist weniger gefährlich als Feinstaub aus dem Strassenverkehr oder aus der Industrie, weil die Partikel grobkörniger sind und somit von der Lunge eher aus der Atemluft gefiltert werden können.»
Für Asthmatiker und Pollen-Allergiker gilt hingegen: Beschwerden können durch die aktuell hohe Feinstaub-Belastung verstärkt werden. Die Zentralschweizer Regierungskonferenz empfiehlt bei Beschwerden daher auf Aktivitäten im Freien zu verzichten und Fenster geschlossen zu halten.
Weitere Folgen des Saharastaubs: Durch Ablagerungen auf Solarpanels und eine verringerte Sonneneinstrahlung kann die Solarstromproduktion reduziert werden. Zudem kann eine hohe Mineralstaub-Belastung Triebwerke beeinträchtigen und die Flugsicherheit gefährden. Pflanzen hingegen freuen sich über den rötlichen Staub – die enthaltenen Mineralien dienen ihnen als Dünger und liefern wichtige Nährstoffe.
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