Darum gehts
- OSZE trifft Sergej Lawrow am 5. Februar 2026 in Moskau
- Fokus auf Frieden zwischen Ukraine und Russland im Einklang mit Völkerrecht
- Gespräche mit OSZE-Generalsekretär Feridun Sinirlioglu und Aussenminister Cassis
Der OSZE-Vorsitzende Ignazio Cassis hat nach Gesprächen in Kiew und Moskau die «unterschiedlichen Standpunkte» erkannt. Trotz des «grossen Misstrauens» zwischen der Ukraine und Russland will die OSZE eine Dialogplattform sein.
Beide Seiten seien offen, die vorgebrachten Ideen zu diskutieren, sagte Cassis am Freitag in Wien nach seiner Ankunft aus Moskau. Damit meinte er die Rolle, die die OSZE bei einem Waffenstillstand in der Ukraine spielen könnte. Er trat gemeinsam mit dem Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Feridun Sinirlioglu, vor die Medien.
In den letzten Jahren habe kein Dialog stattgefunden, sondern es seien lediglich Monologe gewesen, fuhr Cassis fort, der in seiner Rolle als Schweizer Aussenminister dieses Jahr den Vorsitz der Organisation inne hat. Das Ziel sei nun, einen Dialog aufzunehmen und das Misstrauen zu abzubauen.
Cassis betonte aber mehrmals, dass die OSZE den Mitgliedsstaaten - darunter Russland und der Ukraine - gehöre, und sie entscheiden müssten, ob sie die Plattform nützen möchten oder nicht. Nur durch Dialog könne das Vertrauen wiederhergestellt werden und danach auch wieder von Sicherheit die Rede sein.
Cassis war als OSZE-Vorsitzender am Donnerstag für einen zweitägigen Besuch in Moskau gelandet. Ziel der Reise sei der Dialog mit «allen Seiten», schrieb er am Donnerstag auf X.
Bei dem Austausch gingen die Meinungen über die Rolle der OSZE im Ukraine-Konflikt aber auseinander. OSZE-Vorsitzender Ignazio Cassis hat in Moskau die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa als Friedensstifterin für die Ukraine angepriesen.
«Wir glauben, dass diese Organisation die wichtigste ist, um einen Friedensprozess zu begleiten», sagte der Schweizer Aussenminister Cassis laut dem Westschweizer Fernsehen RTS während des Gesprächs mit Lawrow.
Der russische Aussenminister beschrieb die Organisation hingegen als in einer «tiefen Krise» befindlich. Laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti sagte Lawrow, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stehe in «Gefahr der Selbstzerstörung».
Ukraine auch schon besucht
Das Treffen der beiden Aussenminister war die zweite Etappe einer diplomatischen Offensive von Cassis als OSZE-Vorsitzender. Ziel ist es, das Ende des Krieges in der Ukraine zu begleiten. Am Montag hatte Cassis Kiew besucht.
Am Montag war Cassis zusammen mit Sinirlioglu bereits nach Kiew gereist. Dort trafen sie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Aussenminister Andrij Sybiha.
Cassis informiert an einer Medienkonferenz um 17.00 Uhr über den Besuch. Blick berichtet live.